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Die Wahrheit · 1921-11-10 · Heft 22 (10.11.1921) · page 14

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1921
Issue
Heft 22 (10.11.1921)
Date
1921-11-10
Page
– (sequence 14)
Language
German
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gtte 14 ' ■ Üt W der Wiener Gemeinde Ne Bedeutung wiederzugeben, die er vor der Katastrophe besessen hatte. Wir geben von diesen Wünschen und Bestrebungen des genannten Komitees unseren Lesern Kenntnis und knüpfen hieran die Aufforderung, sich für die Durchführung dieses Men und berechtigten Vorhabens zur Verfügung zu stellen. Für so manchem, der sein Judentum zu betätigen den Drang in sich fühlt und dem gerade dieser Wirkungskreis zusagen würde, bietet sich hitzr reichliche Gelegenheit, zu selbstbefriedigendem Schaffen. Mit Neid und Scham blicken wir auf den opferfreudigen Eifer, der sich auf andren Gebieten der jüdischen Oeffentlichkeit kundgibt. Warum soll-gerade unser gottesdienstliches Leben danioderliegen? Weshalb sollen wir nicht trachten,, das heilige Erbe, das wir von unseren Vätern empfangen haben, ungeschmälert unseren Kindern An hinterlassen? Auch hier gilt es, nur den Anfang zu machen und mit mancher jener üblen Traditionen zu brechen, von denen Gustav Mahler einmal im Unmut gesagt hat: „Tradition?! Tradition ist nichts anderes als — Schlamperei!" Ehrung. Sonntag, den 25. September 1921, wurde dem langjährigen, verdienstvollen Vorstandsmitglied der Ottakringer Chewra Kadischah, Herrn Siegmund Weiler, das von der Generalversammlung verliehene Ehrendiplom feierlich überreicht. Es waren der Präses der Chewra Kadischa, Herr Kultusvorsteher Dr. Jakob Deutsch, und der ganze Vorstand der Chewra Kadischa erschienen. Herr Dr. Jakob Deutsch beglückwünschte Herrn Weiler zu dieser Auszeichnung, hob . des Gefeierten besondere Verdienste als Vorstandsmitglied und als ehemaliger Präses hervor und gab der Genugtuung Ausdruck, daß es ihm beschießen war, der Ue'berbringer dieser Auszeichnung zu sein. Dann beglückwünschte -der Obmann des Tempelvorstands, Herr Salomon Wei'tzm a n n, sowie Herr Sieamnnd S ch i ck l e r Herrn Weiler m dieser Ehrung. Herr Weiler dankte tief gerührt für diele Auszeichnung und versprach, auch fernerhin feine Kräfte dieser heiligen Bereinümng zu widmen. Prater Rethausverein „Testlach Jeschurun". Samstag, den l7. d. M., bvaina Herr H. L. Bergmann, Zdoke^ gäbe, in unserem Bethause seinen 60jährigen Geburtstag, aus welchem Anlasse dem verdienten Vorstaudsmitaliede seitens seiner Kolleoen und Freunde herzliche Ovationen bereitet wurden. Die Feier selbst würde mit einem Festaotttesdienste eingeleitet. Sr. Ehrwürden, Herr Rabbiner Weiß schildert in beredten und überzeugungsvollen Worten die vorbildliche Pflichttreue, die tief religiösen, ausgezeichneten Eharakteoeigenschaften dies Jubilars, worauf Herr Oberkantor Sam. Postulow einen „Mischeberach" wirkungsvoll zu Gehör brachte. Obmannstellvertreter Herr Heinrich Edelstein würdigte in einer schwungvollen Ansprache die Verdienste des Gefeierten. Nachdem noch in warmen Worten vom Obmann, Herrn Berrchard Mayer namens des Gesamtvorstandes dem Gefeierten ein Pokal überreicht wurde, fand die so würdevolle schöne Feiger ihren Wschluß. — An den hohen Festtagen hat in den von unserem Vereine arrangierten Filialbethause, welches von zahlreich distinguierten Andächtigen besucht war, Herr S. R e u nt a n lt, Oberkantor und Opernsänger, die Hauptsunktionen mit großer Wirkung ausgeübt und fand derselbe infolge feiner wohlaeschulten, prächtigen Stimme und Vortraasweise allseitige Anerkennung. Brigittenlmer hmmmitärer Nuterstützungsverein für Kriegsaritwen und -Waise«. Ein junger, ausstrcibender