Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1921
- Issue
- Heft 23 (24.11.1921)
- Date
- 1921-11-24
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 85% known words query
- IRI
…/3062972-3063903-3063926--11517-3078925- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Nr. 28_' ___ D i e W a aidion, des Agathon, des Kalliston geschaffene Timaus! S. 28—30. (Schwegler, S. 218.) - w'eh'jeh. ez'lo anpln, hatovaih am'vah ain hasiti k'le um'nato schel h. k. b. h.... kach h. 1. b. h. Hajo mabit batorah Mo re eth haolarn w'hatorah am'raih b'reschith Lara eloh Ml, bi reschith Lava Wen reschieth ela tovah ... (Jalk. Prov. 8; Mi'dr. Konöil Friksvt. a. M. 1719.) Das Einatnren und Ansatmen Lei Tage unlb auch im Schlafe 'soll Der Mensch als ununterbrochenes Opfer an die Gottheit betrachten. Kaushitaki—Upanishad II, 5. Dsüssen, -die größte Autorität ans 'diesen: Gebist, erklärt dies folgendermaßen: Der Bvahmane will sagen: „Nicht im äußeren Kultus soll die Religion bestehen, sondern darin, daß man das ganze' Leben mit jedem Atemzuge in ihren Dienst stellt." (Sechzig Upanishad's des Beda, S. 31.). al kol n'schimcch un'schimah schchu noschem zarich l'käleß 1.' h. k. ö>. h. scheu' «kol han'schcmtah t'halel sah ... (Jalk. Ps. 150.)' * ' Soll «der Mensch aus Gründen der Vernunft, aus Regeln «der göttlichen Weisheit und auZ Fähigkeiten und Bestrebungen seines Geistes die Idee seines künftigen Seins bilden, so ist es die Läuterung der BernuNft von der Sinnlichkeiit..., näheres Durchschauen -des unermeßlichen Weltplanes, endliche Auslösung des Rätsels der göttlichen Weisheit und Vorsehung, mannigfaltige und wichtigere Teilnahme an dem großen Werke der Glückseligkeit in dem Weltall; — oder kürzer Verähnlichung und Gemeinschaft mit dem unendlichen Wesen... (E. Plätmer. Teutona, literarischer Sammelband, Leipzig 1815, S. 461 f.) L'ahabah eth ad.... - Elohecha... asseh d'barim l'schchn p'ulathmn... lalechjet b'chiol d'vachaw, mah hamakom nik'ra rachnm aph ata hawe rachum w'chanmr waass« müt'uath chinam lakol... (Gifte, Mew 49.) Es ist der erhabendste Gedanke unter'allen: ich werde, - wenn ich jene erhabene Ausgabe übernehme, unser gemeinsames Brudergeschlecht weiser und glücklicher zu machen, nie vollendet haben; ich kann also, so gewiß die Uebernehmung derselben meine Bestimmung ist, ich kann nie aushören, M wirken und m«iMn nie aufhören zu sein. Das, was man Tod nennt, kann mein Werk nicht abbrechen; denn mein Werk «soll vollendet «werden und es kann in keiner Zeit vollendet werden; mithin ist meinem Dasein keine Zeit bestimmt nn!d ich 'bin ewig... (I. G. Tiehle dos., S. 464.) Lo alecha ham'lachah lig'mor w'lo ata ^ben chorin l'hibMl mimenah... (Llboth 2.) * Gewiß hat noch kein Mensch das Sterben selbst empfunden und ebenso bewußtlos wie «wir ins Leben treten, ebenso bewußtlos treten wir wieder heraus. Anfang und Ende fließen hier wieder. zusammen:.. (C. W. Hufeland das. S. 468.) . . Al korchacha atah chaj w'al kor'chacha atah meth . . . Aboch 4. * ..Wir halten öeAommen, wie «der lerfte Mensch, die t o t a l e «Sonnenfinsternis des Schlummers «für die Nacht des Todes, und diese — für den jüng st e n Tag einer Welt... (I. P. Richter das. S. 477.) v Dasselbe s. äbodah sarah, 8 a: ... oi li schema bisch'- bil lschessarachri olam chaschuch' bardi w'chvser l'tohn w'bohu... Den gleichen Gedan.ken verliert die talm.