Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1921
- Issue
- Heft 12 (9.6.1921)
- Date
- 1921-06-09
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
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9k. 12 mn*7TW*&j&es& Die Wahrheit Mit 10 loner für ein Organ der Zionisten nicht viel übrig, nachdem fte diesem selbst nicht mehr mit vollen Händen spenden mögen. Die Dürftigen für die Aermsten. Der Versorgungsmtd Unterstützungsverein der Religivnslchrer der israelitischen Kultusgememde in Wien Hielt am 8. Mai im Sitzungssaale der israelitischen Kultusgemeinde seine diesjährig Generalversammlung ab. Nach Verlesung des :^otl>kolls vom Vorjahre hielt der Präsident Bürgerschnldirektor S. Kühner den im letzten Vereinsjahre verstorbenen Mitgliedern Schulinspektor M. Könitz sowie dewLchrerswitwen Ploner und Weiß einen überaus warmen Nachruf. In seinen weiteren Ausführungen verwies 8er Redner auf die äußerst prekäre Lage des Vereines. Die traurigen Zeitverhältnisse brächten es mit sich, daß die Bereinskaffa immer mehr und mehr in Anspruch genommen, werde, die ungenügend versorgten Lchrerwitwen sind in der ärgsten Notlage und bedürfen einer ausgiebigen Unterstützung, sollen sie nicht gänzlich dem Verderben preisgegeben werden. Mit umso wärmerem größtem Dank müsse er all jener edlen Philantropen gedenken, die auch im letzten Jahre unseres Vereines in großherzigster Weise gedachten. Es sind dies die Herren Bernhard G o l d st e i n, Vorstandsmitglied Bond i, Dr. Kolle,k und Regierungsrat Schram ek. Ihnen allen sei hiemit tiefgefühlter, bester Dank abgchtattet. Die Mitteilung wurde von der Bersammlung mit reichem Beifall ausgenommen und den Spendern Dank und Anerkennung zu Protokoll gebracht. Hierauf erstattete der Vereinskassier Oberlehrer H. Ascher den Jahresbericht, aus dem zu entnehmen ist, daß dr'e „Palme" Wer ein Vermögen von K 64.659.— verfügt und dich sich die Unterstützungen im verflossenen Vereinsjahre auf nahezu K 4000.— «beliefen. Die BerwaltuuMosten waren höchst minimal, da Rüdner den größten Teil der Auslagen aus Eigenem «bestritt. lieber Antrag des Ausschußmitgliedes W. T o ch beschließt hieraus die Versammlmig, den Vereinsbeitrag zu erhöhen und wird der Vorstand. ermächtigt, die Höhe für das lausende Vereinsjahr zu bestimmen. Zu diesem Punkte wird eine Wechselrede abgeführt, in deren Verlauf ein Mitglied einen Kassen Fall der größten Notlage einer.Lehrerswitwe zur Kenntnis brachte. Herr T o ch nahm dies zum Anlaß, sogleich eine Sammlung einzuleiten, die in wenigen Minuten eiste sehr «beträchtliche Summe ergab und dom Kassier zur Verteilung nach eigenem Ermessen eingchändigt. wuä»e. Hierauf beantragte Vizepräsident Josef Pick die Fusionierung der „Palme" mit der „Esra" zu. einem Verbände. Der Antrag wird dem Vorstände zur weiteren Behandlung . überwiesen. Schließlich wird zur Neuwahl geschritten. Mit Einhelligkeit werden sämtliche BorstaNdsmi^liÄer wiedergewählt. Nun wird die Beratung nach zweistündiger Dauer geschossen. Tempelverein Wieden Margareten. Bei der jüngst stattgeftmdenen, sehr zahlreich besuchen' Generalversammlnng, der der Vizepräsident der Ku.ltusgem>einde Herr Jgnqz Glück und der Obmann der Vereinigung der Tempelvereine Herr Kultusvorsteher / DireAor Doktor Krenberger, sowie Delegierte vieler Vereine beiwohnten, wurde einem Anträge des Verbandes gemäß der langjährige Obmann des Vereines, Herr Adolf Hofm ann, einstimmig zum' Ehrenpräsidenten des Vereines ernannt. Diese Mszeichnuntz gilt einem Mmne, der 40 Jahre im Vorstande, darunter mehr als 25 Jahre