Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1921
- Issue
- Heft 21 (27.10.1921)
- Date
- 1921-10-27
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
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Seite 9 Nr. 21 tU«i|t|ii» opfert werden müßte, eine' «uS Teig geformte an de» Älttzr/Wkckgrch AcuKMP. - Ähnliches findet-stch <4. Buch Mose, 19, bei dem roten Rinde, welches zur Asch« vEannkWch Reinigung für Personen diente, die durch Leichname fich verunreinigt hatten. Doch wurde auch, in . Ermaygkmg eines solche^ ein anderes! für das schwerste GÄd angskauft. (Bgl. die talmudiische Erzählung von.Dima den Rethma.) Dies (das Herauslocken der Syrakusaner a»^ Syrakus nach Katama) war das beste, was N ik iaß wÜhrerü» seines Kommandos in SWien. yüsfühvte. Dadurch lockte er die ganze Macht dOFeindvs heraus und entblößte die Stadt (Syrakus): von. Mannscho^t, indessen.«her fuhr er von Katana ab, bemächtigte sich der Häfen .,. (Plutarch, Rikiias, S. 135.) Vergteche genau densÄben krÄyerischen Vorgang unter Josua bei der Eroberung von Ai. ^(Josüa, 8, 3.) ,« ' Die antiken Heersührvu. versprachen por chrew Auszug in dis Schlacht dem Sieger ihre Tochter zur Ehegattin; wovon namentlich Plntarchs Lebensbeschreibungen viele Beispiele (vgl. u. S. HO) bieten. (Plutarch, PeloPidaS, S. 132.) Vgl. damit Josua^ lü, 16, und Richter, 10, 12. /Marens Cr asf uS, auf. der Flucht vor MariuS, wagte es nicht, sich jemaichem zu entdecken.sondern wandte sich nach dem am Meere gelegenen Landgut des Dibius Paciacus, welches eine geräumige Höhte enthielt und perstectte sich daselbst. Die Höhle hot reichen Kchcitt von Lust, Licht: und Wasser und Vibius PaeiaeuS brachte dem Flüchtling dahin Speisen in . reichlichem DHche. (Plutarch, Crassus, S. 161 f.) Dasseche hören wir von M SMonhen Jo chai, der gleichfalls^ 13 Jahre vor den ihn verfolgenden Römern in einer Höhle Zuflucht fand^ (Midr. Esther s. v. gam wafchtr; vgl. Ber. R. ,KaP. 79.) . ' Die einzelnen Momente beider Begebenheiten sind so auffallend ähnlich, 'daß eine. AbhängWeit der «men von der anderen sich aufdrängt. v Als C r a s s n s sein-H^e«'bei Zeugma (ein Städtchen der Westseite, des Ml, nordöstlich von HievapoliS) über den Euphrat fetzte, da fugte es sich, daß de» Soldaten Aeich nach dem Uebergang bei der ersten^ Austeilung der Lebensmittel L i nf en und S,a l z gereicht wurden-, welches, die Römer für ein Tvanerjeffen halten.: V , Ptto4 Cvaffus^ 166.) a daschim ffimon Aböluch... Schülch. Ar. p. D. Hilch. AbSürth. . . - .. .■ .' - Weil Pu bliuS nicht imstatwewar (int Kampfe geghnrdie Parther), feine von^ einem Pfeils durchbohrte Hand zu g^vauchen, so 'befahl-.er. seinem Schildträger, ihn mitNem Schwerte zu durchstoßen- und. hiBt ihm die Seite , hin. ' ^(Plutarch Crassus 197.) (König S a u l: -1. B. Sann 31^ 4.) . Rach der Ermordung, des'Marcus M-a r ins durch Lucius Catalina ging dieser zu dem Woihekesiel des nahegelegenen Tempel dä Apollo, :wü er seine Hände wusch. (An dem Eingänge eines jedemDemfE 'hing ein Gefäß aüs'Stein oder Metallmit heiligem. geweihten Wasser «ngeMt, wovon diejenigen, die zn einem Opfer gingen, ihre Hände waschen mtd sich reinigen müßtemArmrerk. Doktor Güthlmgs.) / (Plutarch, Sulla, S. 216.) Bgl. L B. Mose 30,/18^ .?! ' , , ' (Fortsetzung folgt) -; Wahrheiten vom Tage mm Der judenscheue Ratwirmrat. Furchtbar schvere Zeiten sind über die