Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1921
- Issue
- Heft 19 (15.9.1921)
- Date
- 1921-09-15
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
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DieAachrheir Seite - Nr. 19 einer an Huurcmckät ahnten Zeit rSgistrikjck zu WÄrden: 1,'Dst Gmppe Oberland des Selbstschutzes Ob-WWösten hat keine anitifenrW-sche Tendenz. Wenn «durch AttsschwertuiNgen e-mzelner. dieser Gilndnuk fälschvich erweckt mnvde, so'kann L»ies von seiten idvr Gruppe Oberland rmr bädrmert werden? 2. Me Gruppe Oberland dies Selbstschutzes Oibürschlesien? hat jede mnejchakb ihrer Formation gEMbene Nntisemi tische Propaganda mit Korpsb^fehTyom 18. Juni verboten, die Enitstrmtng des Haketllreuzes -auf den SAlchlhelmen einiger Oberländer wurde mit gbeÄchem Besthl angjeordnet. 3. Es ist unrWitz, daß die Gruppe Oberland des Selbstschutzes Oberschikefien keine Juden anstkiiMmt, es befinden sich in dieser Organffadiün mehreve Inden. 4. Es ist Me Verleumdung, Mß diktz Gruppe Oberland des Selbstschutzes Oberfchlesiett nach Beendigung der -Kämpfe dörtselbst „den Juden Nie Köpfe einschwHen" wolle. München, den 29. Juni 1921.Sekbstschutz Oberschlesiey, Gruppe Oberland,, MostNgandiaEMLnig, gez. Dr. Römer. Krieg den Kindern!' Wahrhaftig, es ist so «Äwas möglich, ja sogar vollendete Tatsache! im MvanziAten Jahrhundert, daß irgend» 'ein bedauernswerter Idealist auch das Jahrhunidech des Kindes genannt 'HM:.- Mer unterscheiden wir genau, der Krieg richtet sich Migen das jüdische Kind urch -da wird man auch den Femd nicht lange suchen müssen. Es ist der Arier deutschen -Stammes. Das denkwürÄige Schlachtstld -befindet sich zwischen Baden und Vöslau, wo bekanntlich An Sommer der Gegner in mächtigen Schiwarmlinien streift. Der Umstand, daß vor einigen Tagen ein! jüdischer KmderhiMkag veranstaltet wurde, lockte sofort -ein Detachement «Mpferer Deutsche aus den Plan, die mit papierenen Kanonen d<^ Feuer eröffneten. Es waren AnschlaMetkell. Achtung, Deutsche teinen HEer lfür jiidische Kinder! Ein südifches Blatt hat sich darob ohne Grund sehr «MiMregjt. Nur ruhig Blut! Was - ein richtiger Deutscher' ist, '«Dt auch ohne den- Wawungsruf: Achtung, leinen Heller für jüdische Minder, manchmal sogar für christliche nWs -und laßt das Geben anderen zu. Sogar Juden, wie es die «Sammelbögen der verschiedensten KinderhilssMtidnen bewiesen Haben. Im Wande-l der Zeiten halben auch. manche Begriffe Aenderungen erfahren. So ist' es - auch dem Deutschtum ergangen. Bisten ist es ein Synonim für Antisemitismus. Kwrn uns also der Angriff auf jüdische Kinder überraschen oder empören. Die -alten Deuten tranken immer eines, bevor sie.in den Kampf gingen, aber ihrem germanische Freiheitssinn widerstrebte es, die unter ihnen zerstreut lebenden Juden zu verfolgen. Das hob erst an, als sie ihr naives Heidentum der Macht des 'Feuers und des Schwertes unterliegend sich bekehren. Aber das Evangelium der Liebe wurde ihnen nicht ^verkündet, weder auf den KönMien. -noch durch Missionäre, Mit den KveiuWgen «begann das Judenmorden in 'Deutschland, sozusagen «ansstaaksstnia^rMrn Motiven. Wie'gerne würde es von den Epigonen jener 'großen Zeit noch heute geäibt werden. Sintemal es bescheret man sich mit igMgeMichier Msinatlbeit. Bon dieser Art ist «die Baden-Bösbauer Kampfepifvde: Keinen Heller st'ir jü-drsche Kinder. Die Wienerwnld-TMtzoneu .haben einen vollistänidiostn «bMgenSieg ' zu verzeichnen. Cs-«kostete! sie bis -auf die Äbevflüffilgen MiMte tatsächlich MnenHeller. Um den