Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1922
- Issue
- Heft 1 (1.1.1922)
- Date
- 1922-01-01
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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Nr. 1 Kette f Die Wah rheit Juden also weniger als eiwen Bruchteil von 1 Prozent der BevöRer-nng des Globus bilden, ist es das größte Kompliment, das Food den Juden machen kann, wenn er behauptet, daß diese Minorität tote «ungeHlSure Energie und oas Genie besitzt, die anderen 99 Prozent zu nnteodrücken. Die Wahrheit ist aber, daß die eine Hälfte der I u d e ll i h r e g a n z e E n e r g i e a n f b i e t e t, i h r e n ganzen Reichtum anwenden muß, um die andere Hälfte vom Unter gange, vom Hunger z u retten. Der später angegebene Grund, der zu Fords Propaganda gegen die Inden führte, ist eine ausgezeichnete Illustration zu den fundamentalen Prinzipien und der grausamen Methode!der.Rassenvevfolgung, die garrze Nassen mit Baun belegt unid sie für die Handlungsweise eines Individuums oder einer nnibedontenden Zahl eines Volkes verantwortlich macht. Zwei Männer von internationalem Rufe. Hermann Bernstein, ein Jude, Schriftsteller und Journalist, und Dr. Ak e, ein bekannter christlicher Prediger, haben erklärt, daß R o f i k a S chw i m m er, eine Iüdi n, d i e U r s a ch>e von Fords n i ch t s w ürdige r, g e m e i n e r Pr opa-. gand a gegen die Juden ist. Sie hatte den etwas einfältigen Mann ganz in ihre Mwalt beikommM und ihm eiugerejdöt, er wäre durch seinen ungeheuren Reichtum berufen, der Wohltäter der Menschheit >zu werden. Wenn er auf e i n e m S ch i f f mit w e i ß e n I l a g g e n n n d w e i ß b e s ch wi ng t e n Friedenstauben den O z ea n d u r ch k r e u z e n w ü r d e, wäre der Krieg zu Ende, die Soldaten würden die Laufgräben verlassen und ihm, dem mit weißen Federn geschmückten Retter der Menschheit, zujubeln, Könige ihn M ihren Palästen .empfangen, ihn mit den Lorbeeren des Friedens bekränzen; er würde „der Gesegnete" genannt werden. Er glaubte ihr, und als die Enttäuschung kam, begann sein Haß gegen die Juden. Dr. Ake sagt: Als Ford sah, daß er die Zielscheibe des Spottes geworden war, verließ er die Expedition und — sein Haß gegen die Juden begann. - Ford, der einfache, ungebildete Mann, möchte den alten Volksglauben wieder anfleben lassen, der aus Unwissenheit und dem Aberglauben des Mittelalters entstanden war, daß die Juden, ben Reichtum der Welt beherrschen und im Besitz desselben diabolische Absichten hegen. Ihm sollte klargemacht werdien, daß es den Juden nach 50 Jahren der Emanzipation nicht gelungen ist, auch nur einen minimalen Teil des Geldes der Nationen zu erriuMl. Wieviel Millionäre es in den Vereinigten Staaten gibt, ist Nicht genml. bekannt, jedenfalls sind Nicht mehr als 3 Prozent davon Juden, genau ihr allgemeiner Prozentsatz der Bevölkerung. Man behauptet, und es ist auch glaubwürdig, daß Rockefeller den Reichtum aller Juden von Amerika aufkaufen könne, und — Rockefeller ift kein Jude, sondern ein e i nfacher BaptistHndiako nu s. Positiv sicher ist, daß man in Amerika 1000 christliche amerikanische MWonäre und Multimillionäre aufzählen könnte — Rockefeller an der Spitze und — Ford am Schwanz der Liste, und daß man mit dem-Gelde dieser MiWonäre das Geld der gesamten Judenschaft des Erdballs auskau f e n k ö n n t e. Der dunkle Ehrenmann, von dessen Werdegang als Antisömitenchef oben erzählt wird, hat den 'kürzlich in Warschau versammelt