Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1922
- Issue
- Heft 1 (1.1.1922)
- Date
- 1922-01-01
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
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Äk. 1 Seite 15 D i e Wahrheit folgende Namen ansr'chrerr wollen: I. N. M,anutz er m e r H. Rit. v. Sichrodsk y, Moritz Rit. von (<>) o l b s d) in i 'b t, dessen Sohn T h e o d o r, Elias P o l l a. k, dessen Sv'hn. M. A. P o l i a f, Jakoib Bra ritz e i s, Jsak Bobel 1 e, die Brüder Wilhelm nnd David Nit. v. Gutmarrn, Hosrat v. Jacob:, Samuel Rit. v. Hahn, Josef I eil in et, Dr. Alfred Stern Salo Cohn, . Dr. Maximilian (Steine r' Hofrat R a ppapor t, Direktor Will).nur K u x, Dr. Felix K a tz a n, Prof. Dr. Jos.' Poll a k, Wolf S ch r a m e!, Landesgerichtsrat Dr. Spitzk o p f, Gerreralstcobsarzt Dr. Jakob Zucker m a n n. Die Armenanstalt der israelitischen Kultusgemernde Wien betritt die Schwelle des zweiten Jahrhunderts ihrer Tätigkeit in dem vollen Bewußtsein, nicht nur bisher ihre Pflicht gegen das Andpnken ihrer Begründer und all der zahllosen im Verlaufe der Jahrzehnte Heimgegangenen Förderer, Mitarbeiter ' und Leiter der Anstalt erfüllt und im Geiste des traditio - uellen Wohträtigkeitssinnes gearbeitet zu haben, sondern auch von der Nebsrzeugnrrg getragen, daß diese Anstalt unter den heutigen schweren wirtschaftlichen Bechältnissen bei der großen Zahl der wirtschaftlichen Kriegsopfer die Pflicht hat, auf ihrem Platze zu bleiben und in An- Passung an die herrtigen Berhältnisfe ihre Tätigkeit in noch 'gesteigertem Maße fortzusetzen. Die außerordentlich schweren Verhältnisse haben den derzeitigen Vorstand in seinem Arbeitswillen nur noch gestärkt, sie bilden für ihn einen Ansporn zu gesteigerter 'Arbeit im Interesse der Aermsten der Armen. Es ist für einen Vorsteher der Armenanstalt bei allen: seinen selbstlosen Arbeitseifer miib bei aller aufopfernder Arbeit der Bsaimten der Anstalt einfach h e r z z e r re ißond, ang es i ch t s so vielen u n d s o große N' Elen d s, d a s ^s i ch r h r«n Angen st ü ndlich e n t r o l l t, w e g e tt der Geri it gr fi gigkeit der z i: Gebot e st e h e n d e n Mittel nicht überall und nicht in denr Maße helfend eiirgreifen zu ffömten, wie es der Fall' gelneten würde." Professor Dr. Pick dankte dem Vorstand der Armenanstalt im Namen der Knltusgememde für Vorne rührige Tätigkeit. Das Präsidiimr der Armenanstalt, bestehend ans den Herren Präsident Kommerzialrat S. R o s e n z w e i g, Vizepräsidenten Eduard K u rrst a d t' und Julius Berger und Vorstandsmrtigliedern Alsrod Abt, D. Do Han, Dr. Jakob .Engel, Doktor Adolf K a p r v 11 k, Leopold L o u r i e, Marl Schnitze r, Isidor Schwarz, Moriz Schwarz und Regierungsrat Rudolf Taussrg, beschloß, anläßlich der Hundertjahrfeier eine großzügige Mtrvn für die Wohlsaihrtsanftalten irr die Wege zu leiten. •, Barmkzwahfeier. Die am Samstag, den l7. Dezember v( I., im neueröffneten großen Leopoldstädter Tempel gefeierte Barmizwah des Fritz Laude s b e r g e r, Sohnes des Ehepaares Alfred und Minna Lande sb e r g e r, gestaltete sich zu einem gesellschaftlichen Ereignis, das von -.der außerordentlichen Beliebtheit, deren sich dxe Familie des Konfirmanden erfreut, von neuem - Zeugnis ablegte. Unter den zahlreich erschienenen Freunden des Hauses Landesberger bemerkte man die Herren Opernsänger Ernst Fischer, Kammervirtuose Alfred Grünfeld, Professor Fritz Werner sowie andere gefeierte Vertreter nufer Kunstwelt. Jedem der Anwesender: ans dem Herzen gesprochen waren die' an dem Knaben gedichteten Worte Sr. Ehrwürden Herrn Rabbiners Dr. Max Grnnwald, in denen er den leuchtender: Charakterzügen des Elternpaares, insbesondere dem von ihnen in vornehmsten Stil urrd mit unbegrenzter Freigiebigkeit betätigten Wohltätigkeitssinn gerecht wurde. Er