-midr. Litemitur über Kains Brudermord. Diese SeNtenz schöpfte Jsärl Paul Richkvx aus dem Midrasch, der offenkundig h r % e 41 _ Seite f_ aus seine literarische Wirksamkeit Einfluß' ausgeübt haben muß. Denn im selben Sammelwerke, Teutona S. 478 spricht er von den „Bekennern der Vernichtung", mit denen „unter der Erde überallhin wie mit Kain ein ewiges Beben liefe". Dies aber ist eine bekannte Allegorie der Rabbiner, daß unter Kain nach dessen Brudermord der Boden gleichsam zitterte und schwankte. (Bgl. Sanhedr. 37.); Tanchunra Gen. c. q; vgl.: das chrvstl. ^loams-Bnch/ od. Dillmann S. 74; Aptvwitzer Anteilnahme der phys. Welt etc. . . . M. G. W. I. 1921/ 1/3, 77 I- * * * ... iv. Juridisches. Zu Cnens D o l a b e l I a, dem Prokonful in Asien, brachte man ein Weib aus Smyrna, die ihren Mann und Sohn vergiftet hatte. Sie verteidigte sich damit, daß diese ihren Sohn aus ihrer ersten Ehe hinterlistig getötet. Dolabella übergab diese Sache den Areopagiten zu Athen. Diese entschieden, daß das 'beschuldigte Weih unü ihre Ankläger «sich nach hundert Jahren, wieder vor Gericht stellen sollen. Ms diese Werse wurde das Weib weder sreigesprochen noch verurteilt. (Aulus Gellius: „Attische Nächte", Band 12, Kap. 7, zitiert bei Friedr. Gedike: lateinische Chrestomathie,Wien 1821,S.228 s.) Hakol jih'jeh mnnach ad schejäbo Glixahu. (Baba mez. 3, 1.) T. j. K. w. — Tischbi j'tariz lufch'jech w'hawajoth. Freilich ist es hier eine bestimmte geheiligte Person, an deren Gestalt sich d-re'Legende -des Volkes knüpft: Der Prophet Elijahu, der Tischbcke, der einst alle Gebeugten und Mühseligen des Gottesvolkes erlösen wird, von ihm geht die Sage -— das ist der Sinn obiger talmudischer , Sentenzen — daß er «dann auch alle schrillen Mißklänge des sozialen Löbens und somit -auch alle zidilrechtlichm Fragen und Rätsel lösen werde. Den locus classkms hiefür führt Lm'.is Gin z'berg (eine unbekannte jüdische Sekte) in der Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft d. Indent. 1914, Heft 3/4, S. 164, an; und zwar Edujoth VIII, 7, wo gelchrt wird, die Sendung Elisahns werde darin «bestehen: l'hasch'woth hamach'lbkoch, die Streitigkeiten zu schlichten. Im klassischen Schrifttum der Weltliteratur bedeutet wohl scheinbar die Sentenz: „nach hundert Jahren": das Archeimgeben des strittigen Falles an den Wandel der Zeit, die «bekanntlich «alle Schäden heilt. Nebenbei bemerkt, dürfte auch Lessing in seinem „Nathan" 'von «diesem Motive 'beeinflußt fein. Der Richter in seiner Parabel von den drei Ringen spricht ähMch: So lad' ich über tausend, tausend Jahre Sie (die Kindeskinder) wiederum vor diesen Stuhl. Da wird Ein weis'rer Mann auf diesem Stuhle sitzen... Ms jeden Fall findet sich, wie «wir gesehen, diese Vorsicht, nicht voreilig richterlich zu urteilen oder gar zu vjeruvteilen, sondern der alle Schädm heilenden Zeit zu vertrauen, auch in der jüdischen Rechtsanschauung und bildet da ein oft wivderkehrendes Motiv. — Bei Gedike wird der erwähnte römische RechrsfM unter dem Titel:' „Verbrechen entschuldigt nicht Verbrechen" erzählt. Und mich für diesen Grundsatz besitzt 'das talmudische Recht seinen bekannten Ansdruck: griz'wah habaah ba'aberah . . (Bgl. Sukah, 30.) * Die Dezemvires sagen in den 12 Tafelgesetzen, wenn ein Dieb über feinem Verbrechen ertappt «werde, so wird er getütet, sofern der Diebstahl zur Nachtzeit erfolgt, oder beim Tage von einem Menschen, der sich bei seiner Ergreifung mit einer tödlichen Waffe zur Wehr setzt. („Gesetze des Drako." Gedik» a. a. £>., S. 230.)