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Die Wahrheit · 1921-09-15 · Heft 19 (15.9.1921) · page 6

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1921
Issue
Heft 19 (15.9.1921)
Date
1921-09-15
Page
– (sequence 6)
Language
German
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liitb die schö-nen Redeblumen Wetzmanns erbairmungslos zerpMckte. WüiMgt man die volle BedeuÄimtz unÄ TragweAe ider SimoDchen Rede, die Scharfe Hrieir Form, die Sachlichkeit ihres Inhaltes, d'ie unerbiMche Logik eines historisch festge-legten Datsachenmaterimls, dann wird es 'begreiflich, daß d^ offizielle „MorgenzMmg" vom 2. September «die hochbedaütsame Rede des großen Opposiiumsmannes aus der Welt schaffen und mit vier schüchternen vertuschenden Zeilen d^s BsriiMerstatters darüber wegeilen wollte. Erst unwr dem Hochdruck der öffentlichen Meinung, die sich mÄ einer solchen EskarmMge nVchk zufrieden gab. entschloß stch das Matt, am 4. September röohl oder übel aus Simons Rede zuriickzukomMen, allerdings nicht in ihrem ganzen Umfange; Was. er weise verschwieg, zeigt den Meister — der Reportage. Mer auch als verstümmelter Torso läßt Simons Rede ihre Macht und Wucht ahnen. Es wird genügen, aus ihr die bezeichnendsten Gedanken anzudeuten. Sie stehen im polaren Gegensatz zu der nMonialen MrKohrthM Wetzmanns und Konsorten, ein Gegensatz, den wir kürzlich als Amerikanismus dem landWuMen GeschäftsziouGmus entgegenhiolten. Freimütig erklärte Simon dem Kongreß, daß „Palästina von 5wndon aus nicht gemacht werden kann", «daß die gantze Mministration von Grund auf reformiert werden muß, daß PvWW nur erfolgreich fein komm, wenn sie 'auf reailem Boden ruht. Dem verdonnerten Weizmamr wurde auf den Kopf zugchagt, daß er mit seiner dlmerUaveise „Kampf und Zänkereien den'Instinkten der Mißvergnügen gedient", Gatt? BestWNdigung Mischen den Führern und den Massen anzubahnen. Schließlich stellte Simon dem Kongreß larchÄm, zu entscheiden, welche Mchtlinien Wnstig für den Zionismus maßgebend' sein Knüffen, ob nicht alle zu vereinigen sind, die Palästina wollen, denmein Land kann, narr von einem ganzen Volke gebaut werden. Die Rede Simons war die mite von den Natiionalzivnisten peinlich empfundene SensMvn nachhaltigsten Eindrucks und es ist eine der Veirlegenheii entsprechende Kühnheit, sie als rhetorischen Augenblickserfolg zu bezeichnen, den die folgerten Redner, besonders Dr. Chajes, antzeWch verwischt haben sollen, während sie an anderer Stelle, bei Begründung der notgedrungenen Emschaltung der Rede, als „bedeutsame Darlegungen" hingestellt wiä>. Der nächste Redner de-r amerikanischen Opposition, < D e L rem e, brachte eine verschärfte Ergänzung des ,vorx her Mn Ausdruck Gebrachten. Das war mehr 'als eine: AbrähNlUing. Dos war ein förmliches Gericht, vv^ dem der Angeklagte Wetzmann nicht bestehen konnte. Im Gegensatz zu den polnisch-russischen Illusionen d!er zionistischen Bewegung hielt sich De Lieme als Tatsachenmensch an Fakta und wies aus Gvundi solcher'nach, was die bisherige Whrung verdorben und zerstört. Das Wort von der „FassadeirpoMk" (Schonheitsanävuirf, äußerlicher Verputz ohne Zweckmäßigkeit) bleibt von dauernder EharaWerifiik der nationalen Arbeit. Hageldicht prasselten die bitteren Wahrheiten des Redners nieder. Die Araber wollen, „daß PMstima so arabisch fei wie England englisch". Ebenso schonungslos übte De Liieme an Äer Agrarfrage und' am Schulwerk KrM. Uebvr allem leuchtend steht sein Ruf, daß bei der Aufbauarbeit das Politisieren zurückgestellt werden