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Die Wahrheit · 1921-04-22 · Heft 9 (22.4.1921) · page 6

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1921
Issue
Heft 9 (22.4.1921)
Date
1921-04-22
Page
– (sequence 6)
Language
German
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■ r«irri%1 I.. I 1 ■ iagglgPBlWjMwiapqajpgijgsBjw^^ EM 6_Eis Wahrhsil Nr. S der Betrachtung zur Grundlage'dienen: „Indem er (Ahasveros) den Reichtum der Pracht seiner - Herrschaft zeigte." (Esther 1, 4.) Es lehrte R. Jose bar Chaninah: Dies deutet an, daß er- (Ahasveros) die Prachtkleidung des Hohenpriesters anlegte, (denn) es heißt hier: den Ruhm der Pracht seiner Größe (Esther 1, 4), und es heißt dort (2. Buch Mose 28, 2) : zur Ehre und zur P r ach t. . . . Und Geräte mannigfacher Art. (Esther 1, 7.) Es sollte eigentlich hier meschunim (nicht schonim) lauten.'Es lehrte (darum) Raba: Eine geheimnisvolle Stimme erscholl und kündete ihnen. Die früheren: Belsazar und sein Anhang sind heimgesucht worden ob dieser Geräte und ihr wiederholet (schonim) die Frevel mit denselben. (Megilah 12 a.) Ein leiser Anklang an diese für ihre Räuber unheilvoll wirkende Entweihung der heiligen T e m p e l g e r ä t e widerhallt in folgender Legende. Doch hat dieselbe scheinbar die Tempelgeräte im allgemeinen zum Gegenstand: „Wovon, bereicherte sich jener Frevler (Nebukadnezar)? Er sammelte alle Schätze der Welt und sein Auge wachte eifersüchtig über diese Schätze. Als sein Tod heranncchte, sprach er: Was soll ich alle meine Güter dem Ewil (Merodach) hinterlassen? Er rüstete viele Schiffe aus, grub sich Höhlen in dem Grunde des Euphrat, verbarg die Schätze darin und führte die Gewässer des Euphrat über sie hinweg. Als sodann Kyrus zur Regierung gelangte und das Heiligtum wiederum auszubauen befahl, da offenbarte ihm Gott diese Schatze, denn es heißt (Jefäjäihu 45): „Ich gebe dir die Schätze der Finsternis und die'Güter der Verborgenheit." (Midrasch rabba Escher s. v. b'har'osso.) In den Worten: „Er sammelte'alle Schätze der Welt", hören wir gleichsam den Widerhall der Weh'mut'mitklingen ob des Raubes der Tempelschätze, die Nebukadnezär geraubt und dadurch entweiht hatte. -Diese Legende kennzeichnet freilich die eine Differenz, daß in derselben nicht das Fatum'' als solches das Strafgericht vollzieht, sondern ber ^ctte gierige Tyrann in eigener Person, indem er eigenhändig die heiligen Tempelgerä^e mitsamt allen Schätzen der Welt ' dem Abgründe des Euphrat überliefert.- Allein hierin gerade enthüllt sich das Fatum, daß er selb ft es ist, ddr seinem frevelhaften Raub das Grab gräbt. Als Tempelräuber katerochen lebt aber ein Mann in der jüdischen Sage fort, den diese selbst als solchen dem Andenken der Nachwelt überliefert. Es ist derrömische Feldherr Titus. '„Was tat er (Titus)? Er nahm den V o r h a n g (des Allerheiligsten), formte ihn zu -einem Kelter, nahm alle Geräte des Tempels, legte sie hinein, brachte sie auf ein Schiff, um mit ihnen'in seiner Stadt (Rom) sich zu berühmen. . . Da erhob sich ein Sturm auf dem Meere, um ihn zu ertränken. Da sprach er (Titus): Ich glaube, der Gott derselben (der Juden) übt seine Kraft nur auf dem Wasser aus.. Pharao und Sisera ertränkte er im Meere, so kommt er auch, um'mich im Meere zu ertränken.'Wenn er ein Held ist, so-komme er hinaus ins Trockene und führe dort mit mir Krieg. Er tritt aufs Trockene, da kommt eine Mücke, dringt