Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1921
- Issue
- Heft 12 (9.6.1921)
- Date
- 1921-06-09
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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mt. 12 Die W och rh e il Seite L rühmte Phrase: ,,be äßäert 68t. monotkeiste" (l^ansueg semitiques, öä. 1878, p. ch/ viel beigetvagerr hatte, ist längst als irrig erwiesen, wir sehen jeden kleinen Stamm der Hebräer einen eigenen Gott besitzen, der nur über diese besondere Familie und nur innerhalb -dieses besonderen Landstriches Gewalt übt; verläßt einer den Familienverband, tritt er in em anderes Gebiet, so gerät er unter die Botmäßigkeit eines anderen Gottes: das ist doch kein Monotheismus. Ich halte den - Gedanken der göttlichen Einheit für durch und durch uMmitisch, für geradezu antisemitisch, schon deswegen, weil er nux der Spekulation entspringen kann. In d^m überreichen Material, das die Phantasie angesammelt hat, schuft der Gedanke Ordnung und gelangt so zur Vorstellung der Einheit; hier dagegen ist weder Phantasie, noch Spekulation, sondern Geschichte und Wille; daraus kann niemals der, eine kosmische Weltgeist der Inder, Perser, Hellenen und Christen entstehen, noch der „einigeine" Gott der Aegypter". (Die Grundlagen des 19. Jahrhunderts, 12. ANfl., S. 477/8.) Es ist ein wahrhaft erhebender Gedanke für jeden gläubigen Juden, gerade am Schabuotfeste diesen Triumph .des. israelitischen Monotheismus feiern zu dürfen. „Diesen Tag hat Goht bewirkt, laut und innig frencn wir uns sein." W des WWqskdryitees der.vereinigten Wienm ^MWehmeeine Dhrektzrr Dr. S. Krenberger in der DelegfextMsitzMg m 17. April 1921. Hierin muß das neue Aktionskomitee Gleichheit erreichen und in der Anstellung der Funktionäre muß die DkgUMsation dier Tempelbeveiue so stramm Vorgehen, so geeint sein wie die Organisation der Kantoren und der UnMtMe-ir der Tempelvereine. Es darf nicht der schöne Tenor des Kantors im Tempel Zk. dazu führen, daß er vom Vyperntz P. geiromMen wird, daß chm >mchr gezahlt wird, daß ein Funktionär, den ein Tempelverein entlassen hat, anderswo freudig ausgeuonrmen wird. Gleiche Ausuahms- und gleiche Entlassungsbedrnguntzen sollen gelten und eventuell die Funktionäre nach Klaffen -geordnet sein, entsprechend beim Range der Tempel. Diese Gleichheit und Gleichmäßigkeit Mar bisher nicht durchzUsetzen. Hier überwog Eigenbrötelei und Lokalpatrrotisnms. Das Gemeinschaftsgefühl muß erst erwachsen. Es wird jedem Tempelverein und allen nutzen. Ich selbst hakte m dieser Frage keine fachliche -Autorität, weil ich doch nicht Vertreter eines großen Tempels war. Was aber Organisation, das heißt Gemeinsamkeit im Denken und Handeln, vermag, das -sichen und fühlten wir an den Organisationen unserer Funktionäre. Der Kampf dieser um wirtschaftliche Besserstellung erfüllte feit unserer Tätigkeit unsere Zer': und unsere Arbeit. Wie im ganzen' Wirtschaftsleben unseres Staates, wie bei -allen Angestellten steigerten 'sich stetig die Forderungen und haben ihre Ursache 'in der 'stetig steigenden Teuerrrng. - Gleich beim Beginne unserer Wirksamkeit wollten wir die Frage in Ordnung bringen, daß unsere Rabbiner und Kantoren von den Leichenbegängnissen und Trauungen auch bei Bewohnern ihres Bezirkes ausgeschlossen waren und somit sich um ihr Einkommen geschmälert sehen. Herr Glück, Dr. Landau, Markus und ich waren deshalb bei dem allgewaltigen Herrscher der Kultusgemeinde, Dr. Alfred Stern — Gott habe ihn se'lig —, um diese Frage vor allem zu besprechen. Er verwies auf -die Entscheidung des Kultusvorstandes, daß die Besitzinhaber eines Tempels dieFunkkionäre desselben verwenden können. Wesentliches haben wir nicht erreicht. Dr. Stern war ein Block, der nicht zu rühren war. Wir haben unser Verlangen dann irr unserem Kultusgemeindeprogramm, von dem noch zu reden sein wird und das neben 'der Organisierung der Tempelvereine sicher mein Hanptvevdienst ist, niedergelegt und der neue Kultusvorstand hat schon die Frage der Vereinsrabbiner geregelt. Uniserer -Organisation standen und stehen gegenüber die Organisation der Kantoren, -die Organisation' der Angestellten der Tempelvereine und neuerlich die Organisation der Tempetdiener, also eine Gesamtorganisation aller Funktionäre -und zwei Einzelorganisationen. Die wirtschaftlichen Forderungen stellte Werst der Kantorenznft-ühen Tode des verfolgten Jakob eine Freundschaft, bilg später in der Jugendlitbe zur Mirjam Loeb, der Schwester des kleinen Märtyrers, fortleb't, sie führt oatd) zpr Hingabe Friedrichs an das Studium jüdischen Schrist- ÜMch. Friedrich und der junge Finster sind die polaren Gegensätze zwischen schlecht und gut. Fßldeu hält es mit den neuen RoumuschrÄber, die nicht die Tugend zu Tische sitzen lassen, nachdem sich das Laster erbrochen, sondern er teilt die umgekehrten Rollen aus. Go muß auch der christliche WaAderftrediger für den Schutz der Juden unter den Knütteln der Hakenkreuzkerle enden und wenn der Schurke Finster nicht gestorben ist, so lebt U noch heute als wohlversorgte Zierde der Alldeutschen. Wagt iMn aber, welche Sünde gegnr welches Volk der Autor aufzeigen wollte, so tritt jene gegen das deutsche Volk siunMig hervor, denn 'die Verbrechen gegen die Elsässer hat die historische Gerechtigkeit durch den Heimfall an Frankreich äüsgetilgjt, aber das germanische Wüten gtzgen Israel dauert noch immer an. In letzter Zeit machen die Rassehetzer in „wissenschaftlichen" Romanen, unter denen sich besonders durch seine Blödsinnigkeit August Dinters „Die Sünde wider das Blut" hervortut, . das Machwerk eines Doktors, der, wie er selbst zugibt, kein Wort hebräisch versteht und dabei an allen Ecken und Enden Stellen aus dem Talmud und Schulchan Avuch in tenden - ziöser Wiedergabe zitiert. Diese und ähuliche Herren abzuführen, ist die Ausgabe der wirklich wissenschaftichen Anmerkungen zu Emil Feldens Roman, in denen erstaunlich viel Kenntnis auf hebräischen, politischen und sozialein Gebiete verstaut ist. Hier unternimmt es Felden auch, einen besonders augenfälligen Beweis für die „Objektivität" des Herrn Dinier zu liefern, der das Kolnidre-Gebet dem Texte nach richtig, aber in einer irvesühenden Uebvrsetzung wiedergibt. Emil Feldens Roman ist ohne gesuchte Technik, schmucklos geschrieben, in den Charakteren scharf und naturgetreu gehalten mrd bringt Tendenz kn zulässigster Form.