Spaß -vo Wommen zu machen, , meldet das obengedachte jüdische Blattt, -«daß,jd«r Bürgermeister von «Baden das Bortzehen «der Dsutschmüionüen mit scharfen Worten kritifieM". -Wer lacht da nicht? Der Äntijs'enEsche Bürgermeister 'Herr Kollmann gegen Antisemiten. , UW B«r Nah »md Fern MI Westungarische Zufaüslmrneu. Nach emern slowakischen Spri^vort soll man erst „Hopp!" rasen:, bis man den Graben Äbevsprungen hat. Unsere DageMätter aller Parteischattievnngen hcchen sich diese schlichte BoAswahrheit Mcht vor' Augen gchalten. Sie «schrien ihr jubelndes ,.Hopp!" am Tage Vor dem Einmarsch der Ovdmmgsorgane Oesterreichs in WesArngarn und tagen richtig als- 'bald unsanft auf der Nase. Zu geschehenen Dingen und 'begangenen Fehlern läßt sich nicht vick sagen, höchstens eine Warnung'für Äst; Zukimft. Aber einige tragikomische westungarische Zutfallslaunen dieser denkwürdigen Tage sollen nicht übers-eHen werden. Ein Wiener nahm das Bvvrucken der österreichischen Gendarmen als wilRommene Gelegenheit, ' mitjzumar schieren. Wo hatte er es bequemer haben «können? Mer er geriet den trmMeiHanischen Banditen Ar die Hände und nur tz^er ZuisaA, daß der «befehlende Offizier in ihm einen Kriegskameraden erkannte, verdankte er «das Leben und «die BÄehrung: „Du «kannst von- Glück sagen, daß du kein Jude bist, sonst wärst du nicht davongekommen!" Daran erkennt man die Pappenheimer des Herrn Horthy. Berschkechterung der Lage m Palästina. Die „Times" meldet: Reisende aus Palästina bringen traurige Nachrichten. Die Sicherheit der Bevölkerung im Norden besteht Äbechaupt nicht. Jeden Tag kommen Banden von jenseits dds Jordans, wo Emtör Abdullah herrscht. Es haben mchrÄve UvbevsMe stattgesunden, ohne daß di« Täter gefaßt worden sind. Die Stimmung gegen di« Juden wird täglich schlimmer, midi es'find Anzewhen da, daß es wieder zu Msammenstößen zwischen Inden und Araber kommen wird, wenn die arabische Delegation mit leeren Händen heimkehren wird, oder wenn die Regierung die Araber bestrafen wird, welche die Kolonie überfallen haben. Die älteren Einwohner erklären, daß die Türken eine bessere Ordnung zu hallten verstanden hüben (als die Mandatarmacht unter Sir Herbert S a m u «e l?). Die PakästmMiegierung halt wohl eine Gendarmerie geschaffen, «diese ist aber zu Aeiin. Es wird kein Frieden im Lande sein, bis man dem Lande eine Regierung geben wird, «die sich auf den WMen des Balles stützen wird, und eine proportioneille Vermietung. Das Londoner jüdisch^ Tagblätit „Die Zeit" «bemerkt hitezu, daß dieser Bericht von arabischer Seite stammen muffe, um Stimmung für die arabische Delegation zu machen. Wer», es ist ein genug -trauriges Symptom, wenn ferne — bekanntlich nicht sehr judensvemMiche — „Times" «die Araber dermaßen unterstützt. Das Judentum im Bmgenland. Der von Westungarn an Deutschösterreich abzutretonde Teil zählt etwa 100.000 Juden. Oed enbu rg «halt die größte jüdische Gemeinde. Jüdische Gemeinden gibt es ferner in dem altchrwürdigsn Eisen stad t, in Matte r sdo r f mit ^seiner berühmten Jefchiwa, in D euts ch - K r eutz, das gleichfalls eine angestchene Jefchiwa beherbergt, m G ü ssing, in dem KurorckSau-erbriunn. Rabbiner Dr. David LeimdSrser. Her hervorragende Kanzelreimer und gekchrte Rabbiner Ä. David L e i md övfer in Hamburg vollendet am 17. ds. fein 70. Lebensjahr. Es sind noch nicht drei Jahre seit deni Zeitpunkt vergangen, da die Stätte der Wirksamkeit LetMdörfers, der -Tempel in Hamburg, anläßlich des hundertDhrigen Jubiläums feines Bestandes in seiner Bedeutung das