Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1921
- Issue
- Heft 10 (13.5.1921)
- Date
- 1921-05-13
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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wodurch sie den ans sie entfallenden Teil selbstbewußt und zielkewußt verrichten; man muß sie zu der Erkenntnis erwecken^ idstß die Wege der Räligionspflicht immer Ausgabe der jüdischen Frau war. Heute ist dies nicht bloß eine Mission, sondern erstklassige Pflicht, man Muß die Frau hinc-inzichen in die Arbeiterr des religiösen Lebens. In die Hände der Frauen sei die Fahne der Propaganda, deren Losungswort: „Zurück zum Judentum!" ist, gegeben. Der Glaube also, die Religiosität und das Festhalten an religiösen ileberlieferungen bildet die Lebensbedingung und Lebensberechtigung der Juden. Nur auf dieser Basis fkann man ein verläßliches und starkes Judentum erziehen. Bei jeder Verfügung muß dties vor Augen gehauen werden und aus diesem Gäuche messen wir der Frage des Kaschrus so große und entscheidende Bedeutung bei. Die wahre Eigenschaft einer Gemeinde bedingt der Kaschrus und' die große Arbeit, welche wir diesbezüglich entfalten uich die Erfolge, die wir bereits erziielt haben, bÄvLisen, daß wir in der besten Richtung arbeiten uud dankbaren Boden pflegen. Man muß die BodenMche uno die Seelenanzahl unserer Gemeinde kennen, um sich einen Begriff davon zu machen, was für Bekämpfung der Schwierigkeiten hier in Frage steht, um die Anforderungen des Kaschrus zu befriedigen, und gerade bÄi dieser so schwierigen Aufgabe haben wir die größten Erfolge zu verzeichnen und bestätigt es sich täglich, mit Augen zu sehen und mit Händen zu greifen, daß der Jude ausschKeßUch aus dem Boden der Religion steht und daß daraus das Judentum ausschließlich seine Kraft schöpft. Eine große Arbeit haben wir unternommen, eine größere ist zu vollbringen, zumal doch die religiöse Pflege und Erziehung «inigsr hunderttausend jüdischer Seelen uns arrvertraut ist. Zu dieser großen Schasfensarbeit suchen wir mit uns gleichfühlende und mit uns irr einer Richtung gehende Mitarbeiter nicht nur im Bereiche des Budapefter Judentums, sondern in sämtlichen Kultusgemoinden des Laiches. Wir wägen die Behauptung, daß Indessen setzte die Versammlung die Hagadah fort. Der König lauschte Wort für Wort urrd nicht nur, daß er diese Worte auf keinen Verrat deutete, sondern er fühlte sich in dieser Gesellschaft ganz gchoben. Der Könitz dachte in sich: „Ein so heiliges Volk fault keinen Verrat begchen — es ist unmöglich ein Verschwörergesindel. Chadgadjo hat aus Feindschaft gegen d-At Vizekönitz eine falsche Anklage gegen sie erhoben — vielleicht gar ist er, wenn ihm schon eine Verschwörung in den Kopf geflogen ist, selber ein Verschwörer und wollte Menasche zu seinem 'Sündenbock machen! Plötzlich horte er alle versammelten Juden wie aus Befehl rufen: „Chad Gadjo! . . . Chad Gadjo! . . . CH ad Gädjo! . . . Chad Gadjo! . . .