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Die Wahrheit · 1921-11-10 · Heft 22 (10.11.1921) · page 8

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1921
Issue
Heft 22 (10.11.1921)
Date
1921-11-10
Page
– (sequence 8)
Language
German
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»ora-nging uitb jeinen Leichnam in schlicht« Weise zu bestatten hinterließ. (Moöd k-atcm 37; Kethub. 8 a; Tvsepht-a Nidah Mschn. 9.) Die antike Sage erzählt von dem Liebling der Aphrodite, dem schönen Ado ni ß, der ans der Jagd Lurch Len Zahn eines Ebers ums Leben kam... Daher beding man in Griechenland und Rom um die Gommer- Sonnenwende das Adonisse st, wo an ersten Tag von den Frauen der Tod des schönen Jünglings beklagt, am Weiten seine Auferstehung mit ausgelassener Frerön gefeiert ward. (Webers Lehrb. d. Weltgeschichte, I., 'S...110.) Mit Recht behauptet Weber a. a. O., diese Sage scheine „orientalischen Ursprungs" zu sein; vgl. Ezechiel, Kap. 6,14: w'hine schom hanaschim joschOoch m'bakoch eth hatamus. . Vgl. den Artikel Tamus in der literarischen Beilage deS „Kalender für Israeliten", Wien, 1905—1906, von Leopold Mandl (Horn, N.-Oest.). * Persephone wird verurteilt, die Gattin des Hades zu werden, weil sie in der Unterwelt von einem Granatapfel (Symbol der Fruchtbarkeit) gegessen. (W^-er a. o. O., S. 111.) E v-a, die Mutter aller Lebenden, genießt nach der Bibel 1. B., Mose, Kap. 3, 6f., von der -Frucht des Baumes der Erkenntnis. Hier also ist es nicht der Granatapfel, das Sinnbild der Fruchtbarkeit, sondern der Baum der Erkenntnis; weiters nicht der Hades, die Unterwelt, sondern das Eden, welches Gegenstand der biblischen Kosmologie bildet; vgl. die. Kontroversen der Agadisten über den Charakter der Paradiesesfrucht, (Sanh. 70; Bemidb.! t. 10), ferner die Eiche im Heiligtum zu Dodvna in ) Epsiros. (Weber a. a. O., S. 115.) * Die alten Reudiger, A v i o n e n usw. hatten den Glauben: Ihr Priester folgt den von Kühen gezogenen Wagen in Ehrfurcht... (E. Huhle, Deutsche Kulturgeschichte.) wajifchowwah haparoth baderech... w'ssarns hap'- lischtim hol'chim ach'rtzhem ad g'bul bßch schemesch: I. Sam., 6, 12. <- ... touto de chen'vntos auton ptarüntai titz. . . es nießle jemand vsonos tore Dios. «in -günstige- Borreichen ist das Nirßen. (Fortsetzung folgt.) Das fünfundzwanzigjährige Tempeljubiläum im x. Bezirk. t Die schonen Festtage der jüdischen Bevölkerung Favoritens sind vorüber. Der Monat Dischri stand im Zeichen des 25jahrigen TempÄjubilaums. Daher ziemt es sich, einen RücMick auf die vergangenen Dage zu werfen. Die Wiener israelitische 'KultnsgemeiNde hatte viele Jcchve hindurch keinen neuen Tempel gebaut und wollte jemand von den äußeren BPirken Wiens einem feierlichen Gottesdienst beiwohnen, so war er gezwungen, in die Stadttempel zu wandern, und da ein feierlicher Gottesdienst nur an Sabbaten und hohen Feiertagen stattfand, konnte ein halbwegs frommer Jude sich -an einem schönen Gottesdienst, des weiten Weges halber, nie erfreuen. Dies galt also auch von den Favorrtner Inden. Erst im Jahre 1895 gelang es dem damals rührigen Vorstände des MraMchrn DempslEmmS im 10. unt« d« Patronanz des mm seligen Hervrr- Karl Seligmann und des jetzigen Obmannes Herrn Jakob S.Straßb e r g, eine Baustelle im 10. Bezirk, Humboldtgasse 27, anzukausen und einen Tempel mit einem Fafsungsraum