Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1922
- Issue
- Heft 2 (12.1.1922)
- Date
- 1922-01-12
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Geile 8 Äts Wa^rhsii Nr. L dem MMickerbrochenen Jn'bel -be3 in enormer Anzahl erschienenen Publikums, das größtenteils ans Glaubensgenossen bestand mid sichtlich von dem Wunsche beseÄt war, ihre Sympathien für die jngeirdlichen Einwanderer zum Ausdrucke zu bringen. Die Kinder, welche MÄte August 1921 ihre Heimat verließen, wurden während ihrer langen Reise von den Herren Bu <l j a n und C zu czko, den Damen B u l j an und N o e l begleitet. Die Uckberscchrt mit dem französischen Dampfer „Massilia" wurde in Bordeaux angetreten, -dauerte 20 Tage und ging ohne jede» Zwischenfall vor sich. Das Cmpsaugskomckee der israelitischen Kolonie in Buenos-Aires entsendete eine Delegation, bestcherid aus Vertretern der argentinischen jüdischen Presse nach Montevideo, der vorletzten Hasenftabion. Nachdem der Dampfer sein Endziel erreicht hatte und verankert wurde, sangen die kleinen Ankömm-linge die hebräische Hymne, und als sie 'MdLich auf argentinischem Boden standen, konnte mit Genugtuung konstatiert werden, daß es größtenteils gut entwickelte und aufgeweckte Kinder sind, die in diesem zukunftsreichen Lande eine neue Heimat finden sollen. Auch sonst boten sie durch ihre.gute Kleidung und ihr desriedigendes Aussehen einen sehr erfreulichen Anblick. Alle waren mit weißen Armbinden geschmückt, welche die Inschrift: Huerfanos ukrainos israelitos para Argentina. Viva la Argentina! (Ukrainische, israelitische, nach Argentinien. reisende Waisenkinder. Hoch Argentinien!) aufwiefen. Die Beifallskundgebungen des angesalmnelten Publikums dauerten weiter -an, die Kinder schwenkten dankend ihre Hüte nud konnten sich nur schwer ihren Weg durch die.Menschenmenge bahnen. Die kleine Reisegesellschaft bestand aus siebzig Knaben und dreißig Mädchen im Alter von kaum vier bis fünfzehn Jahren, die, wie bereits erwähnt, durchwegs den Verlust non Vater und Mutter zu beklagen haben. Eine Anzahl von Automobilen stand bereit, welche die Kinder in die den modernsten Anforderungen entsprechenden mrd von schönen Gärten umgebenen zwei Warenhäusern brachte, wo die Knaben nur etliche Wochen verbleiben werden, um dann nach der landwirtschaftlichen Kolonie der Baron Hirsch-Stiftung, die sich in der Provinz Buenos-Aires befindet, zu übersiedeln. Sobald die Jungen das erforderliche Alter erreicht haben, ist ihre Unter - bringung in eine Ackerbauschule in Aussicht genommen, deren Gründung in besagter Provinz projektiert ist. Die Vertreter der argentinischen Presse nahmen die Gelegenheit wahr, mit Dr. Buljan, dem die Kinder währet der ganzen drei Monate dauerirden Reise unmittelbar amvertraM waren, über ferne Eindrücke zu sprechen. Dieser brachte vorerst in den wärmsten Worten den innigen Dank für alle erwiesenen Aufmerksamkeiten und Erleichterungen zum Ausdrucke, die ihm speziell seitens der südamerikauischen Behörden und Vereinigungen in allen Ländern Europas, die Dr. Buljan und seine Schutzbefohlenen passieren mußten, geboten wurden. Dann erwähnte der wackere Mamr^ auch der schrecklicher Situation Rußlands, iU welchem Judenverfolgungen noch immer an der Tagesordnung seien; Meuchelmorde, böse Epidemien uNd der Hunger fordern zahllose Opfer, das Elend sei grenzenlos. „Das, was man hier in Argentinier: über Rußland weiß," fuhr Dr. Buljan fort, „ist sehr wenig; ich könnte viele Dinge erzählen, die alle Welt mit Schrecken erfüllte. Vielleicht würden sich dann noch mehr hilfsbereite Glaubensgenossen finden, um vielen tausenden von unschuldigen Waisenkindern 'die Hände zur Rettung zu bieten, denn diese leiden unsäglichen Mangel."