führte aus: „Unsex Stammvater Jakob sagt von sich: rvcchr jesch li chaul", „ich habe alles, mir fehlt nichts, ich bin mit meinem Los zufrieden." Und alles, was wir dir heute rvünschen, ist, weil cs alles midiere in sich schließt, nur dieses e>ine: Zufriedenheit rnit deinem Los. Als Jakob jenen Ausspruch tat, war er keineswegs mit dem gesegnet, was die Welt als Glück bezeichnet, er war vom Schicksal hart mirgenoinnren. Dennoch ist er mit seinem Los zufrieden, denn er hatte, was ihm höher stand als Hab und Gick, .ein Elternhaus, auf das er stolz sein durfte und als Sproß eines solchen Hanfes hatte er Gott im Herzen. Auch dr>, mein Kind, halt Elterrr, auf die dir stolz sein darfst. Einer: Vater, dem wir nicht deshalb, wie jeTten einem zweiten, unsere aufrichtige Wertschätzung orrtgegenbriNgen, weil ihn Gott irr fernen beruflichen Unternehmungen mit Erfolg begnadet bat, sondern deshalb, weil er besitzt, was wir Juden über alles Hochhalten, ienen Edelstein, der alle anderer: Schätze überstraM. Das ist das jüdische Herz, das dein edler Vater auf eine Welse betätigt, die nrrs allen oorbildlrch voranlenchtet. Was er aber ganz iw besonderen für dieses unser Gotteshaus leistet das möge Gott ihm lohnend gedenken, solange rroch ein Stern von diesem Hause steht. Daß es ihn:, wie nur den wenigsten, mit den: Wiederaufbau unseres Tempels wirklich cnrft fff und sein Herz voll urrd garrz an diesenr unseren Heiligtnme hängt, das nruß ihm die Hochachtung eines jeden südisch Empfindenden, die Anerkennung aller erwerben. die treuen Sinn urrd echterr Seelenadel -zu '.vürdmen wißen. Stolz darfst bn aber ebenso ans deine gute Mutter sein, die mit ihrern ganzen Sinnen u-Nd Sorgen in ihrer Familie ansgeht. Gerade du warft es. um desterr Gefundhert in letzter Zeit d-eino lieben Eltern sich sorgen rnußten. Wir fühlten freundschaftlich mit ihnen und danken heute den: Allmächtigen, daß er seine schützende Baterharrd über dich gehalten. Mit doppelter Freude begehen wir daher der: heutigen Tag und beten zrrm Vater im Himmel, er möge dich auch ferner kräftigen und dir beiftehen, daß du, Gott im Herzerr nnlb stolz auf das eidle Vorbild demer Elterrr, dich entfalten kannist ihnen zur Freude, den: jüdischen Na rren zur Ehre rrnd dir selbst zur Zufriedenheit, zum wahren Sagen." Im Teurpel selbst, .rvo der gesamte Bet, Hausvorstand mit Präsidenten Antorr B e ck an der Spitze anwesend war, kam der Edelsinn des Herrrr Alfred L a ndosberger dadurch zum Ausdruck, daü er rrnd seine Angehö'naen für die irrnere Ausgestaltung des noch imurer ferner Vollendung harrenden Gotteshauses vor -der Tora Beträge widmeten, wie sie in dieser Höhe irr Wien' für einen solchen Zweck noch nie aespendet wurden. Diese Oprersrendiakeit bekundete sich sich aber eberrfo zargunsterr wohltätiger Vereine und JnMrrte. MM unerwähnt -bleibe auch, daß Herr L a n d e s b e r g e r an diesem Freuden tage 1500 jüdische Arme auf seine Kosten ausspeisen ließ.. Erhebend wirkte der Vortrag der rituellen Gesänge brrrcki Herrn Oberkarrtor M o r g e rr st e r u unb den vortrefflichen Tempelchor Es war eine von echt jüdischem Geiste behoste Teier. Auch wir schließerr uns mit einem herzlichen Mastel taw den überaus zahlreichen Glückwünschen au, die dem Hause Landesberger aus diesem Anlaß zuteil wurden. Es war eine wohlverdiente Ehrurra, die nicht nur den Personen, sondern zugleich dem von ihnen verkörperten Ideal echter Zedvkoh aalt. Chanukka-Akademie. Dienstaa, den 27. Dezernber, rand nnter dem Ehrenvrotektorat Sr. Hochwürderr Herrn: Rabbiners Dr. Mar Grnnwald eine Ehannkka- Akademiie, veranstaltet von Freunden des Leopoldftädter Tempels, in den Sovhienfälen statt. Wir werden über diese schöne Feier die weit über den Rahmen herkömmlicher Verarrstaltungen hirransging, m der nächsten Mrmmer ausführlich berichten.