Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1921
- Issue
- Heft 13 (23.6.1921)
- Date
- 1921-06-23
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
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M. Wärndorfer; als Revisoren die Herren: M. Hirsch, JtMW, S. Wechsler. Resolution. Der RaMnerverband in Wien (2. Bez., FeMnandstraße 23) hat in einer Tagung am 6. b. 3Ul. einstimmig folgenden Beschluß gefaßt: „In Uebere-instimrmrng mit einer m gleichem Sinne gvaUenen Deröffent- - lichung des Deutschen Rabbrnerverbandes erklärt der Rabbinervevband in Wien es für eine unerläßliche Aiufgadc des gesamten Judentums, an dem Aufbau einer jüdischen Heimstätte in Palästina tatkräftig mitzuwrrtm." Eger. Mädchen konfinnatton. Nach einer mehrjährigen Pause fand am ersten Schabuottage erneut in unserem Tempel die Konfirmation einiger Mädchen der höheren Schulklassen statt, die folgenden Verlauf nahm: Nach der Thoraverlosung und einem feierlichen Orgelpräludium des Herrn Kapellmeisters S ch a k stimmte der Tempelchor das Choral: „Wer darf den Berg des Herrn besteigen?" an. Eine in diesem Lied vorkommende Solopartie mußte Herr Oberkantor Wi-.lkovit.sch im letzten Momente infolge der Indisposition einer Solistin übernehmen. Hierauf, folgte ein Einleitungsgebet des Herrn Rabbiners Dr.- G r ü n f e l d . und ein Weihelied mit Orchesterbegleitung, vorgetragen vom Oberkantvr. In einer längeren, zündenden Ansprache erläuterte nun der Seelsorger die Bedeutung der Gesetzgebung am Sinai und forderte seine Schülerinnen auf, die herrlichen Pfade unserer erhabenen Religion zu betreten und fie unbeirrt — trotz Anfeindung und-Drangsalierung — zu wandeln, niemals von ihnen zu weichen! Dies gelobten die Konfirmandinnen feierlichst, worauf sie die zehn Gebote und Sprüche ^der. heiligen Schrift, die auf Religiosität und Nächstenliebe sich beziehen, im Urtext und deutscher Uebersetzüng vortrugen. Ueber der ganzen Zeremonie lag erhebende Stimmung, und in gar manches Auge stahl sich eine Zähre der Rührung. Zum Schluffe verteilte Herr Rabbiner Dr. Grünfeld an die Konfirmandinnen von der Kultusgemeinde gewidmete Andachtsbücher. Die deutschen Lieder waren vom Herrn Oberkantor W i l k o w i t s ch zu diesem Anläße geschrieben und vertont und fand das Weihelied, das den Balladencharakter trägt, ungeteilten Beifall. Institut zur Heranbildung orthodoxer Rabbiner. (Im Namen Samuel Horowitz.) Das polnische Ministerium fiir Kultus und Unterricht hat der Lemberger israelitischen Kultusgemeinde das Recht der Gründung einer Unterrichtsanstalt zwecks Heranbildung orthodoxer Rabbiner -erteilt. Aus diesem Anlässe hat Herr Samuel Horowitz, durch viele Jahre Präsident der Kultusgemeinde in Lemberg, eine Spende von einer Million Kronen g-- waihrt. Herr Horowitz gchört auch dem Kuratorium dieses Instituts an. Das orthodoxe Judentum— um dessen kulturelle Interessen Herr Horowitz durch lange Zeit bemüht war — konnte seinem Förderer keine sinnigere Ehrung als durch Gründung einer rabbinischen Lehranstalt auf seinen Namen zuteil werden lassen. Ins Kuratorium sind noch mehrere Mitglieder berufen worden, so gchört unter anderem Rabbiner Natan Sevic (Brzeszow) und der talmudische Gelehrte Isaak Jakob Tlumim (ein Sohn des „Chesod l'Awruhom") dem Kuratorium an. Letzterer ist als Führer derO st judenbewegung ein vorzüglicher. Kenner der Verhältnisse und Forderungen des orthodoxen