Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1921
- Issue
- Heft 17 (18.8.1921)
- Date
- 1921-08-18
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
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Die Wahrheit Seite A Nr. 17 anzustellen. Freilich ist dafiir gesorgt, daß wir unsere Neugierde nur Schritt für Schritt mit Zuhilfenahme all unseres Scharfsinnes befriedigen können^ da mystische Zeichen und Redensarten die -ohnehin nicht klare Ausdrucksweise des Autors noch verworrener Machen und es zu einer nicht geringen Arbeit gestalten, diese stilistische Wildnis Zu durchdringen. Es ist dies vielleicht die Wiedergabe des hebräischen Stil, der in derartigen Büchern früherer Jahrhunderts üblich war. Doch entschädigt dieser Gang durch köstliche Ausbeute für die ausgestandene Mühe. In feenhafter Pracht sieht das geistige Auge vor sich Me Schätze dieser Welt ausgöbreitet. Klumpen gediegenen Goldes und Silber, dazwischen es von farbigen Edelstein funkelt und blitzt; Perllen von reinstem Glänze und seltener Größe strahlen dem Forscher entgegen, und trunkenen Blickes weiß er nicht, wonach die Hand zuerst ausstvecken. Und wie wenig Mühe kostet es doch, diese Schätze zu heben und auf ewig glücklich zu werden! Man muß es nur verstehen. Der Schlüssel zu Men Dingen dieser Welt legt im Stein der Weisen. Die Erde ist seine Säugamme, dessen Vater die Sonne (sol), dessen Mutter der Mond (luna). Wir nehmen also eine Quantität jungfräulicher Erde, di!e wir ul einem Tiegel ausbreiten und an einem vor Regen und Sturm geschützten Ort den Strahlen der Sonne A des Mondes aussetzen. Nach Ablauf eines Monats feuchten wir diese Erde mit Regenwasser au und deftilliererk' es, bis wir eine helle, ölartige, schimmernde Flüssigkeit erhalten. Hierauf erzeugt man eine Komposition aus Merkur und Schwefel, welche man gelinde erhitzt, bis der Schwefel „schneeweiß",' von leuchtender Klarheit und in sich habend etwas vom grünen Feuer" wird. Dieser weiße Schwefel, ,/der weiße philosophische Vogel", verwandelt sich, sobald er mit der vovgesch-ilderten, vom Sonnen- und Mondllichte imprägnierten Flüssigkeit in Berührung kommt, in eine scharfdustende, schwarze Substanz, das Raberchaupt. An dieser Schwärze scheint nach des Autors Ansicht hauptsächlich der Mond schuld zu sein. „Denn wenn Sonne und Mond im Himmel Zusammenkommen in der Sonnenstraße, nicht weit vom Drachenkopf oder Schwanz, so begibt sich ei.re Finstern an der Sonne, welche der Mond verursacht. Eben diese begibt sich auch hier aus Erden m dieser Bereinigung der Sonne und des Mondes, daß beide kohlschwarz werden." Von dem Rabeuhaupte ist nun eine Probe zu nehmen und ins Feuer zu legen. Hat es einen Fluß, so ist uns viele Arbeit erspurt; wo nicht, so müssen wir es durch, vier Wochen schmelzen, bis wir endlich einen blutrot funkelndem Stein, den philosophischen Steiin, erhalten. „Davon werfet einen TM auf 1000 Taler mercuri oder ein ander unvollkommen MetM, so wird es dieselben in feines und reines Gold verkehren, s^aus den Bergwerken kömmt." (Schluß folgt.) Jüdische Motive in der Weltliteratur. Ein Beitrag zur vergleichenden Ltterütnrkunde. Bon einem Rabbiner. Alle Rechte Vorbehalten. (Fortsetzung.) Flumina tarn 1 actis, iam fluimma nectaris ibant flavaque de viridi stillabant illice m e 11 a . . . (P. Ovidius Naso, Metamorphosen: Die vier Weltalter, Wien, Tempsky, 102.) Erez sabath chalaib u'dbasch. (5. Bk M. 6, 3, u. Parallelstellenst Diese Parallele ist für die bekannte Tatsache bezeichnend, daß die -klassische Literatur das -goldene Zeitalter der Menschheit in dre Vergangenheit -lokalisiert, die Mische ober in die Zukunft. DeuÜich tritt dies im 3. Buch der Sybillinen hervor: „Daun wird die Erde die herrlichsten Früchte hsevvorbrintzen -an Würzen, Wein und Oliven. Milch und Honig werden fließen und die Städte gefüllt sein mit mannigfachen Gütern. Mcht wird mchr Krieg sein aus Erden. ..." (Bgl. Philipson, Ges. Schr., I, S. 323.) Vivitur ex rapto, non hospes, alb hospite tutus, non socera geinero; fratrem quo-que rara est, imimnet exitio vir coniugis, illa mariti.... (Ovid das., S. 3.) Al ta'minu b'rea ul tibt'chu b'alus mischochebech chekecha sch'mor pit'che picha!ki den m'nabel »ab buch Lama b'imah kMah bachamotha vche isch an'sche becha. (Micha 7, 5.) Auch bei dieser ParMöle ist die Tatsache feftzuhalten, daß die antike Dichtung den 'geistig-sittlichen Verfall der Menschen in ein künftiges Zeitalter verlegt. Der Prophet aber hat bei seiner Strafrede die Zustände seines eigenen Zeitalters vor Augen. >Gleichtoohl ist die Llehulich^it beider Stellen MgeNschemlich. Es wäre nicht unmöglich, daß Micha -als einer der ältesten Prophetien (730 v. Ehr.) allem Anschein nach dem römischen Dichter Ovid (43 v. Chr^) als Vorbild gedient haben dürste. (Bgl. L adew.ig: Vergrls Gedichte, Gkloge IV. Hambuger: R. E. s. v. Religiousgofpräche.) Ltuttum iaoit fortuma, quem vuih perdere. (Publius Syrus 490 bei Ribbeck.) Massgi lagojim waj'ab'>dem schoteach lagojim wa° jan'ehom. (Job 12, 23.) Nomos ho panton basileus. (Pitndar Fragm. 151 bei 'Boeck; bei Plato Gvraias, S. 484 8.) llsns tyranrous Horaz, ars poet. 71 f. Haminhag m'batt'öl eth hahalachah (Jeruf. B. M. VN, 1). * ... Da nämlich A e milius in Amphipolis opferte und schon alles zu der Handlung bereit war, schlug der Blitz auf den Altar, zündete 'das Opfer und hals es verbrennen. (Plutavch Aemilius, S. 81.) Watipol ösch Ad... ratochal eth haolah w'eth ha ezim. .. (Kön. I, 18, 38). -s Niobe wird zu einer weinenden Salzsäule verwandelt, ob der Ermordung -ihrer Kinder. (F. Weber Lehrbuch der Weltgeschichte, I., S. 110.) Lots Frau wird gleichfalls zu einer Salzsäule verwandelt; und zwar aus einem ähnlichen Anlaß: Der Zerstörung Sodoms. Offenbar hat die dichtende Phantasie des Volkes ein in der Nähe des Toten Meeres spitzförmiges Steingebilde mit dem Schleier der Legende umwoben. Ebenso bei Niobe, deren weinende Gestalt das BoÄ in einem emporragenden Stern um fernen S i p y l o s erkennen wollte. » (Fortsetzung folgt.) ' OGO»G»«GO0O«SGOOOOOGOOGOOOOOOOOOOOGOGGOG Werbet Abouueute» für unser Watt!