Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1921
- Issue
- Heft 23 (24.11.1921)
- Date
- 1921-11-24
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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6 D ieW a hrhei Nr. 2Z mit -dem die jüdischen Vevtvetungskörper verlangen, daß Gouverneur Storrs zur Disposition gestellt werde. Die in den Jerusalemer Straßenkämpsen Gefallenen ruhen in ihren Gräbern, die bei den Ullrichen meist Kompromittierten sitzen iin Gefängnis und werden bei der bestehenden Rechtspflege im Heiligen Lande, soweit es sich um arabische „Patrioten" handelt, wahrscheinlich straflos ihrem Gewerbe übergeben werden. Das Feuer aber, das aus dem.geheimnisvollen Tiefen islamitischer Volksleidenschaft immer .unbändiger -hervorbricht, Wird immer wieder die Hütten Jakobs in feiner ihm durch die englische Mandatarmacht gesetzlich garantierten Heimstätte verzehren. Wenn unter solchen Umständen mit verblendeter Hartnäckigkeit die unbeschränkte Einwanderung, nach Palästina angestrM wird, ohne die Grundlagen der persönlichen Sicherheit vorher geschaffen zu haben, dann muß von der Ei-nwandererfrage gesagt werden, daß hier frühere Vernunft Unsinn, Wohltat Plage geworden isst. Damit der Tragödie dies 2. November das. Satyrspiel auf dem Fnße folge, haben die arabischen Notabeln in Jerusalem einen heuchlerischen»Appell zur Bewahrung der Ruhe an ihre Konnat-ionalen ergehen lasten. Der MüsW, der Bürgermeister, der Präsident des mohammedanischen Appellationsgerichtes, der Präsident der Exekutive des arabischen Kongresses für Palästina und viele andere Persönlichkeiten aller christlichen und muselmanischen- Bekenntnisse erließen fotzenden Aufruf: „Im Namen unseres großen Volkes, drücken wir öffentlich unser tiefstes B edauern überdie bedauerlichen Zwischenfälle, denen das Leben unschuldiger Menschen zum Opfer fiel, ,aus. Wir fordern die Bevölkerung zur Wahrung von Ruhe und öffentlicher Ordnung auf, da wir 'gemäß unserer Überzeugung bloß mit fri ed lichenMitteln unsE Rechte zu sichern vermögen. Die Regierung wird -ihre Pflicht zur AufrAhthaltmlg der öffentlichen Sicherheit zweifellos erfMen und wir appellieren an unsere Brüder, die Regierung in dieser . Aufgabe zu unterstützen." , Kein nnbesangener Beurteiler der Lage; wird sich darüber täuschen lasten, daß die Versicherung des „tiefsten Bedanen.s" und der Wunsch nach friedlicher Mitteln purer Schwindel, daß Mufti, Bürgermeister, Appellationsgerichtsprasident und tntti guunti mit ihrem Ausruf die koschere Schweinsklaue hervorstrecken, die! Feind und Freund nicht verkennen wird. Eine Groteske voll bluttzer Selbstverspottung ist die Meldung des Jüdischen Korrespondenz-Büro aus New- Dork vom 6. November, wonach die Zionisten der Vereinig ten Staaten und Kanadas umsastende Vorbereitungen treffen, zu einem grandiosen Empfang Balfvurs anläßlich seiner Ankunft zu der Abrüstungskonferenz in Washington, um ihm den Dank und die Hochachtung der gesamten Judenheit int der Welt auszudrücken. In New- Aork werden überdies.Vorbereitungen zur Veranstaltung eines großartigen Banketts zu Ehren Balsours gemacht.