Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1921
- Issue
- Heft 8 (15.4.1921)
- Date
- 1921-04-15
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
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Gerte 10 Mit . W j;.m jgr &ie W s h r h s^t Nr. L^ sprach genommen haben.'Nein! Es waren jene Parasiten, ,ene ÄottsschWttnge un-o Frenchlinge, die nur mit Couponrchneiden -und Schieberge-,hasten dem Hergptt den Tag absuchlen, jene Parasiten, die an der großen Not, - in der wir uns 'befinden, die Hauptschuld tragen und an unserem Wirtschaftskörper sitzen und Den letzten Tropfen Blut aussaugen, Millionen und Mllionen auf Kosten der Arbeiter verdienen und sich. so ein Prasserlöben verschaffen können. Ein anderer kann sich Heute Den Luxus eines Fremdenaufenthaltes nicht leisten. ,Kem Geschäftsmann, kein. Gmierbetreibender und noch viel weniger ein Arbeiter. Dieses erholuNgsbedürftige, asiatische G esch weiße mit ihrer Körperfülle soll -auch in diesen Ssm-merinonaten unser Land beglücken, soll auch diesmal wieder Die karger Rationen -der Arbeiter wegnehmen und verteuernl Dazu sind wir nicht mehr Lit haben. Wenn auch eine FreruderMeröchrsgenossenschaft „Wirfrei" gegründet wurde, die die Aufgabe Lat, Lebensmittel aus dem Auslände zu beschaffen, so ist damit-noch kein Beweis .erbracht, daß diese Zustände, wie. angeführt, nicht eintreten. Was soll eine Fremdenabgabe von 100 Kronen bedeutend Dies ist doch eine Lächerttchkeit, die für einen Ausländer .mit einer hohen Valuta ein Trinkgeld bedeutet, einem Schieber,, j ü d is ch e n G e l d s p e k u l a n r e n eine Lächerlichkeit ist. Wir machen alle maßgebenden- Kreise darauf aufmerksam, daß wir gerne bereit such, Erholungsbedürftige aufzunehmen, aber auf keinem Fall gewillt sirch, den jüdisch e u Schmarotzern Ms Kosten der gesäurten Bevölkerung ein Prasserleben zu verschaffen." — Aärn achte wohl: Gegen a-r i s ch e Schieber und Preisrreiber hat das gesinnungstüchtige Blatt nichts einznwenden. Ein Jude — ja, oberösterreichischer BMer, das ist was anderes! Und so denken sie alle die biederen LMdlente im Lande ober der Enns und auch in anderen Gauen Deutschösterveichs. An dem einen Orte soll es ein Arier- Paragraph sein, womit man Sern von den Bergeshöhen . fern halten möchte, anderwärts fürchtet man, daß sie den Eingeborenen das Brot vom Munde wegessen. Nie aber will man es ehrlich heraussagen, daß. der angebliche SelbMchutz - nur den Empfindungen, des Rafsenhäsies entspringt, Was aber nicht verhindern wird, daß die Wiener Juden die moralischen Ohrfeigen damit quittieren werden^ daß sie ihr gutes Geld, den ländlichen Ehrenmännern in den unersättlichen Rachen werfen werden. Wne Kostprobe jüdischer. Preßfreiheit in der ^rechtlich garantiert« Heimstätte". Der „Jüdische Arbeiter" berichtet: Das Erscheinen des „Kuntrefs", des Organes der. Achdut Haawoda, einer palästinischen Arbeiterpartei, wurde für einen Monat behördlich eingestellt. Das Vergcheu des „Kuntresf" besteht darin, daß er einen Aufsatz von N. Syrkin: „Pontius Pilatus" veröffentlicht hat, in dem der General von Störs, Gouverneur von Jerusalem, als Mitschuldiger des Jerusalemer Pogroms vom April 1920, gebrMdmarkt wird. Die Redaktion wurde vom Gouverneur-Stellvertreter in Jaffa aufgefordert,^diesen Aufsatz zu dementieren und öffentlich um Entschuldigung zu bitten. Der Redakteur B. Katzne^on lchute dieses Anfinnen ab und wiederholte die Beschuldigungen, die die „Achdut Haawoda" kurz nach dem P)grom gegen die englischen Bchörden und gegen General Störs erhoben hatte. Als Antwort Ms diese Erklärung wurde der „Kuntresf" auf. einen Monat verboten. Es wäre jedenfalls den Traditionen englischer Freiheit entsprechender gewesen, dos unbequeme Blatt zur Erbringung des Wahcheitsbewetzes vor Gericht zu stellen. 