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Die Wahrheit · 1921-08-18 · Heft 17 (18.8.1921) · page 4

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1921
Issue
Heft 17 (18.8.1921)
Date
1921-08-18
Page
– (sequence 4)
Language
German
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V --- %i»»« Qfyct den Toten! (Eine Zuschrift.) Löbliche Redaktion! Mit großem Interesse habe ich ki den letzten Nummern der „Wahrheit" gelesen, welche bedeutende Geldauswendungen die KuItusgemMden Budapest und Baden für die würdige Ausgestaltung und Erhaltung der jüdischen Heldengväber im vorjährigen Budget vorgenommen hatten. Die lebhafte Befriedigung hierüber ist nicht nur Ausfluß der jüdischen Pietät^ die jedes Grab chrfürchtig betrachtet, wie es Jahrtausende alte Tradition unseres Volkes gebietet. Bei den in Verteidigung des Vaterlandes Gefallenen und in heimatlicher Erde zur letzten Ruhe bestatteten Soldaten spielt noch ein anderes wichtig^ Moment mit, das nicht außer Acht gelassen werben darf. Alle die ungezählten jüdischen Soldaten als Opfer des furchtbarsten aller Kriege sind nicht nur in restloser Pflichterfüllung für ihr Vaterland, sondern auch für ihr Volk und dessen Ehre gestorben. War es nicht erbärmliche Lügentendenz, wenn die berufsmäßigen Judenfeinde in Wort und Schrift die Meinung verbreiteten, der Jude scheue die offene Feldschlacht und alles, was Betätigung mit der Kriegswaffe sei. Der Jude sei demzufolge sin jämmerlicher Drückeberger und höchstens Hinterlandskämpfer. Derartige schamlose Verleumdungen und bewußte Lügen konnten nicht kräftiger und überzeugender widerlegt werden als durch die Sprache der Ziffern, die Ausweise der Statistik, die einen schr'Hoträchtlichen Perzentsatz gefallener oder verwundeter jüdischer Frontkämpfer anführen. Nur ein geringer Bruchteil solcher ist es, über dem sich die GmiMigel anfi unseren Friedhöfen erheben. Tausende und Abertausende liegen in fremder Erde — aber jeder in unserer Mitte Entschlafene ist nicht nur Zeuge für das Heimatsgefühl des jüdischen Soldaten, sondern >auch für seine Hingabe an seine Glaubettsbrüder, deren Ehre mit der Preisgabe seines Lebens erhoben, der Schimpf des Drück-ebergertums abgewaschen erscheint. Jeder einzelne der im Weltkriege vor dem Feind Gebliebenen starb den Heldentod fürs Vaterland und für die Ehre seines Volkes. Das letzte und wenigste, was wir diesen auch . für uns Gestorbenen bieten können, ist nun der sichtbare Zoll der Dankbarkeit und des liebenden Gedenkens durch die Erhaltung der HÄdengräber. Nach dieser längeren, von starken Gefühlen diktierten Ausführung werden Sie es begreifen und billigen, daß ich dabei so lange verweilte und speziell für die schöne Pflichterfüllung der Budapester nnd Badener Judengemeinde rückhMslofes Lob habe. Es sei mir aber auch gestattet, eine Erinnerung aus nicht gär ferner Zeit anszufrischen. Ich meine jene denkwürdige Generalversammlung der Wiener Chewra Kadischa vom 22. Juni 1919, also vor mehr als zweiJahren, wobei die Frage derHeldengrÄber zur Sprache kam und von Mitglied Alexander Gutmann gefragt würde, wie es sich diesbezüglich verhalte und ob Vorkehvun- Ein Licht zu meinen Füßen ist mir Gottes Lehre. SllMIB'BÜiüH Feuilleton BifSH Von Oberkantor Armin W i l k o w i t s ch, Eger. I. Die Thora — unseir Leben. Noch übte man Greuel im Hain der Astarten, Noch brachte man Opfer aus männlichem Mark, Und schon um das Banner des Eingotts sich scharten Me jüdischen Stämme — an Sittlichkeit stark. Zum Abgrund d>er Zeiten Jahrhunderte sanken, Vom Antlitz der Erde verschwand manch Geschlecht, Das mächtig an Muskeln und reich an Gedanken. Ihm fehlte die sittliche Starke — das Recht! Wie flammende Gluten durchzuckte die Erde Das göttliche Wort in der Unkenntnis Nacht, Es scholl durch das Weltall ein neues „Es werde!" Das himmlische Recht war zur Erde gebracht! .... O, lebten die Menschen nach jenen Gesetzen, Die Mose empfing aus dem Berge des Herrn Und schätzten die Thorü — sie niie^zu verletzen, Es bliebe das Weltleid der Menschheit stets fern. Kt in Mensch würde jemals den Nächsten bedrücken; Alt-Mütterchen Erde tat auf ihre Brust Mit Milch und tmi Honig dte Welt ga beglücken, Znr Seligkeit würde das Sein und zur Lust! . . . II. DieSchaufäden. Ein Mann von Sünden unberührt — So lösen wir «in der GozNarvh* *) i War einst der Unscham zugeführt Durch! jenen lfftgen Jezer-Har ah?) Schon hört der Mann des Fremdweibs Reden Und schickt sich an der Sünd' zu nahn, _ . Da peitschen ihn die Zizissaden: „Nicht folge.Mensch dem Sinneswahn!" Und jäh entriß er sich dem Schoße Der heißen Sund' mit Höldenmut, Entfloh der Garstigen Lastevgosse, Zu schützen sich in Gottes Hut. III. Der Witwen u n d WaisenRecht. Das Hochgeschönk des Herrn — die Säbbatweihe — Die Schwingen zärtlich schlug um das Kcchol?) Zum Hause Gottes wollte alles ohne Wahl ... *) Talmud. 2) Der böse Trieb. . - *) Die fromme Gemeinde.

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