mujse. Sein Schlußwort, daß Wchzmmru die Brücke zwischen PiUsk und Washiirgton abgebrochen habe, war von fruchtbarer Deutlichkeit. (Fortsetzung folgt.) Wdische Mottos in der Welttiteratur. Et» Bettrag zur vergleichende» Literaturkunde. Bon einem Rabbiner. , / » Alle Rechte Vorbehalten. (Fortsetzung.) Ein sterbender Vater, läßt vor feinem Hinscheiden einen der Söhne, die sein Lager umgeben, sieben Holzstäbe, uNd zwar Men einzeln zerbrechen. Sodann befiehlt er ihm, «ein Bündel Stäbe herbeizuholen und' es zu zerbrechen. Er war es nicht imstande. Das Bürrdel Stäbp ist das SiünbM per Einigkeit der Brüder, die stark bleiben, solange sie^ durch brü§erRche Eiligkeit verbunden sind. (Die sieben Stäbe von Ehr. v. Schmid.) Ziwo othan al hatnachalo (hafchMcköm) koth ammr lahem: t'hon kulchon asiiphcch achat h. h. d. (JecheÄk 37) w'ata den adam kach l'cha ez echad uWob alao . . lib'ne Israel.. ma k'chib «achraw: w'affÄhr ethchem l'gvj echad . . (Jechesk. das.) . (Ber. r. 98.) II. Kulturhistorisches. .. . . Nach der Eroberung Roms durch hie GaNer gaben die Römer ein Gesetz heraus, daß Priester von Kriegsdiensten sollten .befreit sein, -außer wenn wieder "ein Krieg mit den Galliern ansbvechen würde." (Plutarch Marcellus, S. 158 ff.) 'Dieselbe Maßnahme betreffs der Priester läßt sich aus dem 5. Buch Mose 18, 1 entnehmen: lo jih'je lcckohanim hal'wiim kol schöbet Lewi cheliÄ w'-niachalah im Jffrael . . . Nach Sifre z. St. heißt chelek: Kriegsbeute, und nachalah: Anteil an der Landeinniahme, so daß die Folgerung zulässig ist, 'daß der israelitische Priester auch vom Heeveszuge beftM war und beim Kriegsdienst nicht beteiNgi war, und zwar dem Grundsatz in Sam. I, 30, 24 entsprechend: „Sollte denn, der zu Haufe bleibt, denselben Anteil erhalten, wie der in den Kamps hinauszreht?" Knltuvhistorffch interessant ist, daß die Institution der Foldseelsorge schon int der Bibel begründet erscheint: „w'hajah, k'karÄ'chem el hanül'chmnlch w'nigasch hakohen w'diber et hoam". (5. B. Mvse, 20, 2) vgl. Raschi z. St. hakohen: haMaschuach Wach w'hu -nK'ra maschwach l'mil'chamah. Der Talmud deduziert diese 'besondere Priesterwürde folgendermaßen: Jachol kol kohen schesir' zeh? t.« l. w'dib'ru -haschvt'rim (Deut. 20) Mah schot'rim bim^munah aph kohen bim'munah . . dum'ja d'fchoter schejesch m'Muuah al gäbaw aph kohen schejesch al gabaw.. lSokah 42; Vgl. Raschi Num. 31, 6.) * ‘ „Wenn Gott die Frau zur Herrin des Mannes bestimmt häÄe, so würde er sie aus dem Kopfe genommen haben, und wenn er sie zu seiner Sklavin bestimmt hätte, so würde er sie aus dem Fuße genommen haben, aber da er sie zu seiner Gefährtin und seinesgleichen bestimmte,Jo nahm er sie aus der Seite. (Augustinus, zitiert bei Sam. SmÄes: „Der Eharakter", Leipzig 1874, S. 464.) Dies« Relation zählt zu den vielen rabbrnischen Weisheitsperlen, welche Augustinus 'dem Rabbinisnms eM-chnte. Daß dies in diesem Falle fast wörtlich geschah,. beweise die Gegenüberstellung der Parallele des Midrasch: Wajiben (nicht Wajib'mch) heißt es (Gen. 2, 22): Gott er w o g, woraus er sie (das Weib) erschaffen solle. Er sprach: Ich wA sie nicht aus dwn Haupte bild'en, damit ' sie nicht genannt werde die Stolze; nicht aus dem Auge, damit sie keine SpäheriN; nicht aus dem Ohre, damit sie keine Horcheriin; nicht aus dem Munde, damit sie keine Zuträgerin'; nM aus dem Herzen, damÄ sie keine Mißgünstige werde; Nicht cms der Hmrd, damit sie keine Begierige; nicht aus dem Fuße, damit sie keine Umh>erläuserin

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