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Die Wahrheit · 1921-11-24 · Heft 23 (24.11.1921) · page 12

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1921
Issue
Heft 23 (24.11.1921)
Date
1921-11-24
Page
– (sequence 12)
Language
German
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Seite 12 / »t« aBaf»ü«fl ' ' ‘ _ Är. Ä Literatur Zur Geschichte der Familie Jomtob-Bondi.in Prag, Dresden und Mainz. Bon Jonas Markus Bondi in Mainz. Ein äußerst interessantes Büchlein, von dein gelehrten Mainzer Rabbiner und HiiftorKer seinem allberehrten Vater „zur Erinnerung an den zweiten Pefs'achtag 5681" gewidmet. Es enthalt die saniiliengeschichtliche Darstellung der Auswanderung der Familie Bondi aus Prag nach Dresden. von -Frau Henriette Behrend g^b. Bondi nebst einer grundgelehrten Einleitung und Bemerkungen von dem Autor. Derselbe führt den Stcvmmfcoaion feiltet Familie (der Name Bondi ist die spanische Uebersetzung von Jom tob — buona di — guter Tag) mit Sicherheit dis zum Urgroßvater, dem „angesehenen und Myrten Rabbi Jizchakk", welcher der Bater des nach Dresden eingewanderten Rabbi Simon Bondi war. Der Baker dieses Rabbi Jizchak war nach der Ansicht des Autors der im Jahre 1733 im hohen Alter verstorbene Rabbi Saiomon Bondi. Es dürste wohl derselbe Salomon Bondi gewesen sein, der nach den Auszeichnungen der Leipziger Meßbücher die Leipziger Messe in den Jahren 1677,. 1678, 1685 bis 1-699 besucht hat. (Dem Schreiber dieser Zeilen sind nur die Namen der Prager Messebesucher aus den Jahren 1675 bis 1699 bekannt, die M. Freudenchal in der Monatsschrift 1901 veröffentlicht hat; ob er auch in den spateren Jahren die Messe besucht halt, wird aus den Messebüchern leicht festznsteüen sein.) Starb er auch nur als achtzigjähriger Greis, so war er int Jahre 1677 schon vierundManzitz Jahre alt und konnte schr gut mit uMeren Mitgliedern seiner FwmMe die Leipziger Messe besucht haben. Als solche werden noch Israel Bondi, der die Messe im Jahre 1876, und Samuel Bondi, der sie im Jahre 1687 besuchte, erwähnt. Sie warm wohl Brüder des ersteren. Jedenfalls scheu wir, daß die Familie Bondi am Ende des siebzehnten" Jahrhunderts schon zu den angesehenen und geachteten Familien der Prager Gemeind« gchörte und das vorliegende Büchlein bestätigt die schönen Worte, mit welchen Emil Lehmann die DuMnden des Hlmses Bondi besang: / Des Hauses Bondi Lob und Preis, Das Ningt herein aus alten Dagen. Dem wurzeltiesen Baume gleich Mt dichtbelaubter Blätterkrone, Ragt ihr Geschlecht, an Ehren reich, Vom Urahn 'bis zum süngsten Sohne. Dr. Funk. Das Heimatsrecht der deutschen Juden. Im PhiLo- Vechag, BÄin, erschien dieser Tage nach einem Bortrag des Landesrabbiners Dr. Rreger, Bvwunschweig, eine Broschüre, die sich mit der im Titel genannten «Frage befaßt und zur weitsten Verbreiturrg empfohlen werden darf. Dir Veröffentlichung wird das lallgemeine Jntereffe aller Kreise finden, in denen die Judenftage pro und kontra erörtert wird' und durch die geistvolle glänzende Beweisführung viele überzeugen, die noch im Lager der Judenfeinde «stehen -oder, iw Begriffe sind, dahin abzuschwenken. LtmdeSrabbMer Dr. .Rieger gehört nicht zu den seichten, kühlen Anwälten des Judentums, die im alten Geleise durch verbrauchte SchklaAvörter ^nnd Anrufung' der Gefühle auf die Gegner wirken zu können hoffen. Der BortrogenJbe steht vielmehr,auf dem sicheren, unerschütterlichen Boden der Tatsachen und argumentiert mit den schUrfen tveWvcheren Bieweisen der gegebenen Fors<Mngsresultete. Aus Grund vielseitigen Wissens, namentlichen historffchrn Gebietes, und