'Die erfolgte Maßregelung erinnert sehr unliebsam an das ehemalige objektive Verfahren des reaktionären Oesterreich. Zur Abstimmung in OberMesien. Der von Paul V.l o 11schheran sgege-beire Wiener „Montag" bringt in seiner Nummer vom 4. d. unter dem Titel „Peillliche Viot= Helfer" ein launiges Bänkel von Hans Wurst über den Ausgang der oberschlesischen Wahlen, das mit den trefflichen Reimen schließt: Ein Wer^mntstropfen-aber, wie wir.hörten, . Fiel in den Freudenbecher dieser Schar, Weil unter den aus Schlesien Heimgekehrten ' Die Mehrzahl, ach, semitisch war. Und noch ein Schlags ein überaus fataler, - Traf uns're Wotansenköl beim Empfang: Für die Begrüßung, sprach im Namen aller, Oberr-abbiner Dr. G r u n w a l d -Dank. Doch schien in diesem Fall man ganz bescheiden, Sich um das Faktum weiter nicht zu scher'n, Ein t.eutscher Mann mag keine Indenleiden, Um ih re 61intm en aber wirbt er gern! Ja, so war es immer. Wenrt -es um politische Wahlen, um Besitznahme oder-Besitzerweiterung deutscher Machtsphären ging, bediente man sich des deutschen AÜtbnvgers jüdischer Konfession und wußte ihm seine Stimme abzuschmeicheln oder abzulisten, aber wenn der Mohr seineSchuldigkeit getan, die Kastanien aus dem Feuer geholt hatte,-dann wurde der „Jud'" schlecht bedankt, wieder zurückgestellt, ohne daß er aus solchen Erfahrungenandere Lehren gezogen hätte, als -von mehreren liebeln stets das geringere zu wählen. . Die zionistische Krise.. Der Präsident der Zionistischen Organisation, Eheim W e i z m a n n, und der Vorsitzende der Exekutive, Nahum Sokolow, veröffentlichen in den Parteblättern eine Erklärung, der wir folgendes entnehmen: Die Herren Julius Simon und vtshemia de L i e m c hatten als Mitglieder der Exekutive gegen Ende des Vorjahres resigniert, weil -innerhalb der Leitung Meinungsverschiedenheiten in prinzipiellen. A n geleg e n h eite it bestanden, sie hatten sich aber bereit erklärt, die Geschäfte bis zur nächsten Sitzung des großen Aktionskomitees, die auf den 13. Februar d. I. angefetzt war, weiter zu führen. Da diese Sitzung nicht zustande kommen konnte, weil entsprechend den Wünschen' der amerikanischen Mitglieder die Mehrzahl der Mitglieder des Aktionskomitees Verschiebung Der Sitzung beantragte, ' sahen sich die Herren Svmon und de Lreme veranlaßt, mit dem 1. Rtärz von der Leitung zurückzutreten. Damit tritt Herr Simon auch Volt seiner Funktion als Vertreter der Exekutive im Keren Hajesfod zurück. Um die Geschäfte der Zionistischen Organtfation nicht lahm zu legen, sind -einrge Herren als Noch elfer iu die Bresche getreten. Dieser Umstand schafft aber die Wahrheit nicht aus der Welt, daß es. im Gebälke. des Zionismus immer bedenklicher knistert. Aufmerksame Augen -und Ohren-fanden schon lauge dafür Anzeichen. Als wir vor Atonaten in unserem Blatte-die Zeichen der Krise feststellten, fiel alles, was streng zionistisch ist, über dte „Wahrheit" her, beschuldigte ffc des Strebens, Uneinigkeit rin die Partei tragen zu wollen. Während diese Uneinigkeit schon damals weit vorgeschritten war und die- Kluft zwischen London und Amerika sich zusehends' vertiefte. Angesichts der neuesten Erklärung Weitzmanns und Sokolows erübrigt sich .für uns. jedes weitere Wort der Glossierung. ,