als Obmann dtzs 'Vereines, tätig war, deffen Initiative und nimmermüder Werbekraft die Errichtung des Margaretner Tempels zu danken ist, der sich die Anhänglichkeit und Syngmthie aller Mitglieder M erwerben und zu erhalte« verstanden hat, der sich aber auch immer um «das WM und die Verbesserung der materiellen Lage aller Bereinsfunktionäre bemüht hat. Dies wareir die Hauptmotive, welche den Vorstand gelegentlich des 70. Geburtstages seines Obmannes bestimmten, den Antrag «auf Ernennung zum Ehrenpräsidenten einzubringen, da er sich 'dabei bewußt war, daß er mit dieser besonderen Ehrung auch einen unserer -besten Glaubensbrüder anszeichnete, dessen mannigfache Verdienste um das Judentum bereits . öfters, erst jüngst wieder von berufener Seite in diesem Blatte verzeichnet würden. In nachahmenswertem Pflichtbewußtsem hat sich der neue Ehrenpräsident, der seine Obmannstelle niedergelegt hat, um sich ein wenig zu entlasten, bereit erklärt, seine fast unersetzliche Mithrlfe dem Vereine und seinem Vorstande auch weiterhin angedeihen zu lasten. Möge er noch viele, viele Jahre in ungetrübter körperlicher und geistiger Frische seine neue Würde traggk wöge er das Werk seiner Arbeitskraft, den Teiupelverern, weiter wachsen, blühen und gedeihen sehen! — Die bei gleicher Gelegenheit stattgefundenen Wahlen in den Vorstand ergaben die Wederwcchl der Herren Arnold. Selka, Kommei^ialrat Max Strauß und Kommerzialrat Friedrich Wiener, weiters die Neuwahl der Herren DrI Joses Jeger, Ignaz Mehrer und Emannel Pollak. Der Vorstand konstituiert sich nun: /Obmann: Herr Jakob Herlinge r, Obmannstellvertreter: die Herren Jg. T a u s s.i k und Dr. Max Spreche r, SchriWHrer urch deffen Stellvertreter: die Herren Dr. I. I eg er und Leopold Kahn", Kaffier: Herr Eman. Pollak, Kontrollor: Herr A. Selka. Jüdische Kranken- und Kindertransporte durch das Amerean Sofort Distribution Committee. Neue Fürsorgeeinrichtungen in Bad Hall, Baden und G l e i ch e n b e r g. Die Sektion Krankenfürsorge des A. I. D. C. hat eine Reihe von Abmachungen getroffen, um den Schützlingen des Joint auch die rationellste Krankenfürsorge, den Kuraufenthalt in Heilbädern zu ermöglich m. Dienstag, den 3. v. M., wurden drei Transporte mit Kranken und Kurbsdürftigen seitens des A. I. D. C. bewerkstelligt. In Bad Hall wurden über den Sommer eine Anzahl Räumlichkeiten für 15 erwachsene Pfleglinge gemietet. Es sind hauptsächlich Drüsen-, Knochen- und Nervenkranke, die hier für die Mindestdaner von einem Monat Unterkunft, volle Verpflegung sowie unentgeltlichen Kur- und Badegebrauch der Fürsorge der Amerikaner verdanken. Am gleichen Tag ging auch ein Transport von 20 kurbedürftigen Personen gleichfalls für die Mindestdauer von einem Monat nach Baden, wo die Leitung des Joint in der staattichen Kranken- und Badeanstalt sowie in Bauethos für ihren Kuraufenthalt sorgt. Es sind hauptsächlich rheumatisch Erkrankte, denen diese segensreiche Einrichtung dienen wird. Dieser Tage wurde auch das jüdische Kinderjfanatdrium Felsenhaus im Kurort G l e ich e n b e r g eröffnet. Es wurden' 40 Kinder,- die nocht nicht tuberkulös, aber unterernährt, erholungsbedürftig uW daher gefährdet sind, im Alter von 7 bis 14 Jahren unter Aufficht von drei Pflegerinnen untergebracht werden. Die Anstalt, über die wir schon früher berichtet haben, die erste ihrer Art. in Oesterreich, sicht unter der ärztlichen Leitung des ErwachseneNerholnngsheimes des Joint in Gleichenberg. Das Kindersanatorium wird Sommer und Winter im Dienst der ge? fährdetcn Kinder in- Betrieb sichen.