in. seine Nase, von dort ins Gehirn, an welchem sie tags und nachts unaufhörlich nagt, bis der Kranke unter schweren Leiden stirbt." (Gittin, 56 b.) Ein Ausdruck nationalen Schmerzes über beit Raub der heiligen Tempelgeräte war es, der die Juden den Titusbogenin Rom stets meiden ließ. Hat doch Titus gleich Belsazar (Nebukadnezar) die heiligen Geräte durch deren Verwendung im eigenen Palast profaniert. (Josephus, bell. Jud. VII, 5, 7.) ' Die gleiche Tendenz des an dem gewaltsamen Räuber sich vollziehenden Verhängnisses verfolgt auch die Sage über den von den Feinden geraubten Thron Salomos. - Me dennüberhaupt die Person und die Weisheit Salomos Gegenstand liebevoller Sagenbildung bei den jüdischen Weisen dar stellt?) Diesen Thron umgeben zu beid en Seiten vul. Midrasck «bba Korion. Zun- G. M. ('189°), S. 291 u. Taxaum Scheni m Esther; Kol bo Kap. 119. Dr. R. Färber, König Salomo in der Tradition Wien 1S02 zu schreiben von Feiertagskerzen, von gedörrten Pflaumen, - von Welschnüssen und eine eiserne Kugel für die Kinderzum spielen. . . Nun teuerer Gvttl Ich will mit unserem wunderbaren Lehrer Moses — er ruhe in Frie-- den — zu dir sprechen: Herr, ich biw nicht ein Mann vieler Wortes Was mein frommes Ehsweib Malle, die Tochter eines gelehrten Mannes in Israel,-sprach, das gilt! Und du, guter, gütigster Vater im Himmel, du wirst in deiner -unermeßlichen Weisheit, wie da geschrieben steht: Liswunofau en mispor! Du wirft schon den Weg-nach KrapoZ. tatsch Nummer 12 treffen! Du hast deine guten Sendboten! Wie du sie zu Abraham und zu Lotst sandtest, so wirft du sie du deinem Knecht Herfchel Zwi senden -—.. beladen mit Kol tuw! . . . Mt großer Gottesfurcht dein Knecht Herschel Zwi in Krapotatsch der Medinah Litauen, Nummer 12 am 2. Nissan. -- v •: III. j H-. - Am fünften Nissan stürzte-der Hausierer Herschel mit der Tür ins Haus und schrie mit freudiger Stimme: „Malke, meine Königin, der liebe Gott im Himmel hat uns erhört, wirsind glücklicher" hat uns zweimal 18 .Rubel geschickt. Dafür können wir alles, alles kaufen: Wir werden jährlich ein Peffach haben wie die Fürsten!" ' dllles jubelte und tanzte in der Hütte des armen Hausierers. Die Hausfrau fragte schüchtern: „Sag' mir doch, lieber Mann, wie hat der Engel, der dir das'Geld übergab, ausgesehen?" ' - „Was fallt-denn dir ein, mein gutes Weib? Es war doch gar kein Engel! Der Gutsbesitzer' hat mich rufen, lassen, er war sehr freundlich zu mir und hat mir das Geld mit den Worten'übergeben: „Der liebe Gott im Hiürmel der israelitischen Abteilung sandte dir zum bevorstehenden Pessachfeste zweimal 18-Rubel. Hier hast du sie!' Ich Hab'' das Geld genommen, habe mich verneigt und bin gegangen', das heißt: nicht gegangen, sondern gelaufen!" Malke (erstaunt)::„Und Haft du dich nicht beim Herrn von Tomaszewsky bedankt?" - Herschel (noch' erstaunter): „Bedankt? . , Bedankt? . . Bedenk %] die Ehre,, die der Gutsbesitzer durch mich gehabt hat: der Bote 'Gottes zu werden, um das ihn doch Könige! und Kaiser beneiden dürfen! Er war auch deshalb sehr j freundlich -zu mir.-Und' ich soll mich bei ihm noch bedanken? .! Du bist eine..simple'Frau! Das wäre linkisch von mir! . ." Gewiß-liegt viel Wahrheit in der Behauptung des einfältigen Hausierers! Heil-dem, der zum -Sendboten Gottes sich erheben darf! Ihn preisl ich mehr"-denn einen Prophetenl;• . . - y,«**'* - f*r; . . - :

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