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Die Wahrheit · 1921-09-29 · Heft 20 (29.9.1921) · page 6

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1921
Issue
Heft 20 (29.9.1921)
Date
1921-09-29
Page
– (sequence 6)
Language
German
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über ihr Aktions |> r o .g r a m ry zuändern. Das Ziel bleibt das gleiche'/ dst'Mittel'stnd auszuwechseln. Der jetzt m Gluchitze dampfende Nationalismus der-Araber dckrfmicht gegen den Zionismus mißbraucht werden. Der Jivnis mn s hat st ch d amt t äbzu f i n b en, da ß Pa lä st ina - s e ine in terna t ional änerkannte Heimstätte g e w o r d e n ist und daß er mit gleichem Recht an der Regierung Lei lnimmt. Alles übrige ist Sache der geistigen und materiellen Ueberlegestheit. Das - ist d as Programm des neuenrevisionistischen Zionismus. - LaubhüktenseNfledanKen. ' Restste man uns immerhin Idealisten - Mer gar Utv- MW,'tvÄn'tvÄ^lWch-in diesen ^Tagen, nachdem derfürch> tevlichste aller unseligen Kriege und die noch fürchterlichere Nachkriegszeit in den Reihen unserer Glaubensgenossen das schrecklichste Elend, schwere Bedrängnis und Heimsuchungen verursacht haben, noch immer an die Verwirklichung jener Ideale -unerschütterlich-glauben, die unsere Alten mit dem Laubhüttenfeste in Verbindung gebracht haben. Die Pflicht, ,,j» Hüttm zu wohnen", galt in Mer Zeit nur für alle Eingchoretten in Israel; dadurch sollten ferne Geschlechter eHMren, daß die Kinder Israels in Hutten wohnten, da sie gus dem Lande Mizraji-m herausgesührt die. starke Hand Gottes. ,Die Zelte Israels" würden aber schon zur Zeit der Propheten zur Hütte des Friedens und das GÄet, ^auszuspannen die Hütte des Friedens über Israel und über Jerusalem", wurde an jedem Sabbatheiugang benagten Herzens gesprochen. Der mnE Wunsch, ,/wieder aufzubauen die verfallene Hstüe Davids", w ar m den Tagen des Mittelalters der begreifliche' und verstämÄliche Ausdruck für die Sehnsucht, aus den engen Faseln und .aus der drückenden Not hvvausKubommen, in der sich die Bckkenner des jüdischen Glaubens fast überall befanden; aber ihre Anschauung blieb bei diesem Bilde nicht hcflten, schon in talmudischer Zeit wurde das Davidszelt zu einer Hütte des Friedens für die ganze Menschheit erweitert.;rr- Der historische Charakter des Festes trat hinter dem systckokHchen zurück. Es fft das ein beachtenswerter Fingerzeig - Mr die richtige Schätzung jener Periode, die leider noch, nicht , überall, selbst in jüdischen Kreisen nicht zu finden ist. Das Laubihüttenfest ist in den Anordnungen der Heiligen Schrift für den Opferdienst besonders reich bedacht. Die Zahl der an den ersten sieben Tagen des Festes ^rgebrachten Farnen betrug siebzig und nach talmudischer Deutung sollen diese 'den siebzig Weltvölkern entsprechen, für die Israel sie als Sühneopfer gebracht 'hat, ein pÄensalls für den 'humanen Geist der Lehre .und. der Lehrer bezeichnender und beachtenswerter Zug! Noch wichtiger und merkwürdiger. aber ist der Ausbau der Gedanken, mit denen, die talmudischen Lchrex das Fest sÄbst und alle Bräuche des.Talmuds erfüllt haben. .Man kirnst ohne Üebertreibung sagen: Das Laubhüttenfest ist erst durch sie -ein Fest des Menschheitsgedanksns geworden! End es Mre nicht schwer, dies bis ms kleinste DetaA,^ ja bis in die Schwingungen'des Luläb nach allen Weltgegenden nachzuweifen. - Mit einer wahrhaft üppigen Phantasie hcLen sie'diesen Gebaren weitergeführt und mit naturmychölogischen Bo'rstÄm^jeßp-verbunden, die sie als dichterischen Schmuck für chrePresti-gten verwerten. DM größte -Ungcheuer der TiÄ« nstlt^dvsdie Apokalypse mit dM Gericht der Sündflur in Verbindung bringt, wind in - der talmudflchen Dichtung dazu