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Die Wahrheit · 1921-05-13 · Heft 10 (13.5.1921) · page 8

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1921
Issue
Heft 10 (13.5.1921)
Date
1921-05-13
Page
– (sequence 8)
Language
German
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Seite 8 D ie W ah r, heit Nr. 10 der Soahar spricht. Und der Menach.schreitet, wenn er in der „Schrift" liest, von einer Tempelhalle in die andere, will sagen: von Buchstad zu Buchstad, bis er zur Stufe, welche über die Aeonen ist, gelangt. Und Gott hat sich in der Thora konzentriert (koirtraktiert). So, wie wenn jemand, der bei seinem Namen gerufen wind, auf den Ruf sogleich reagiert, weil sein Ich an den Namen geknüpft mtb ergo der andere ihn an 'sich heranzieht, so hat sich Gott in der Thora konzentriert (Zimzum) und die Thora ist sein Name, und wenn der Mensch in der Thora liest, zieht er Gott an sich heran. Denn er und sein Name ist eins. II. („Likute Amarim", S. 32.) Es heißt ferner in dem Buche Sohar: Im Gebet schreitet der Mensch von einer Tömpelhalle in die andere. Und man prüft ihn in jedem Tempel, ob er des Eintretens würdig sei. Die Tempel sind die Buchstaben der Gebete, und wenn dem Menschen beim Gottdienen sin profaner Gedanke (machschahbcch sarah) überkommt, so wird er vom Tempel hinausgewiesen. Der Mensch darf nicht ob der Mängel seines Leibes beten und er betrachte sich als einen Teil der Gottheit und bete stets ob der Mängel der ganzen Welt und Israel im' Galuth. Der All verstand. („Likute Amarim", S. 36.) So wie die sämtlichen Organe des Menschen in dem Einen, dem Gehirn (Verstand) gehorchen und alle ihre Funktionen seinem Befehl unterstellt sind, so soll ein jeder sein Handeln nach den Geboten der Thora, die doch eine Abgeklärtheit des göttlichen Willens sind, einvichten und er tue nichts gegen den Willen des Heiligen (Gelobt sei Er). Wir Menschen sind alle Organe der Schechiinah und Gott ist der Verstand der Weilt, der alles befiehlt, ähnlich wie das Gehirn im Mikrokosmos. Wie schon bemerkt, sind die Gebote die Abgeklärtheit des göttlichen 'Willens und sie sind deswegen auch der Allverstand. Alles, was diesem widerspricht, ist unvernünftig, unnatürlich und deswegen sündhaft. Die Ursache der Sünde aber, ist die Verfinsterung des menschlichen Leibes, so daß kein Lichtstrahl der Thora in ihn fällt. Oder der Mensch anerkennt dieses Licht nicht und er glaubt, es sei gar kein Licht. Wenn der König Meschiach (Messias) kommen wird, (es möge dies in Mkde geschehen!), so wird der menschliche Leib gewürdigt sein, eine hohe Stufe zu erlangen und das Licht der Schechinah wird in ihm erstrahlen. So wird die Form den Stoff überwinden und der Geist wird znm Si^e gelangen. lieber das Gottsinden. („Likut Amarim", S. 27.) Wir lesen im Sifra: „Jenen bösen Geist sollet Ihr ans Euren Herzen entfernen, so wie er (Gott) in der Welt einzig ist, so soll Euer Menen vor ihm einzig sein." Das ist der große Grundsatz: Der Mensch habe nur einen Gedanken in seinem Dienen der Gottheit, wie es im Ekklesiastikus heißt: „Er hat den Menschen grad geschaffen, sie aber suchten verschiedene Konstellationen." Denn aus der Energie vieler Gedanken entsteht eine Verdunkelung des Gehirns, und er halte darum fest, daß jedes in der Welt existierende Ding voll der GöMchkeiit ist. Das Geringste des Geringen, das im Universum vor sich geht, rührt von seiner Providenz her, es waltet kein