charitadivsr Verein, auS der Zeit der Not geboren, der unter der tatkräftigen Aegyde des Herrn Hermann Fischer steht, hat am Samstag, den 5. November, ln den Räumen des Hotel Continental ein intimes Fest veranstaltet, welches einen sehr a rmüscmten und auch materiell erfolgreichen Verlauf nahm. Nach dem Umsturz haben einige jüngere Männer aus der Brigittenau, die im Caf6 Neptun zusammenzukommen Pflegen, den Entschluß gefaßt,- obigen Verein ins Leben zu rufen. Ms besonders erhebendes Moment ist es zu werten, daß gerade dieser Verein es war, der in der richtigen Erkenntnis sozialen Fortschrittes, den Anstoß dazu gegeben hat, daß alle im Bezirke bestehenden humanitären Organisationen Hand in Hand miteinander arbeiten; und so kann mit Genugtuung konstatiert werden, daß viel Gutes und Schönes in unserem, von ärmeren und ärmsten jüdischen Schichten so stark bevölkerten Bezirk stetig geschaffen wird. In Bezug auf Waisenfürsorge hat sich der Verein große Ziele gesteckt, sogar einen Waisenhvnnfonds geschaffen und bereits Waisenkinder in bestehende Anstalten auf eigene Kosten 'dauernd untergöbracht. Es wird; von dem Vorstande eine überaus rührige und zielsichere Tätigkeit entfaltet, und war das stattgefunidene Fest das fünfte in der Reihe seiner Veranstaltungen. Dasselbe zerfiel in ^rei Teile: einer Akademie von vorzüglichen Kunstkräften bestritten, einer amerikanischen Versteigerung mit leidenschaftlichen Ueberbietungen, sodann wurde von der Jugend, im Hochavfühl des Wohltuns, getanzt. Barmizwahfeiern. Samstag, den 5. d. M., fand im PazmanÄentempvl die Konfirmationsfeier des Studenten Hans Steiner. Sohn «des Herrn Med.-Dr. S. S t e iner und seiner Gattin Helene geb. Beer, statt. Rabbiner Dr. S. Funk mahnte in einer eindrucksvollen Ansprache den Barmizwcchnten, die -guten Lehren und edlen Regungen, die er von seinen hochgeachteten Eltern uvd von seinen braven Großvater, Herrn Mrektor H. Beer empfing, ins Leben mitzunehmen. — Samstag, den 29. v. M., fand gleichfalls im Pazmanttentemvel die Barmizwahstier des Stüd. Georg Stei n, Sohn deS Herrn Siegfried Stein und seiner Gattin Ros -a, statt. Zu dieser' schönen Feier fanden sich viele Freunde und Verehrer der allgemein geschätzten Familie ein, die dem Konfirmanden, wie besten Eltern herzlich beglückwünschten. Sr. Ehrwüvden Herr Rabbiner Dr. S. Funk hielt eine zu aller Herzen gebenden Ansprache an den Barmizwanlen. Trauungen. Von den zahlreichen Trauungen, die in den letzten vierzehn Tagen im Pazmanitentemvel vorgenommen wurden, seien besonders erwähnt: Die Sonntag, den 30. v. M., stattaefundene Trauung des Herrn Otto Körner, Sohn des Großindustriellen I. K ö r n e r, Präsident der israelitischen Kulttrsgemeinde und Vorstandsmitglied der Chewva Kadischa, in Noutitschein, NeGe des langjährigen Vorstandsmitgliedes dieses Tempels Albert Körner, mit Fräulein Jbi M o l n a r, der Tochter des ehemaligen Reichsratsabgeordneten Jenö Molnar, Budapest. In seiner Ansprache an das Brautpaar betonte Rabbiner Dr. S. F u n k die voMldlichen Tugenden der beiden Väter des 'Brautpaares, würdigte deren Wohltätigkeitssinn und ermahnte das junge Paar, diesem leuchtenden Beispiele nachzueifern. Die zahlreich anwesenden Mitglieder der Familie Korner hatten bei diesem Anlässe für Tempelzwecke Zuwendungen gemacht. ■*- Am selbes^ Tage fand auch die Trauung deS Herrn Richard Weiß mit Fräulein Elvira Kohn, einer Nichte deS bekannten GroßkaufmannoS Rudolf H au f er, statt. Mit zu Herzen gehenden Worten sprach dsr Rabbiner von der aalten Tradition, wonach in einem prächtigen Zusammenwirken! wie. es den Familien Hauser-Stern stets zum Segen gereichte, für das Brautpaar die Bedingung

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