Judentums. Er könnte in der Bereinsloitung des neuen Lchrinstituts ersprießliches leisten. W. Rapaport (Przemysl). Oberkautor H. Mayerowitsch ist von seiner -überaus erfolgreichen Tournee aus England zurückgekchrt und hat seine Tätigkeit am Tempel im v. Bezirk wieder ausgenommen. Der Keren Hajesod. Der Berliner Rabbinerverband erließ vor kurzem einen Aufruf, es möge sich das gesamte Judentum für den Wiederaufbau Palästinas als Heimstätte der verfolgten Glaubensgenossen mit Beitragsle'.stungen beteiligen. Im gleichen Sinne hat das Präsidium des Wiener Rabbinerverbandes eine Resolution, die wir an anderer Stelle veröffentlichen, gefaßt, die eine Unterstützung des Wiederaufbaues wärmstens empfiehlt. Es ist der von unS bisher stets und nachdrücklich vertretene Standpunkt, daß die Wiederaufbaufrage eine Sache der Judenheit in aller Welt sein müsse, um den verfolgten und bedrängten Glaubensgenossen eine gesicherte Existenzmöglichkeit Hl schaffen, was nur erreichbar, wenn jede P oliti k und jeder S o nd erzweck zurü ck ge ste l 11 wird. Diese Anschauung ist bereits Gemeingut der Judenheit aller Länder geworden, und verdient registriert zu werden, daß sogar die -ostjüdische Orthodoxie den gleichen Prinzipien huldigt. Es liegen hierüber zwei hochbedeutsame Kundgebungen vor. So hat der Verband -der Rabbiner Litauens Beschlüsse gefaßt, die folgende Forderungen -aufstellen: 1. Der Keren Hajesod soll den Charakter einer allgemein-jüdischen Institution tragen. 2. An die Spitze soll ein Komitee treten, in welches in entsvrechender Zahl alle diejenigen Parteien des jüdischen Volkes Vertreter entsenden sollen, die am Aufbau Palästinas Mitwirken wollen. 3. Das <Äeld soll ausschließlich für wirtschaftliche Zwecke Verwendung finden. Die Orthodoxie Bessarabiens verlautbart durchElieserBaromskiinKischnew: „Ich bemerkte jüngst einen Ausruf in den jüdischen Blättern^ der an alle Paüeien gerichtet war und sie zur UnderstützÜng deS Keren Hajesod aufforderte. Es war darin bemerkt, daß der Keren Hajesod ein allgemein-jüdisches Unternehmen und kein zionistisches sei und dcch alle Parteien in dem Londoner Direktorium des Keren Hajesod vertreten seien. Da dies bestritten wurde, zogen wir Erkundigungen ein mit folgendem Ergebnis: 1. Die offizielle zionistische Zeitung „Haolam" gibt offen zu, daß alle Direktoren Zionisten sind; 2. daß 20 Prozent der Nvttoeingänge dem Rationalfonds zufließen; 3. daß die Direktoren nach ihrem Ermessen die Fonds zur Unterstützung des Universitätsplanes verwenden können; 4. daß die Verfassung des Keren Hajesod bereits der englischen Regierung unterbreitet worden ist." Wie wenig Ankkang der Keren Hajesod selbst in Amerika findet, beweist folgende Meldung: Bei der stattgehabten Jahresversammlung des großen jüdischen Ordens „Bris Awroham", der etwa 150.000 bis 200.000 Mitglieder zählt, wurde seitens des Keren Hajesod die Forderung gestellt, daß jedes Mitglied eine Taxe von 10 Dollar für den Ausbaufvnds zahle. W e i zmann wurde höflichst begrüßt, die Steuer wurde aber nicht beschlossen. Zum Großmeister der Loge wurde statt Richter Gustav Hartmann der Richter Avon Levy gewählt. Leopol 4städter Kranken-Unte*stützungs-Verein „Nächsten! ebe“, II., dlswlputxskke?4. Wir akzeptieren für die kommenden hohen Feiertage einen Kanton für Schacharis und Mussaw. Nähere Auskunft In der Vereinskanzlei Samstag von Vi9 bis 10 Uhr vormittags. Der Vorstand