*) Der König traute seinen Ohren nicht, seine Stirne legte sich in strenge Falten. Nun begriff der König, daß Dajeuo und Chadgadjo eine falsche Anklage gegen die Juden erhoben haben, daß die Juden aber völlig unschuldig sind. Ms der Ncorgen sich schon in den breiten Tag ergosien hatte, ging der König frohgemut nach Hause. - Seither aber war er den Juden noch gütiger. *) „Ein Lämmlcin, ein Lämmlein", der bekannte Abschied in der Hagoda für Pessach. unser Programm nicht nur der Pester RMgionsgemeinde dient. Bor zwei Jahren, in den furchtbarsten Tagen, haben wir die Führung unserer großen ReMgsonsgemeinde übernommen, und jeder Tag dieseir unserer zweijährigen Täbigkeit bedeutiet die schwerste Periode des ungarischen Judentums. In Sturm und Gefahr haben wir gearbeitet, unser Bollwerk und unsere Kraft bildete unsere Glaubensstärke nnd wir hoffen zum Allmächtigen, daß wir unsere Arbeit in Frieden und Ruhe nunmehr fortsetzen werden. Wir fnndamentieren nun die Burg unserer Religiosität und Glaubenstreue, und zu dieser unserer Arbeit rufen und erbitten wir die Mitarbeit sämtlicher Kultusgemeinden unseres Landes. Gchen >wir eimheWich vor ilrc allen Fragen, welche die Vertiefung der Religiosität, Befestigung der' llieligionstreue und Einhaltimg der überlieferten Traditionen zum Ziele haben. Wenn Sie beispiiels-veise sehen, daß die Barmizwahfüieirm und diie Gelöbnisse -der Jugend aus jüdische Seelen wirken, nehmen Sie dies au und führen Sie es ein. Wenn Sie glauben, daß Frauengottesdienst von großer Bedeutung wäre und großen Aufgaben diene:: könnte, so setzen Sie ihn durch. Wenn Sie mit uns der Meinung sind, daß die feierliche Namengebung im Tenlpel von wohltätiger Wirkung aus die potenzierte religiöse Empfindung der Familienmitgttedei sein kann, so bewerkstelligen Sie dies, wenn Sie nttt uns in der unerschütterlichen Häupttvahrheit übevöinstiminen, daß unser Judentum nur in unserem heiligen Glaube:: wurzelt, so bauen Sie auf dieser idealen Basis nicht rwtr die Soelengemeinschaft, sonder:: auch ein religiöses Z::- sammenarbeite,: und dienen aus dieser Weise unserem Gotte. Und der Allmächtige möchte geben, daß der nächste Pessach ein Frech missest des ungarischen Judentums werde! Die Pessach-Aktion des American Joint Distribution Commitee. Der Fernstehende hat unmöglich einen Begriff von dem Umfang der Tätigkeit, welche die Wiener Leitung des „I o i n t" anläßlich der Pessach tage entwickelt hat. Jetzt, nachdem dieselben vorüber sind, gewinnt man ein ungefähres Bild der ausreibenden konzentrierten Arbeit, die von dem hiesigen Direktorium, seinen Mitarbeitern und den zahlreichen Hilfskräften geleistet wurde, um allen an sie herantretenden Bitten und Ansprüchen klaglos genügen zu können. Es möge deshalb im Nachstehenden die Schwierigkeiten, -die O r g a u i s a t i o n, der U m s a n g der d i e s j ä h r: g e n Bersorg u n g s a k t i o n besprochen worden. Die Mazzothversorgung ist wie alljährlich eine neu austaucheude große Sorge derjenigen Faktoren der jüdischen Selbstverwaltung, die für die klaglose Befriedigung des rituellen Lebens verantwortlich sind. Die außerordentlich hohen Herstellungskosten der Mazzoth — die Backkosten ohne Mehl betrugen ungefähr K 50.— für das Kilogramm, die Gesamtherstellungskosten bei K 200.- hätten einen so hohen Verkaufspreis der Mazzoth bedungen, der von den nichtwohlhäbeiiden Schichten der jüdischen Bevölkerung, also von dem überwiegend großem Teile derselben, nicht Hätte bestritten werden können. Angesichts dieser Schwierigkeiten hat sich ebenso wie im Vorjahre auch Heuer die Notwendigkeit ergeben, daß die Wiener Abteilung des A. I. D. C. die Mazzothversorgung. nicht nur für die bei ihr im Bezüge der fortlaufend ^rftgaeammm*