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Die Wahrheit · 1921-08-18 · Heft 17 (18.8.1921) · page 3

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1921
Issue
Heft 17 (18.8.1921)
Date
1921-08-18
Page
– (sequence 3)
Language
German
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MMämWZelWrlft für FlNUIlf ^16, REDAKTION vADMINISTBATION Mir» S.» ArinrftraKr IS XMvll. 3ahrg-»g Wie», 18. August ISA Ibwiir 17 Eine «große Versammlung". Zionistenodpr jüdischer Weltkongreß? An der 'Schwelle neuer, sturmbowegter Zeiten, in Epochen des Umsturzes und Überganges traten die Vertreter des jüldischen Volkes, die Wortführer aller Parteien zu einer „Kneseth hagg'dauluh", zu einer „Großen Versammlung" zusammen, um über Israelis Zukunft zu beraten und wichtige Beschlüsse zu fassen. Die Parteien entsandten ihre heften, die „gepanzerten Männer" mit stanken Herzen und starken Seelen, Priester und Leviten, Sprößlinge des höchsten Adels Und Häupter des Volkes, damit Me Stände und alle Lager vertreten seien. Und für die Gründung einer solchen „Großen Versammlung" -tritt Rabbiner Dr. S. Funk in einer Broschüre «ein,*) die eiben im Berlage des „Haiwri" erschienen ist. Der Verfasser hat schon vor einem Jahrzehnt mchrere wissenschaftliche Artikel Wer die Zuftmrmensetzung dieser Körperschaft und über die Zahl ihrer Vertreter (Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums, 1911, S. 33 u. 699) veröffentlicht, die Jahrhunderte hindurch — von Esra bis zum Patriarchen Rabbi Jchuda II. — auf die Geschichte unseres Volkes und auf die Entwicklung des Judentums den größten Einfluß ausgeübt hat, und fordert alle Parteien auf, eine solche Körperschaft wieder ins Leben zu ruf-ep. Zionisten und Assimilanten, Mrsrachisten und Agudisten sollen Me Streitaxt ibegralben und stch die Hände reichen zum Frieden und zum Hilfswerke für'die Opfer der Pogrome in der Ukraina und des Hungers im Rußland. Die vereinigten Parteien sollen an den „Obersten Rat" im Namen der 14 Millionen Juden herantreten und' für ihre unglücklichen Glaubensbrüder eine Heimstätte im Lande der Väter verlangen. Er ist der Ansicht, 'daß das Hilfswerk für die Unglücklichen, deren Heim der Krieg zerstört hat, mit dem Wiederaufbau Palästinas verbunden werden soll. Den „'entwurzelten, in großen Wäldern umherirren- ' lden, von Stadt zu Stadt gehetzten Opfern des Judenhasses eine gesicherte Hei mstät te im Lande der Väter zu schaffen" — sagte der Autor — „ist ein Hilfs-wert, dem sich kein Jude entziehen darf. Man mag Kosmopolit sein oder nicht, mag international fühlen und denken, Heimatlosen eine Heimat zu verschaffen, ist Menschenpflicht." Es ist wohl überflüssig, zu bemerken, daß wir die Gründung einer solchen Körperschaft mit Freuden begrüßen würden. Nicht Partevkongreffe — so rührig auch die eine oder die andere Partei sein mag —, sondern eine Vereinigung aller Parteien wird die großen Fragen der Gegenwart lösen, zu welchen wir in erster Linie auch den Wiederaufbau Palästinas zählen. Wir zweifeln nicht daran, daß die gesamte jüdische Presse für die Bereinigung aller Parteien zu einer „Großen Versammlung" eintreten wird. Wir erwarten, daß zunächst unsere Männer der Wissenschaft und die geistigen Führer unseres Volkes das Wort ergreifen und stch Wer diese Frage äußern werden. Wir sind der Anficht, daß keine Partei — Dr. Funk denkt an die Mittelpartei der Misrachisten —, sondern die Großgemeinden, die Vorstände der Gemeinden London, Paris, Berlin, Wien und Budapest die Jnrtraüve zur Gründung einer solchen Körperschaft ergreifen sollten. Vielleicht wird das große gemeinsame Werk auch das schöne Wer>k vollbringen, die Parteien einander zu nähern, die Seelen zu verbinden und so den aus den jüdischen Gemeindestuben geschwundenen Frieden wiederherzustellem Wir unsererseits wünschen jedenfalls, daß erfüllt werde der Wunsch, dem der Autor Ausdruck verleiht in den Worten: „Fehlt es uns auch an Ueibermenschen, an Propheten, die das übermenschliche Werk voWringen, die Masse zu erheben und die Seelen zu verbinden, das große gemeinsame Werk, — den entwurzelten Glaubensbrüdern der Ukraina, den hungernden Juden Rußlands eine Heimstätte im Lande der Väter zu schaffen — wird diese Tat vollbringen. Die Erlösung der Verstoßenen wird uns, wie wir in dem Gebete vor der Neumondsweihe sagen, die Verbrüderung aller Stammesgenoffen bringen; wird bewirken, daß alle Israeliten sich als Genossen fühlen werden. Vielleicht bricht er bald am, der schone Tag, den der tränenreiche Prophet Jirmejahu in der Zeiten Ferme gesehen; der Dag, an welchem ganz Israel eines Herzens und eines Sinnes einen Weg suchen lbiird; einen Weg, der die Unglücklichen ans der *) Der Kampf um Zion und die Parteien im jüdischen Volle. Bon Xadbmer Dr. S. Funk, Wen und Mähr. Ostrau. Hölle des Ostens in Freie, die Ungläubigen und Verirrten ^>zur Gottesfurcht führen wird." H.

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