- Wahrlich, wenn die Mitwirkung, Balfonrs an der Abrüstungskonferenz keine anderen Früchte zeitigt als seine verhängnisvolle Deklaration vom 2. November, dürfen die Freunde der Abrüstung schon heute in Sack und Asche trauern,' gleich den Hinterbliebenen der jüdischen Opfer aller bisherigen und noch bevorstehenden Unruhen im Heiligen Lande.. Jüdische Motive in der Weltliteratur. 8m Beitrag zur vergleichenden Literaturkunde. Von einem Rabbiner. Alle Rechte Vorbehalten. (Schluß.) (Xenophon: Anabasis Lib. III., Kap. 2, 9.) haitusch simon japhatz l'choli dich'tib atischotaw tcchel ' or. (Job. 41.) ' (Jvllkut Lech l'cha 77; vgl. Jerusalmi. Beruchvth, 3, Babli 24, «Sabbath 110, TanniiH 20 Schülch. Ar. orach Chaj. 170.) -- * . B echtel: Französische sKonversahions-Gvamimatil, Wien 1907: „Die Mahlzeit im 17. Jahrhundert" schildert,, wie in den Familien jener Zeit der Brauch herrschte, die Hände v!or jeder Mahlzeit zu waschen... assur l'sal'söl biübilath jadajim. (Sabbath 62. Chuliu 106 ff. Schulch. aruch Orach - Chaj. 157 ff.) ' * -r- III. Philosophisches. ' Plato dichtet von der Seele der Menschen, als sie einst noch in der himmlischen Region verweilte... da dursten sie wie die Götter noch 'über den Himmel hinaus zu einem Merhimmlischen, reinen und heiligen Ort. dem Gefilde der Wahrheit, sich erheben und dort die reinen und ewigen Urgeftalten des Schönen und Güten scheu, welches Schauen die alleinige Nahrung der Höchsten in der Seele -des Nous ist. (Plato, Phädrns p. 247.) Weil sie diese Wesenheiten geschaut, sind unsere Seelen in das Menschenleben hineingöboren mit der Erinnerung «aN jenes Reine und Ewige und empfinden, auch inwiefern sterblichen Dasein den unwiderstehlichen Drang, es in allen sichtbaren Dingen, welche des Urschönen Abbild sind, wieder zu erkennen. (Plato xt. a. O. Schwegler—Köstlin, Gösch!, der griech. Philos., FreibUrg i. B. 1886, G. 204 s.) w'nör daluk al roscho (schek haw'lad) w'zophe umabit mistoph h>avlam w'ad ssopho... um'laMdin othd kol hatorah kNlah ... w'lkiven schlba l'aichir haolam ba maloch w'fat'ro al piw um'schak'cho kol hatorah kulah.. (Nidah 30.) (Vgl. Philo: leg. «alleg. III; Eusebius: praep. eb. 13, 12,". S. 366; Hamburger: R. E. s. v. Religionsgespräche.) f ' Obiges beiläufig Mitte 1915 nied'evgeschrieben. Im „Jahrbuch für jüd. Gesch. u. Liter.", Berlin 1D17, S. 52, finde ich die Feststellung: „Daß der hier «ausgesprochjene . GÄanke (Solange das Kind im Mutterleibe ist...) auf Plato zurückgcht, hat schon Moses Mendelssohn erkannt."' (Ges. Schr,, II., S. 10; vgl.. I. Fmrdienchal: Alex. Myhistor, Breslau, 1875, G. 72.) * Plato beschreibt den Urstoff als etwas völlig Unbestimmtes und! Formloses: To geNos tes ch)Ms: To en ho gignetai.^ > der Ort, der allem, -was entsteht, seinen- «Sitz gewährt^ (Timäus 50 6,. Schwegler S. 211.) Vgl. Maimuni, More,!-, 70; Milo: 4e cohIusmkui linffuiae. Schmiedl, Studien, Wien 1869, S. 9 u.- 35. * Plato -führt den Gedaniken «Ms, daß die- WeU ein AMld des Besten, ein nach Möglichkeit vollendetes Kunstwerk sei. Der WeltbMmeffter, gut und endlos, hatte die Absicht, sie aufs beste emzurichten und er hat sie daher im HÄBW Ms bi^e höchsten Ideen noch dem Master des r