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Die Wahrheit · 1921-11-24 · Heft 23 (24.11.1921) · page 14

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1921
Issue
Heft 23 (24.11.1921)
Date
1921-11-24
Page
– (sequence 14)
Language
German
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Jubelpaar Zahlreiche Glückrvmische. Der Vorstand des Kautorenverernes mit dem Vizepräsidenten, Herrn Isidor L ö w t t, sowie zahlreiche Kollegen faüden sich in der Wohnung des Jubelpaares ein. -Vizepräsident L ö w i t richtete an dieses eine tiefe rgreifende ÄnspMche, in der er die Verdienste des Jubilars um den Kantoreuverein würdigte,. und überreichte Herrn K h u n e r eine Adresse und ein Ehrengeschenk. Es sprachen noch Oberkantor M atyas uüd Oi^rkantor Frankl. Verein zur Unterstützuyg jüdischer Kleigewerbetreibender. (2. Bezirk, Ma-lzgafse Nr. 1.) Durch stlevkeirische Hcutid ist 6as GoAeshaus ldes obVgen Ve-reimes im Sommer idreses Jahves d'es Dhora-SWerschmuckes beraMit worden. Herr Direktor Heinrich Weininger sowie dessen Gattin utnb' GeschwWeir haben es sich zur heiligen Ausgabe gemacht, in hochherziger Weise «die klasfende. Ducke in dem Beöhaus zu schließen unid K'le-Koldesch für das Vereinsbethaus gewidmet. Die Svender erft'illen mit dieser edlen Widmung eint spontanes Gebot ^der Pietät gegenüber ihren , dahingeschieldenen Ellern, Selig und Berta WÄnmger, um Äas Andenken an diese zu verewigen. Dienstag, den 22. d. M., fand turn im Vereinshanse die seierliche EiNLueihung dieser heiligen Geräte statt. Obmann Saul Klausner er-' öffnetet den Festgottesdienst durch eine Ansprache, in welcher er aus die'Spende der Familie W ei n i n ge r hinwies und den Wunsch aussprach, daß der AllmachNge diese edle Tat belohnen möge. Nach dem Ma tanwu urid Maariwgebete, vorgetragen im gewohnt nreiisterhafter Weise von Herrn Oberkantor Morgenstern mit dem Chore des Leopoldstädter Gemeinde-Tempels unter Leitung des Dirigenten Hermann erfolgte das Ausheben der ihres Schmuckes beraubten Thora, die raut in feierlicher Weise mit dem K'le Kodesch versahen wurde. Hieraus hielt Naobiner Dr. M. G r u N w a l d eine äußerst gehaltvolle Rede über die Bedeutmtg der Zedoke und Mizwaus im Sinne der Heiligen Schrift. Er gedachte der Opserw!Migkert der verstorbenen Eltern des edlen Spenders, Selig und Berta Weiniger, und gab dem Gedanken Ausdruck, daß es keine idealere Auffassung des Judentums gebe, a!ls wenn die Kinder in den wohltätigen Art des Vaters sortwirken. Duxch diese Betätigung der Nächstenliebe lebe die Seele des Verklärten int Andenken der Hinterbliebenen fort. Nach dem „Won Olaum" des Oberkantors Morgenstern, schloß die schöne Feier. Chanukka-Akademie, zugunsten der inneren Ausgestalümg des großen Leopoldstädter Tempels. Dienstag, den 27. Dezember d. I., wird von Fräunden des großen LeopoidsM'-ber TempÄs in den Sophiensälen eine Akademie mit auschlleßettdem Tanzkränzchen veranstaltet. Alle, die sich 'in den Dienst des Men Zweckes stellen wollen, insbesvnidöve junge Herren und Damen, die sich am Kartenverkauf zu beteiligen bereit sind, werden gebeten, 2. Beziick, Fevd'inandsstvaße 23 (Telephon 44520), uachMBtags von. 3 bis 4 Uhr ihre Adresse anzugeben. ' Frau Dr. Emilie Weiß. (Ein Bildnis en Miniatur.) Wenn Diogenes auf feiner Suche nach einem Menschen nach der Wiener Brigittenau gekommen Ware und diese kreuz und quer durchstcerft hätte,'Mn Bemühen wäre füglich nicht Äfolglos geblieben; denn seinem Scharfblick und dem hellen Schein seiner Laterne wäre dieses Herrliche, -die Guter, ja Bestes nicht entraten. Wie auf wenige, findet auf sie das Wort im hohen Liede: „rdbot bonos ans» chojil! weath ulis all kilunuh" bk vollste, nneingeschränktc Anwendung.- Eine Zierde der Frauen, eine unermüdliche Priesterin aus dem Gebiete der Phvlantropie und Humanität. Kaum wird es in Wien ein jWüsches Haus gelben, wo empfindsame Herzen Mr die Not unfever Glaubensbrüder nick Schwestern schlagen, ohne daß man die Frau Dr. Weiß, die Präsidentin des Brigittenauer Fraüenv meines, fenueii würde. Seit dem Tode ihres Gatten, etwa einem Vierteljahrhundert, hat sie ihr Leben ausschließlich in den Dienst der Wohltätigkeit gestellt, '©eit jener Zeit ist sie Präsidentin des Frauenvereines im 20. Wiener Gemeindebezirke. Sie ist Veremsvörstand und Präsidentin in einer Person und war es seit jeher, bis auf den heutigen Tag. Vielleicht bewirkt es diese Bemerkung, daß diese Frau künftig von ihren Vereinskolleginnen intensiver, also wirksamer in. ihren edlen Bestrebungen unterstützt werde. Als ich sie kürzlich'nach längever Zeit wieder traf, da