- (Schluß folgt.) Die Wanderung im Gefilde Judas mit Berücksichtigung der sechs Levitischen Zufluchtstätten. Wie die Bibel und die Hagiographie uns lehrt, hattM die Leviten achtundvierzig zerstreute Städte; von diesen gehörten dreizehn den Priestern. Den jüdischen Stämmen waren für Totschläger, welche unvorsätzlich getötet hatten, sechs Zusluchtsstädte „Are- Mrklot" zugewiesen. Drei waren im eigentlichen Kanaan und drei jenseits des Jordanslusses, durchgehend s Besitztum der Leviten. Diese sechs Flüchtlingsorte waren heilig. 4. B. M. K. 35 V. 15. „Um von dem Bluträcher nicht getötet zu werden, sind die Aufnah mestäd'te, die ihr hergebet, dahin fliehen die Totschläger." Diese Flüchtlinge mußten, um nicht in die Gewalt der Bluträcher zu kommen, bis zum Todestage des jeweiligen Hohenpriesters daselbst verweilen. Die Wege dahin mußten in gutem Staude gehalten werden, mit Wegzeichen verfehlen und so beschaffen sein, daß der fliehende Totschläger kein. Hindernis während seiner Flucht findet, damit der Bluträcher ihn nicht zufolge der Wegeslänge einhvlen und töten konnte. Nach Marino u mußten diese Wege zweiunddreißig Ellen breit sein eben und mit Wegweiser versehen, das Wort Miklot ersichtlich zeigen. Ein merklicher Unterschied war zwischen den jüdischen, griechischen und römischen Freiftädten als Zufluchtsorten; denn die letzteren gestatteten, daß jeder Verbrecher, selbst derjenige, welcher vorsätzlich Wütet hatte, hiNslichen konnte, um gesichert zu fein. Im Westen vom Jordan war Kadesch auf dem Ephraim-Gebirge, Sichem (Schechem) gleichfalls im Gebirge Ephraim und Hebron im Gebirge Judas; alle diese wurden vom Jofua geweihet. Josua K. 20 V. 1—2. „Rede zu den Söhnen Israels und sprich'. Bestimmt Ärch nun die Zusluchtsftädte, von denen ich zu euch geredet durch Moses." Vom Jordan östlich war Galan in Bajschan für den Stamm Rüben; Ramoth in Giload für den Stamm Gad und Bezar -für den Stamm Manasche. Kadesch. Kadesch liegt lau der Grenze des Edomiikenlandes; angrenzend befindet sich die Wüste Kadesch. In nuferem Freitag-Abendgebet beim Eing>ange des Sabbaths finde-rr wir Im Psalm Gesang Davids K. 29, V. 9: ^-Die Stimme Gottes urachte zittern die Wüste; die Wüste Kadesch. 1. B. M. K. 14, V. 7. „und sie wandten sich und 'kamen nach En-Mischpat das ist Kadesch. 4. B. M. K. 20, V. 16. „Da schrieen wir zum Ewigen, und er hörte unsere Stimme, sandte einen Engel und führte uns aus Mizraim. Und siehe, wir sind in Kadesch am Ende deines Gebietes." Sichem. Sichem (Schechem) liegt in'einer sehr fruchtbaren Ebene, umrahmt von.einem mit Ottai&aumeu bepflanzten Gebirge, nahe dem Berge Garisim. Ein fruchtbares Getreidegebiet daselbst war das erste Lager unseres -Stammvaters Abraham, als er ins Kanaauland zog. 1. B. M. K. 12. V. 6. „Und Abraham zog durchs Land bis an den Ort Schechem, daselbst stand die Terebinthe im Haine Mamre. Auch der Patriarch Jakob ließ sich dort uickoer. 1. B. M. K. 33. V. 18. „Und Jakob kam wohlbehalten nach der -Stadt Schechieim."