Unterschied zwischen dem von ihm Gewollten und dem von ihm Nichtgewollten, weil alles von der Gottheit herrührt. Und er weiß, daß ihm entsprechender wäre, daß sie (Dinge) nicht gestaltet werden sollen, nach seinem Willen. Man denke, daß alles, was sich zwischen der Planetar-Engel- und Thronwelt befindet, wie nichts ihm gegenüber elscheint, weil alles in dem Umfange der Kontraktion der Glorie (Gedankenlicht), nämlich der Selbstkonzentration, weil sie alle nur Logos sind. Wenn dem so ist, wozu sich von den Leidenschaften hinreißen lassen, die doch in diesen Aeonen sind, weil sie mir der Logos sind. Es wäre doch viel besser sich der Gottheit selber (außerhalb der anderen Welten anzuschließen) da er doch der „Urpunkt"^) ist, und sich nicht an das Akzidenz anzuschließen. Das ist, was der „Sohar" sagt: „Glücklich zu preisen sind jene Gerechten, die da verstehen ihren Willen mit dem Willen des höchsten Königs zu identifizieren und nicht /mit) dem des Universums. Denn all,e Aeonen gehen doch einst zugrunde. Der Mensch denke stets, sich der Gottheit in absoluter Liebe anFuschließen, daß er ihn liebe, mehr als alles in der Welt. Denn alles in der Welt vorhandene Gut wurzelt nur in ihm. Und er 'denke so: „Ich will immer seinen Willen tun, um ihm Wohlgefallen zu erweisen." Und stets sei sein Gedanke ihm anaeschlossen in der höchsten Welt. Das ist es, was Um Kapitel 21, Vers 13 Levit, angedeutvt ist: „Aus dem Heiligtum soll er nie hinausgehen". Und wenn er von den trestvaleu Objekten reden wM, sei ihm so, als wenn seine Gedanken von der höchsten Wellt gradatim Herabstiegen, so wie wenn der Mensch ans seinem Hanse hinausgeht, mit der Absicht, zurückzukehren, und während seines Lebens stets daran denkt, wenn er in sein Haus zurückkchren würde, so denke Man stets an die obere Welt, welche sein Harts ist. Bonden Gegensätze n. Der Autor der „Akedath Jozchok"") lehrt: Es heißt . (Gen. II. 18) „ich will ihm eine Gehilfin, das Weib, an ’ die Seite stellen". Hier liegt das „Helfen", das sich gegenseitige Vervollkommnen in dem Extrem von Manit und Weib. Auch würden die persönkiche Freiheit, sowie Lohn und Strafe als Folge von guter und böser Tat aushören, wenn nicht die Gegensätzlichkeit wäre." Wir haben auch schon an anderer Stelle daraus hin gew iesen, daß, wenn die Gegensätze nicht wären/') so würde die "Lust (Genuß) nicht in die Erscheinung treten. Eine fortwährende Lust ohne vorhergehende Unlust wäre als Litst kaum wahrnehmbar- Auch das Gefühl der Seligkeit, das sich den: Menschen bei der Hasagah°) kundgibt, geschieht nur durch das „Her und Hin" (Raaro tve schob). Wenn beim Menschen die Hasagcch abnimmt, und der Mensch in die Gegensätzlichkeit verfällt, so besteht die. Hilfe in dem einfachen Glaub/.'u, ohne jedes Klügeln und Suchen nach Gründen. Nur durcb die Kraft des Glaubens, die die Berge zerschellt und den härtesten Fels zerstäubt, liegt Heil. 3) Der Uvpiunkt ist auch identisch mit der ersten Sesirah „Kether" genannt. Es heißt in der Kabbalah: „Als der Verborgene der Verborgenen sich manifestieren wollte, machte er zuerst den Punkt. (Sohar I. B., S. 15.) Beschata di'stima d-Chol stimm baa le'itgaljja abad berescha ne'kuda chada." * * *) Der Philosoph Jsak Araina aus Z-amora, gest. 1464. °) Vergleiche mit der Lehre über diese Materie. °) Des. des Hasagah- 'Die Definition der Begriffe Hasagah usw, im Buche ausführlich.

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