Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1921
- Issue
- Heft 23 (24.11.1921)
- Date
- 1921-11-24
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite S Sk. LS Im bama-chtereth gimaze haganab w'hukah wamteh ön lo damin. . . 2. M. 22 1 ff. Vgl. Raschi z. St.: im ba l'har'igech, hasch'kßm l'har'go , Ein freigsborerrer Mensch, der einen Diebstahl beging, wurde gepeitscht und demjenigen, den er -bestohlen hat, als Knecht .übergeben. Knechte aber, die eines olffenbaren Diebstcchls überführt worden waren, wurden gepeitscht und hernach vom Fölsen hevabgestürzt... (Gesetze d. Drako: Gedike das. S. 230.) 2. B. Mose, Kap. 22, 2: w'nim'kar bi!g'nöbacho. Dagegen das Auspeitschen bei Diebstahl war nach der Bibel unstatthaft, schon wegen ihres humMen Standpunktes, Len sie selbst bei dringender körperlicher Züchtigung wahrt, -indem sie auch in solchem Falle immer noch die Menschenwürde respektiert: w'niik'lah «achicha l'ßnecha. 5. B. M. 25, 3. Auch das ünt 2. B. M., Kap. 22, 2, zulässige w'nim'- bar big'nebacho, Verkaufen des Diebes an den Bestohlenen, muß 'nicht unbedingt ein Verkaufen als Sklaven bedeuten. Denn im 3. B. M., Kap. 25, 42, heißt es: lo jimach'ru mim kerUH abed. Wenn >es nun hier heißt: Verkaufen als Sklaven, so muß es offenbar auch ein anderes milderes Verkaufen gegeben haben. Ebenso wenig kann nach diesem humanen Begriffe der Bibel an ein Herabstürzen des Dijebes vom Affen gedacht werden. Die Regierenden müssen insgesamt Männer sein, welche im Besitze der vollen Einsicht in die Idee des Guten sind, sie müssen somit Philosophen sein... Männer, die schon in langer Laufbahn sich E rfahrungen gesammelt... Männer, die dem Grundsätze der Tugend stets unerschütterlich treu geblieben sind. (Plato, Polit. V., 473 f. Schwegler «a. a. O., S. 240.) 2. B. M., Kap. 1L, 21: an'sche chajil sir'ö Elohim an'sche omech sion'e baza . . Die Wächter oder Krieger sind die Helfer der Regierenden, die Vollstrecker ihres Willens. Es liegt ihnen vorzüglich die Verteidigung des Gemeinwesens nach außen hin ob. Sie bringen daher ihr Leben im Lag er Au, wo sie sich Hutten bauen, in denen sie Sommers und Winters wohnen... Es ist daher den Wächtern zu verbieten, Privateigentum zu besitzen und.zu erwerben, damit sie nicht A ck e r s l e u t e und Hauswirte werden, statt ihrem Waffenbruf treu tzu bleiben-. Mit S i Iber und G old sollen sie sich gar nicht befassen... Was chnen zum . Leben notig ist, soll ihnen zu bestimmten Zeiten von den übrigen B ü r g -e r n geliefert werden als Lohn der Bewachung. (Plato, Republik H., 415 f. Schwegler a. a. O., S. 240 f. ) Lo jih-ge lakohanim hal'wijim chölek w'nachala im Jisrae . . . w'nachalah lo jih'je lo b'kereb echaw Ad . . . hu nachalatho ... (V., M., 18,1 f; vgl. o. S. 40.) Im fMjektivem Sinne mag freilich zwffchen den Wächtern oder Kriegern bei Plato und den Priestern und ' Ssviten der Biböl ein Unterschied obwalten, indem dje. Lewiten der Bibel ein Unterschied obwalten, indem die und keinerlei Beziehung zu Kriegsdienst hatten. Doch sachlich stimmen, wie ersichtlich, die Vorschriften gegen Privatbesitzbei beiden genau überein. Uebrigens ist die Ehre des Prießertums der Leviten gleichsalls ans deren kriegerisches Verdienst zurückzuführen> welches sie sich durch ihr mannhaftes Strafgericht cm den Sündern erworben haben: 2. B. M., 32, 28. Ebenso wurden die Lewiten Wächter und Hüter des Heiligtum genannt: 4. B. M., 3, 28, 32, das. 3, 36. Komitss zur Sanierung notleidenter israeliti scher