bestimmt, dereinst beim: Festmahl. im Paradiese den Gerechtenaller Völker als Speise zu dienen. Aber die r obb m ische Allegorie «begnügt sich nicht mit. dieser phantastischen Tiersymbolik. Die „Hütte: des;• Leviathan" wird ihr durch eine-hübsche sprachliche Deutung des: Wortes (Lwjat-Kranz) zunr Westpalast -der geeinigten. Menschheit. In ferner Zukunft wird der. Herr aus der Haut 'des -Leviathans eine Hütte für die Gerechten machen und den Rest breitet er über die Mauern . Jerusalems aus, daß. besten Strahl, bst Welt erhelle, wie es heißt ist der . heiligen Schrift: „Und -die Völker wandeln nach deinem Rechte und die Könige ch dem Glanze deiner Strahlen." ■ . ., H st alten Lehrer..haben also ernstlich an die. Mrbrüderung der.. Menschen gedacht und. geglaubt. - In -'der Wahl derHastvrah.zum ersten Tag des Lauibhüttenfestrs haben sst das ausdrücklich bezeugt. Dort wird ber >furMdare Tag des Weltgerichtes mit glühenden Farben gch schildert, aber nicht nur der Tag des Weltgerichtes, sondern auch der 'der Versöhnung. „Und es geschieht, am selbigen Tage wtt'd fließen Wasser aps Jeruschalajim, hie Hälfte in das östliche Meer und die Hälfte in das westliche Meer. Im Sommer und Winter blecht es so. Und Adonaj wchd König sein, über die ganze Erde; qm. selbigem Abend wird Adonaj einzig sein und sein Name einzig... cklndes geschieht: Alle, die verschont gMieben von iden Völkern, die rverden hinäufzichen Jahr für Jahr gen Jerusalem, sich bücken vor deyr Könige, dem Echigen^dW. Heel^chaachn, um zu feiern, das Fest der Hütten." (Sacharmh 14. 6. 9. Iß.) Es wird immer ein Ruhmestitel der jüdischeNEthü bleiben, daß diese. Anschauung durch das ganze Mittelalter bis auf die ne-ue Zeit sich mit einer. Zähigkeit ohne gleicher: innerhalb des Judentums fchtgeihalstn hat. Dre strotzs Zukunft für' Israel und für' die Menschheit ist die' 'Kröustng aller, prophetischen. Visionen. Sie ist huch der Kern, und' der MWelpstnkt aller Deutungen und Dichtungen der Hasttdah, die sich am meisten um das Laubhütstnfest gruppieren.' '' Es ist sehr natürlich, haß die große künftige Meltprdnustg -auch die Äeredlung der Menschen imGchplgehÄen wird. Wenn Renan behauptet, daß alle huriMÄärest Träume wDerspr-nchsvoll seien, so kann erdstswohl bei der französtschen Revolution, bei dem Hea'Är Eosytdpöli- .ttsmus der 'deutschen Klassiker und auch bei dem modernen Sozialismus' Nachweisen, nicht. aber 'bei. dem Mestcheal dar Propheten.' und.Rabbiner. Dieses WUtidoälzstbt sich wie ein roter Faden durch die heilige Schrift, dürch^die Reden der Propheten, durch die Gleichniste des Tchlstmds, 'durch . die Homilstn des Midraschs durchSieSitteulehven der Rabdister, durch die SyrrckwledesVersöhnungstages/wiedurch die Gebräuche des Larlbhüttenfchtes. //, / ■ ■ Israel ist mit Recht das Volk der Hoffnung gonanstt worden. Durch alle Zeiten hat beb' Jude bst schöM italienische Devise befolgt: dta svvro. Nichts vernstchte chn zu errtmuttgen, nichts zu/ täuschest nichts irre zu. MW, nichts seinen Glauben ahwenpig zu machen.' Änd weil' die Zukunft ja doch den Menschen gehört, die noch/.' nicht. Mttauscht sind und dstr Mauden äst die Menschheit im.He^p tragen, darum ist es.Israel sicher stoch porbchalstn, ist.hsst letzten großen EntscheidustgMnchfen der Vö lker Und Rasten das erlösende ustd. befreiende Wort mitzusprechest.Mag immerhin noch dichter Nebel diese Zukunft verhüllest, wir glauben an die Verheißung unserer Propheten 'Und wir feiern unser Laubhüttensest trotz allÄr Hasses und' aller VerleuEungen in der schien Überzeugung, daß eiste Hütst des Friedens sich derma.l ausbxecken ^wÄe üW Israel und.die ganze MenfchhÄtr'^'^c/ - -

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