gewesenen Äntisemitenkongreß nicht vorübergehen lassen, ohne ihn zu begrüßen und ein genaues Protokoll der Verhandlungen zu verlangen, damit die Veröffentlichung in Amerika Aufklärung über die jüdische Gefahr bringe. Probleme der Religionspsychologie. Von Wolf R a p a p o r t, Przemysl. (Schluß.) Wenn auch der Kaparoth-Minhag ziemlich alt erscheint, und zwar ist fein Entstehen von der Zeit der Gaoniln zu suchen, so ist er keineswegs als Ersatz für dev pserklckt zu betrachten. Auch die Ansicht, oaß dieser Miuhag an Stelle des Saiir Laazazel getreten ist, ist irrig. Es wurde absichtlich bei dieser Zeremonie darauf geachtet, daß sie nicht wie eine Opferung erscheint, und wurde zu diesem Zwecke ein Hahn gewählt, welcher durch für den Opferkultils unbrauchbar ist. Es lag später die Befürchtung nahe, daß die Lllasfen diese Zeremonie dennoch als Opferkult aussassen würden, weil es sich unr ein animales Objekt handelt, und so kanr mau daraus, das Objekt dieses Minhag in Pflaumen und Kräuter umzutauschen, wie es in Raschi (Sabbath, Folio 81) angeführt ist, daß mailt zu jerler Zeit eine Sühnezeremortre mit Pflanzen und Früchten aufsührte; indem inan diese siebenmal um das Haupt des Entsühnenden zu schwingen pflegte; und zwar wurde dieser Minhag am Erev Rofch Hajchanah ausgesührt und deswegen nicht am Jom-Kippur, um die Vorstellung zu vermeiden, als ob .es sich um Opferkultus handeln würde. Späterhill jedoch, als die Rabbiner farrden, daß die Gefahr einer Verwechslung mit dem Opserkultus nicht vorliegt, haben sie den Minhag am Nüsttage zum Berföhnungstage eiligeführt, ivelcher Tag die richtige .Zeit der Sühne ist. Der Hauptzweck ist aber, die Kaparah Ml die Armerr zu schenken oder ihnen das entsprechende Lösegeld zu geben. (Vergleiche Enzyklopädie „Özar Jiszraet", 5. Band, 289 Bl.) Der Rafchba schreibt in seinen Responsen, daß, obwohl dieser Miuhag in seiner Gemeinde verbreitet war, denlloch hat er .getrachtet, diesen Minhag abzuschafjen. Der Orchoth Chajjim schreibt, daß der Ramban diesen Minhag wegen Darke Amori geassevt hat. Der R'mah sogt ausdrücklich, daß es verboten ist, zn diesem Zwecke Tauben zu verwenden, damit es nicht das Mssehen erweckt, als ob es sich um eine MaLdisch Kadofchim außerhalb des Tenrpels harideln würde. Der Sch'lah empfiehlt (Amua Hat'schuwa, Folio 227, Amsterdam), den Hahn den Armen zu schenken, oder, wie er meint, noch empfehlenswerter di>e ganze Zeremonie durch eine Geldspende an die Armen abzulösen und so schreibt es auch der Maharil vor. Viele abergläubische Zeremonien find im Mittelalter und auch in späterer Zeit im Ghetto entstanden, die viele Gesetzeslehrer dann verworfen haben. Das filld Riten aus den Zeiten.des Verfalles des Judentums, die mit der offiziellen Ritenlehre nichts zu tun haben. Daum folgt, nach Reil, das Fasten als Selbstbeftvafung für die Tötung und Berspeisung des Totem. Ganz wie etwa, in den Neurotischen Reaktionsbildungen ein verdrängter sadistischer Antrieb durch einen Akt der Selbste auälerei ersetzt wird. Vor allem habe ich schon bemerkt, daß die Zeremonie mit dem Hahn eine spätere ist und mit der Gesetzeslehre des Judentums nichts zu tun hat, aber selbstredend auch das Fasten, das bereits im Pentateuch ungeordnet ist, eine ganz andere Bedeutung hat. Nach Reik gab es bei den Juden zwei Totemdivre: Widder und Stier. Ter Schvfar, welcher doch ein Horn eines Widders ist, stellt eine Zeremonie des jüdischen Totemkultus mit dem Widder dar.