erzählte sie mir, sie wäre tviedor sehrkrank gewesen. Durch volle fünf Monate mußte sie ÄasBetthuten, so daß ihr einziger Sohn, der Assistent im allgemeinen Krankenhause ist, Herr Dr. Aladär Weiß, keine Hoffnung mehr auf Genesung hatte. Und -als ich ihr nahe legte, es wäre im Interesse ihrer sehr angegriffenen Gesundheit notwendig, daß sie sich endlich Schonung auserlsgt; habe sie doch ihrer Zeit sicherlich schon Genüge getan; da gab sie mir zur Antwort: Aber wo denken Sie hin, ich kann meine mir lieb gewordene Betätigung nicht missen, 'ja, ich werde demnächst wieder ein Wohltätigkeitsfest arrangieren. So führt sie «den Kamps gegen die Armut und die Not ihrer Schützlinge, man könnte fast sägen, bis zum letzten Atemzuge. Wieviel Gutes hat diese Frau schon gestiftet. Unzählige Herzen schlagen ihr in Dankbarkeit und' Liebe entgegen. Ja, die Frau Dr. Weiß mit iherm lieblichen, unversiegbaren ,^Mona Lisa"-Lächeln, läßt noch immer tricht locker, man muß ihr halt die Karten abkaufen, sie ist so unermüdlich tätig: aber sie könnte sich doch schon zur Ruhe setzen und andern das Schnorren überlassem So denken nämlich die Leute im Stillen. Nun ja, andern gegenüber wäre man nicht in denr Maße vervflichtet. Es ist kein Jubiläum, das wir heute registrieren, bloß eine bescheidene Reverenz vor wahrem Herzens- und Seelenaldel,-eine Verbeugung vor einer großen, und herrlichen Frau, vor Frau Dr. Emilia Weiß. - N. Cham ei des:/ Baden bei Wen. Am Samstag, den 12. November fand in unserem Tempel eine.herrliche Bar-Mizwa-Feier statt/ deren schöner und imposanter Verilauf würdig ist, der Oeffentlichkeit bekannt zu werdeu. Der Konfirmand, namens Egon Hofbauer, Sohn des in weiten Kreisen belrbten und hochgeschätzten Elternpaares, des Herrn Johann Hofbauer und dessen 'Gemahlin Frau Berta Hofbauer, las imit besonderer Fertigkeit den Abschnitt des Mastas ans der Thora vor, und mit Vergnügen horchte das-große Publikum, auf die schön und nach recht altjüdischer Weise Vortragenden Worte der Hastava, aus des Knaben Munde. Nicht minder eindrucksvoll unk zu Herzen gehend war die Ansprache unseres redegewandten Herrn Oberrabbiners W. Reich der an der Hand des laufenden Wochenabschnittes die Feierlichkeit des Tages auseinander setzte und. die Verdienste der Eltern hervorhob, wie sie ihren einzigen Sohn stets in traditioneller Weise zu erziehen bemüht sind, wie besonders die würdige Mütter zurzeit, als «der-Vater mehrere Jahre auf den verschiedenen Schlachtfeldern kämpfend, denselben in 'jeder Weise iin Hanse vertrat, so daß der Konfirmand den heutigen Tag in recht jüdischem. Sinne feiern kann. Nachmittags hielt der Konfirmand in seiner Wohnung bei reichgedeckter Tafel und unter Anwesenheit vieler Gäste, eine herrliche Ansprache. Am selben Samstag fand auch noch die Bar-Mizwa-Feier eines Waisenknaben aus Rußland statt, namens Aschkenasi, bei welcher Gelegenbeit abermals Herr Oberrabbiner mit den Worten der Sidra: Ziehe hinweg aus deinem Lande und aus deinem Geburtsorte, eine tiefergreifende Ansprache an den Knaben hielt. Auch Herr Oberkantor SalamonK re u tste'i n verherrlichte in gewohnter Weise-mit seiner -glänzenden Stimme die Feier des Tages. Herr Hofbauer hat anläßlich dieses seines Fveud-entages bei -der Thora namhafte -Spenden verschiedenen Vereinen, besonders dem hiesigen Waisnhause znkommn lassen. A. S. Tauungen.'Sonntag, den 20. November fand im. Tempel, 2. Bezirk, Patzmanitengasse, die Trauung des Fräulein Sidonie W o h l st ein, Tochter des Ehepaares Adolf und Bertha W oh lstein, geb. Gertler, mit Herrn Simon Schreiber statt. Rabbiner Dr.S. Funk hielt an das Brautpaar eine eindrucksvolle Ansprache, in welcher er die besonderen Verdienste der Familien Wohlstein, Schrei der.und Springer für das Judentum .hervorhob. Am selben Nachmittag fand gleichfalls in diesem Tempel die Trauung des Herrn David Steiner mit Fräulein Sofie Bergmann, Tochter des Ehepaares Jsak und Rywa Bergm a n n, geb. Reinhardt, statt. In seiner Rede verwies Sr. Ehrwürden auch auf die echt jüdischen Tugenden der Brauteltern, sowie auf das erhebende Familienleben im Hause des Schwagers der Braut des Maituten Metallhändlers Heinrich Schl ach et,'Chef der Firma Lagevmetall-G. m. b. H„ welche Vorbilder auf das Brautpaar aneifernd wirken mögen. Die kantoralen Funktionen versah erster Kantor A. Stift.mit verstärktem Chor. Eger. Dieser Tage beging Herr Hugo Karpeles mit: seiner Gattin, Frau Klare, geb. -Bleier, im engsten Familienkreise das Fest der silbernen Hochzeit^ Der Jubilar , hat sich in . der Krierfszeit

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