Wohlfahrtsanstalten Wiens. An insein iüMi Als vor zwei Jahren unser wirtschaftUcher Zusammenbruch unsere Wohlfahrtsanstalten mit Schließung bedrohte, trat unser Komitee beherzt in die Bresche. Vertrauend auf die altbewährte Mildtätigkeit der Wiener Juden und mit eindringlichen Appell an jüdische Herzen des Auslands wagten wir den kühnen Versuch, gegen die Lawinenwucht der täglich höher anschwellenden Not unseres Gemeindespitales( desAltersversorgungehauses u.SiechenheSmeSyunserer Taubstummenanstalt unddesBlindeninstitutes ausprivaten Mitteln einen schützenden Damm zu errichten. Unsere Hoffnung hat uns nicht getäuscht. Mit äußerster Anstrengung gelang es uns, diesen fünf Anstalten über die ernsteste Krise hinwegzuhelfen. Durch Beisteuer in barem Geld, durch Belieferung mit Lebensmitteln, Kleidungsstücken und Heizmateriel konnten wir unseren Kranken und Greisen, unseren taubstummen-und blinden Kindern unentbehrliche Hilfe leisten. Infolge der katastrophalen Entwertung unseres Geldes und der daraus sich ergebenden Verteuerung des Betriebes der von uns unterstützten Institute sind aber nunmehr die Anforderungen "an unsere Leistungsfähigkeit derart empor* geschnellt, daß wir, angesichts der uns gestellten Riesenaufgabe, uns genötigt sehen, die. Wiener Judenschäft zu einer außergewöhnlichen Anstrengung aufzurufen. Almosen reichen hier nicht aus. Nur opferwilligste Selbstbesteuerung kann den Abgrund überbrücken, den sonst jene vier Ehrendenkmäler des Wiener Judentums, die Zufluchtsstätten seiner Heilung und schützend Obdach suchenden Armen unrettbar verfallen sind. Wiener juden I Unterziehet Euch der Mühe und besuchet einmal unser Spital, werfet einen Blick in unser Versorgungs- und Siechenhaus, lasset den Anblick der bemitleidenswerten Taubstummen und blinden Kleinen auf Euer Herz wirken! Nur so werdet Ihr voll ermessen können, was unser Komitee leistet nnd wie dringend notwendig unsere Arbeit ist. Nur so werdet Ihr gern und willig uns die Beisteuer leisten, die der Höhe und dem Ernst unserer Aufgabe entspricht. ' So oft in Euer Haus die Freude einkehrt, gedenket unserer Schützlinge auf der Schattenseite des Daseins! Wenn, was Gott verhüten möge, Emst und Trauer bei Euch einziehen, suchet Trost in einer Spende, für jene, die wir vor dem Untergänge retten wollen, stiftet Euren Verklärtenein Andenken in einer Widmung für unser menschenfreundliches Werk! Wenn Ihr vor der Tora, Gaben gelobet, vergesset nie, daß ihrer vor allen würdig ist, das SanierungskomlteeZ Jeder Wiener Jude denke daran, daß, was wir leisten, eine Entlastung unserer Kultusgemeinde bedeutet, auch wer dieser fernstem, sorge mit uns und durch uns dafür, daß unsere Kranken weiterhin wie bisher in einem jüdischen Spital Pflege finden, daß unsere Alten in jüdischer Umgebung ihr so oft leidvolles Dasein friedlich beschließen,-daß jüdischer Hand die Wartung und Erziehung unserer taubstummen nnd blinden Kinder obliege 1 Insbesondere an die näheren oder weiteren Angehörigen unserer Schützlinge ergeht unser Ruf: Helfet unserem Sanierungskomitee! Ihr helfet damit eurem Fleisch und Blut \ ' ' Für das Komitee: Rabb. Dr. Max Grunwatd Kultusrat le. Schwarz Präsident VIceprBsident Redakteur Ludwig Hirsehfeld Schriftführer Spenden jeder Art werden erbeten an Rabb. Dr. Max Grunwatd, H., Ferdinandstraße 23, Radaktion „Die Wahrheit*, Heinestraße .13, Carl Schnitzer, in Firma Lbwy & Söhnitzer, 11.. Ferdinandstraße 13, Julius Berger, in Fs. Schiller & Rom, 1., Neuforgasse 12.