außerordentlicher Belesenheit wird der Nachweis geführt, daß die deutschen Juden schon-in bGlrscher Zeit an den Ufern« des Rheins seßhaft waren, daß Worms die älteste jüdische Kolonie Ar Dmtschland bildete und ein friedliches Zusammenleben mit den Römern, . den He- -naligen Beherrschern Germaniens, bestand. Auch^ der " Talmud weiß zu lberichtM, «daß Inden in Gomer (gleich-. bedeutend mit Germanien) lebten. Uvmndlich -bestätigt erscheint dies durch eine Verordnung Konstantin des Großen, nach welcher allen Juden in Köln die Gleichstellung mit den römischen Bürgern geschaffen wurde. Dort und in anderen deutschen Gauen könnten die Kinder Israels Grundbesitz erwerben und öffentliche Aemter -bekleiden. Diese ehrenvolle und eachtete Stellung genossen sie neben und inmitten« der Herrschenden, bis die Ausbreitung der christlichen Staatsreligion einen beklagenswerten Wandel verursachte. Die verschisdenen Konzilien, wie jene zu Agde Ixaon und Orleans, entäußerten die Juden schrittweise immer mehr ihrer alten Rechte und^ waren beflissen, die christliche Bevölkerung gegen die „Fremden" auifzuhetzen, was allerdings nicht immer gelang. Die Jahrhunderte alte Simbiofe zwischen Juden und Heiden-, die später christlich gemacht wurden, war nicht immer stark genug, um das freundschaftliche Verhältnis. bestehen zu lassen. Es gab zwischen Inden und Christen Mischehen uüd jenseitige Beteiligung an Leichenbegängnissen. Die Juden hatten bis zum Abschluß-des ersten Jahrtausends Nicht die kränkende Empfindung, sich dort als geduldetes Gastvolk zu -fühlen. Sie nahmen teil am Aufschwung des 'gesamten Kulturlebens, wie 'auch spater, als sie aufhörten, Kammerknechte der deutschen Kaiser, zu sein.. Aus der dialektisch meistechasten Begründung, daß die Juden ihr HviMatsrecht in Deutschland, beanspruchen! dürfen> seien dw trefflichen Worte Dr. Riegers angeführt: „Wenn einer in Deutschland geboren ist, aus einer Familie stammt, die nachweisbar Jahrhunderte lang in deutscher Erde wurzelt und chre Toten in deutscher Erde bette, wenn einer in deutscher Sprache denkt, in deutscher Kultur 'lebt und schafft, die Schicksale deutscher Mitmenschen teilt, seiUer Kinder heiliges Blut oder das eigeate für- Deutschlands Ehre vergosten, so daß er deutsch Schm'ach als. seine . Schmach Deutschlands Ehre als seine Ehre empfindet, so besitzt erdeutsches N at i o n a l g t fü h I nnv muß mit Fug und stecht als Bolldeutscher anerkannt werden. " , Jüdisches Religionslehrerseminar in Wien. Der erste Jahresbericht dieser jüngen Anstalt liegt vor und' ergibt erfreulich schöne Anfänge, die für die Zukunft das beste erwarten lassen, falls die Opfsvfysudigkeit unserer Glaubensgenossen eine Bürgschaft für den Fortbestand der Anstalt schafft. Wir empfählen deshalb die Schlußworte des Berichtes als warmen beherzigenswerten Älppell -allen Freunden jMscher Kultur. Der Bericht schließt: Die SenDnarleikrmg erfüllt die angenchme Pflicht, allen jenen' zu danken, welche das Jüdische RMgior^lchrerseminar inder kurzen Zeit seines Bestandes gefördert haben. Herzlicher Dank gebührt dem ehrwürdigen Herrn Rektor Professor Dr. A. Schwarz für die Überlassung der Lokalitäten seiner Lchtänstalt, dem Vorstand der Israelitischen Kultusgemeinde Wien für die Stiftung von sieben Stipendien, der Leitung des Jüdischen PäÄagogiums, der Direktion.des Stautsrealgymnasiums.. Wien . II, , . ferner, den H u m a,nß t ä't s per e i nen B. j B sowie) zw ei G ö nnern für die rpoh^wollestde Widmung.. .je eines Geldbetrages. Allechings reichten die im Berichtsjahre i

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