für 850 Personen zu -erbauen, so daß am 5. September 1896 der Tempel seiner heiligen Bestimrmrng zugeführt -werden konnte. Wir konnten also mit großer Genugtuung zufriedenen Herzens in diesem Jahre das Fest des Löjährigen Bestandes unseres schönen Tempels feiern. Schon am ersten Noujahrstage wies unser sehr beliebter Rabbiner Herr Dr. A. L. Dt and e l auf dieses denkwürdige Ereignis hin, pries in schwungvoller Rede die großen Verdienste, die sich der damalige Vorstand durch die Errichtung des Gotteshauses erwarb. Er hob besonders hervor «die Wichtigkeit des vor 22 Jahren von Herrn Jakob S. S t r a ß b e r g, Herrn Moritz Fakt i sch ek und nochamder-en eifrigen Juden des Bezirkes ins Leben gerufenen Schulvereines, inwelchem jährlich an zirka 300 Kinder unentgeltlich in jüdischer Geschichte und Literatur Unterricht erteilt wurde, wodurch dam israelitischen Tempelverein eint neuer jugendlicher Zuwachs erblühte. Allerdings unterließ es unser Rabbiner zu sagen, daß mit seinem vor 22 Jahren begonnenen Wirken in -unserem Bezirke das Mische Leben sich erst recht entwickelte. Er entwickelte 'ferner in seiner Rede am Schemini-Azereth-Feste, welcher Tag -vom Vorstände zur Feier des TLmpeljubiläums angesetzt war, die erfreuliche Tatsache, daß es -dem Obmanne vor drei Jahren gelang, das an dm Tempel -angrenzende Haus, Humboldtgafse 25, preiswert anzukausen, in welchem nunmehr die Schule und der Wintertempel zweckentsprechend eingerichtet wurden,! wobei sich der Obmannstellvertreter Herr Adolf Reiß besonders große Verdienste erwarb. Schließlich gedachte er in warmen Worten des 25jahvigen Dienstj-ubiläums des Herrn OberLantors Joses S ch l es ing« r, welcher nach seinem besten Können und Wissen den-Gottesdienst zn verschönern suchte. Anschließend an diesen Festgottesdienst fand eine Festsitzung des Vorstandes im neuerrichteten Wintertempel statt, zu welcher die Einladung an sämtliche Mitglieder ergieng. Bei dieser Sitzung waren als Gäste anwesend: Für denKultusvorstand Herr Dr. Kr en der ger und die Vertreter des 4., 5. ustd 6. Bezirkes, sowie des Vereines Ansche Emech der Zionistischen Bezirkssektion im 10. Bezirke und andere. Die anderen Tempelvereine haben des Festtages wegen nur schriftlich ihre Gratulation 'übermittelt Hier 'begrüßte der Obmann Straßberg die erschienenen Festgaste, lud zum Schehechjanu ein und erteilte Herrn Vorstandsmtglied Armin Klein das Wort. Herr Klein suchte in chronologischer Reihenfolge die Entwicklung der Tempelgeschichte des 10. Bezirkes zu erörtern und fand' lebhaften Beifall, alls er die Verdienste hervorhob, die sich diejenigen Herren erwarben, welche das heutige Fest ermöglichten. Besonderen Dank und Anerkennung zollte er unseren verehrten Herrn Rabbiner, Herrn Dr. Mandel, der nicht nur als Rabbiner, sondern auch als Leiter der Schule zum Segen des Bezirkes wirkt. Mit dem besten Danke an die Erschienenen und der Bitte, auch fernerhin die heiligen Institutionen im 10. Bezirkes zu unterstützen, schlug der Obmann vor: Der Vorstand möge -aus Dankbarkeit für den in Gott ruhenden Obmann Herrn Karl Seligmann in der nächsten einzuberufenden Generalversammlnng seine Gattin, Frau Bertha Seligmann, zum Ehrenmitgliede «des Tempelvereines im 10. Bezirke ernerniett. " Meter großem Beifall schloß et die Sitzung. St.

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