Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1921
- Issue
- Heft 21 (27.10.1921)
- Date
- 1921-10-27
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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BoWouunenheit zeigt. DieWahrheit d« Liebe, die Wahrheit der Gerechtigk^ und die Wahrheit öes Frickens will ich sehen und verstehen! ' - Langsam erhebt pch meine Seele in die Höhe und schwingt sich bis zur jener reinen Atmosphäre empor, die von jedem irdischen Einflüße befreit ist und in der die Natur in ihrer ganzen Göttlichkeit und Gott in. seiner ganzen Natürlichkeit zu erschauen ist. Ich weilte ha — ich weiß nicht wie lange. Waren es Augenblicke, oder war es eine Ewigkeit?! Ich weiß, es nicht! Was ich sah, hörte und fühlte? Ich kann'S nicht tmeberge&en — dafür gibt eS keine Sprache! Doch gibt es einen Führer, der jeden Menschen und zu jeder Zeit zu. jener schönen, reinen Höhe führen kann und dieser Führer heißt — Versöhnung. Triest, im Tftchri 5682. . Armin Goldberger. . Bund um den XU. ZionistenKongretz. m. BlLtterstimmeu. Auch im fernen Ausland, besonders in Nordamerika, ist man über die Nevzionisten, die beim Karlsbader Kongreß das große Wort führten, nicht.besonders gut zu frechen. So schrieb unter anderem Adolf L oew y in der . „Chicagoer Abendpost": Der Zionistenkongreß, welcher in friedlichen Zeiten in jedem zweiten Jahre stattgefunden hat und in Zukunft vermutlich wieder ein fünfmal ta jedem Jahrzchnt wiederkchrendes Ereignis werden dürste, ist die.oberste gesetzgebende Bchörde der von Dr. Theodor Herzl im Jahre 1896 ins Loben gerufenen zioni- Feuilleton Der halbe Ehsrog.' Bevor ein Gesetz die Freizügigkeit der mährischichlestschen Juden sanktionierte, waren die Judengemeinven in diesen beiden Ländern im Wohnrechte beschränk. Rach dem Patent vom 15. September 1798 wurden Liese in 52 Gemeinden eingeteilt. Nachträglich, 1829 bis 1831^ traten Berändevuingen in der Einteilung ein und das Resultat war fotzendes: Im Brunner Kreise waren 14, rät OlmLtzer 6, im Jglauer 9, im Znaimer 9, im Hvadischer 9, im Prerauer 4, im Troppauer eine, und zwar Hotzenplotz, die jedoch dem Prerauer Kreisamte unterstand. Diese Gemeinden zählten zu den geschlossenen Körperschaften. Im Teschener Kreise waren die Juden in lewer geschloffenen Gemeinde beisammen, sondern wohnten im ganzen Kreise zerstreut. In Trvppmr, der Landeshauptstadt von Schlesien, waren im Jahre 1848 die Familien Steingraber und Lazar, die einzigen Tolerierten. Steingraber bekamdas Recht, als Traiteur Är Troppau zu wohnen, um den zumeist Kar Wollmeffe hinkommenden Juden die ritueÜL Verpflegung verÄbvöichen zu können. Steingraber war oon Beruf ein Graveur, ein Künstler im Fache, und eine hochgeachtete Persönlichkeit, welche dem Judentums viel Ehre machte. 1 Troppau war ein -bekannter Stapelplatz für Schaf« wolle, die aus der nahen Slowakei gebrächt wurde, und viele jüdische Wollhändler aus Welch, Jägerndorf, stischen Weltorganisation, welche die nationalfühlenden Juden aller zivilisierten Länder umfaßt. Dieser Kongreß läßt sich den Parlamenten der verfassungsmäßig regierten Staaten vergleichen, besitzt aber weitaus größere Befugnisse. Die gesamte Oberleitung der Zionistenorganisation (G. Ä. C. und E. A. C.) wird auf dem Kongreße; gewählt. Die während der nächsten zwei Jahre zu befolgende PolitR wird diesen ausführenden Körperschaften während der wenigen Kongreßtage vorgeschrieben. Die Bücher der Organisation werden geprüft, die politischen und finanziellen Transaktionen der im Amte gewesenen Führer einer genauen und durchaus nicht schonenden Kritik unterworfen. Die bisherigen elf Kongreße verliefen daher mit wenigen Ausnahmen stürmisch und bewegt ... ES waren die vergangenen elf ZionistenLongvcße in Basel, London, Haag, Hamburg und Wien mchr oder wentzer Zukunftsplänen und der zionistischen Propaganda gewidmet. Seit dem elften Kongreße in Wien ist der Weltkrieg über die Erde dahingebvaust, hat Völker gebrochen und Völker erhöht, Millionen Menschenleben verschlungen^ und Hunderte von Milliarden an materiellen Gütern zerstört. Das heilige Land, die Sehnsucht eines jeden nationalbewußten Juden, ist der nwslemitischen Herrschaft entrissen worden. Brittania, die kluge Politikerin, hat den nationalen Gedanken des heimatlosen, aber geld- und einflußreichen Volkes der Bibel zu einem Äitsatze ihrer' Orientpolitik gemacht. Aus w e l ch e n U r s a ch e n, d a s steht nicht zur Disküssion. Die WeltpolÄik fragt' nicht nach sentimentalen Gründen. Die Tatsache der Balföurschen Deklaration besteht, und kann nicht zurückgerufett werden, so sehr es auch antisemitische Elemente, wie auch' aßimilrerte Juden der ganzen Wett möchten. (Dies ist von. Reichenberg und Waag-NeNstadtl fanden sich gern! zur. Messe ein. . Von der Ermächtigung nach Troppau zu kommen, machte die Juden gemeinde Hotzenplotz schon zufolge der Nähe den ausgiemgften Gebrauch. Die Familien Bert, Marburg. Lichtwitz. Reich, WeWsch u. a. waren die ersten Arckömnuinge. .Es wurde bald auch zur Adaptierung eines Bethauses am Niederrmg geschritten und Herr M. Marburg wurde mit Einstimmigkeit zum BethauSvorstcher gewählt. -Um in würdiger Weise seine Funktion im Gottes- . Hause erfüllen zu können, ersuchte Herr Marburg den. Mitcmkömmling von Hotzenplotz, Herrn Reich, der als Konfektionär oft zum Wareneinikauf nach Brünn fuhr, ihm dort einen tadel-losen schönen Seidentalles mit Goldborte zu besorgen. Reich kaufte in Anbetracht der immer neuankommenden Hotzenplotzer gleich zwei- Seideintalars. Der für den Herrn Marburg besorgte Talles wurde gebührend abgeliefert, während der zweite in einem Kasten verwahrt wurde mit der Bestimmung, gelegentlich verwertet zu »werden. Die Ehegattin Reichs war aber geschäftstüchtiger als ihr Gatte und war -der Ansicht, daß dieser zweite TalleS dem Herrn Baron von Stablowitz, ein , Ort nahe Troppaus, als moderner Herbstschal offeriert werden könnte. Reich war damals Hausjude des Stablowitzer Barons. Dieser Meinung schloß sich Herr Reich an. Der ' Talles wurde als moderner Herbstschal dem Herrn Baron angeboten und als feinster SeidensHal auch vonikm gekauft. Eines Tages ftchr der Baron zu Herrn Steingraber! nach Troppau, eine Petschaft mit Famuisnwappen zu be-