deutschvsterreichische Republik hereingebroche-'.. In aller Welr herrscht betreffs der Karikatur eines Staatswesens die Auffassung, der Anfang vom Ende sei gekommen. Ader am Grabe noch pflanzt man bekanntlich die Hoffnung auf. Warum nicht auch am Krankenbett dieser unglücklichen Republik. Bon aller; guten und böstn Geistern verlassen — zu den legren zählen wirdre alliierten und assoziierten Mächte — sucht der optimistische Oeftnreicher den verlöschenden Lebensfunken anzufachen wü» ruft nach neuen Aerzren an Stelle der Quacksalber, die ihn so arg heruntergrbracht haben. Wieder ist (zum wievielten Male?) der M-nisteclausch vorgenommen worden. Es wurden schüchterne Stimmen laut, daß man das allerwichtigfte Portefeuille der Finanzen einer jüdischen Fachautorität anvertrauen möge, Sämtliche sich staMSerhaltend dünkende Parteien des Nationalrates hiäten einen solchen Gedanken für fast hochverräterisch, obgleich ihr Ideal, daS Deutsche Reich, in ähnlich schwieriger Wirtschaftslage den Juden Walter Rathenau mit der Aufgabe des Wiederaufbaues betraute und der Kanzler ihn gegen die Augeiserungen der nationalen Antisemiten perfönlich deckt. Deutschland ftcht aber mit seinem Mut der Entschließung nicht vereinzelt da. Bekanntlich hat England einen Juden als Vizekönig von Indien bestellt. Dis neuem Geschichte kennt eine ganze Reche jüdischer Frnanznrrnister. In Italien waren es Luza.tto und in diesem Jahrhundert Tedesco. In Frankreich Fould. Gehen tm noch weiter zurück, so finden wir, daß die maurischen Könige und selbst Päpste jüdische Finanzmiuifter, Kardmäle und italienische Fürsten jüdische Vermögensverwailter hatten, gegen deren Begabung und Redlichkeit kein Zweifel 'bestand. Dafür -bezeichnet man jene Aera als finsteres Mittelalter, während es bei uns heroischer Kämpfe bedarf, um nur einen jü>dischen Sektionschef für Finanzen durchzudrücken. Stimmt an mit Hellem hohen Klang: O du mein Oesterreich! Ein Tip -es Optionswaber. Die Optronspraxis des österreichischen Bundesministers Dr. Waber hat sich zu. eilten öffentlichen Aergernis gestaltet für alle, .die 'auf Gerechtigkeit «und politische WohlanstandigkeÄ! 'bei höheren Verwaltungsstellen Wert legen. Man ist in Kultuvftaaten der unersthütterlichen Auffassung, daß Regievungsmitglieder ihres Amtes ohne Anfehsn der Person oder des Geburtsscheines walten sollen, und daß sie ihr politisches Gkcmtbens-beken-ntnis draußen lassen müssen, wenn sie die Tür des Kabinetts hinter sich geschlossen haben. Herr Dr. Waber, österreichischer Bmä>esminrfter des Innern, ist über derlei Binsenweisheit erhaben und macht gar kein Hehl daroöiS, daß er die Juden, ob östlich oder nicht, als Bürger zweiter Klasse werte, die man möglichst ferne halten müsse. Wenn dies bloße Privatansicht des Herrn Innenministers wäre, konnte man sich darüber himvegsetzew, aber er verstand es, mit diesem „Geist" auch seine Beamtenschaft zu erfüllen, und die Auswirkung zeigt sich darin, daß die Optionsgesuche der österreichischen Staatsbürgerschwst grundsätzlich, das heißt bedingungslos abgewiesen werden. Wenn -bei diesem Verfahren die beschworene Verfassung einen Klaps wegbekommt, so hat dies wenig. m. sagen gegenüber dem Umstande, daß Dr. Waber des Beifalls aller großdeutschen judenfeindlichen Gesinnungsgenossen stcher sein kann. Daß es ihm tatsächlich in dies« Sache nur um 'das Prestige zn tun ist, beweist der Tip,