Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1921
- Issue
- Heft 6 (18.3.1921)
- Date
- 1921-03-18
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
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Nr. 6 D i c Wa hrheit Seite 16 schöneren Hälfte, Triumphe feierte. Die „Boheme", Ne gar nicht auf -dem Programm stand, wußte das hartnäckige Publikum durch demonstrativen Applaus sich erst erzwingen. Das kleine Fräulein M a n h a r t, der „Sarjoschu" unseres Burgtheaters und Herr Rudolf Lampel als Violinvirtuose, sowie Herr Fanto als ausgezeichneter Pianist nrachten sich um das weitere Programm verdient. ~ G. Seltenes Jubiläum. Der bekannte einstige ReichstagaLgeordnete 'Moritz M e z e i, an dessen Namen sich seit Jahrzehnten alle Freiheits- und Kükturbestrckbungen des ungarischen Judentums knüpfen und der besonders für die Emanzipation und Gleichberechtigung des Judentums unentwegt kämpfte, beging anfangs v. M. die Feier seines achtzigsten Geburtstages. Die Pester Jft. Religionsgemeinde hat aus diesen: Anläße in sämtlichen Tempeln während des Sabbat-Gottesdienstes besondere Feiern veranstaltet. - - Prater Bethausverein „Tefilath Jeschurun". Zwei verdienstvolle Funktionäre dieses Bethausvereines, Bethausvorsteher Herr David Wald m -a n n und BereinskaMer Herr Josef Goldberger, waren anläßlich ihrer Ernennung zn Ehrenmitgliedern - Gegenstand besonders herzlicher Ovationen und Beglückwünschungen seitens des Vorstandes und der Mitglieder. In vollster Anerkennung der stets geübten Pflichttreue und mit den Wünschen eines glücklichen Lebensabends überreichte der Obmann Herr Bernhard Mayer genannten Herren die Ehrendiplome. Schriftführer Altholz wüvdigte sodann in warmen Worten die rühmenswerte Wirksamkeit, die rastlose Tätigkeit der Geehrten seit Gründung des Vereines, feierte dieselben als Zierde ihrer Kollegen, worauf Herr Waldmann, von den mannigfachen Ehrenbezeugungen freudigst gerührt, mit dem Versprechen, nach wie vor feine Kraft dem Verein zu widmen, in schlichten Worten dankte. Mit tränenerstickter Stimme, auf Wiedergenesnng nach.seiner so schweren 'Krankheit verweisend, dankte Herr Joses Goldberger allen herzlichst ft'ir die ihn: bewiesene Ehre. v Die höher verzinsten beigen Staatsschatzscheine. Wie vor kurzem gemeldet wurde, ist beim Abverkaus der sechsprozentigen österreichischen Staatsschätzscheine schon mit 1. Jänner 1921 der Betrag von 1000 Millionen überschritten worden. Nach verläßlichen Berichten, welche von den Zeichenftellen eingelaufen sind, schreiten wir rüstig der zweiten Milliarde zn. Das Interesse für die sechsprozentigen Schatzscheine hat sich in letzter Zeit auch tatsächlich gehoben, u:td ungeachtet der vielfachen schweren Belastungen, denen die Bevölkerung Oesterreichs ansgesetzi ist, Haben jene Kreise, welche das Volksinteresse mit dem Staatsinteresse zu verbinden verstehen, den Wert der Obigen verzinslichen Schatzscheine anerkannt. Tatsächlich hebt sich die Nachfrage allerorten, zumal durch eine Verfügung des Bundesministeriums für Finanzen die Schatzscheine, welche länger als ein Jahr ungekündigt bleiben, mit einer Verzinsung von '0,4% höher zurückgezählt werden. Es stellt sich demnach die Verzinsung für 1000 Kronen Kapital, welches man in Schatzscheinen anlegt, für ein Jahr ans 6,4%, was gewiß einen sehr hübschen bürgerlichen Gewinn bedeutet. Wir scheu auch, daß die Kapitalskreise und Sparer in letzter Zeit für die Staatsschatzscheiwe großes Interesse zeigen und demzufolge auch große Posten dieses Staatspapier.es aus dem Markte nehmen. Barmizwahfeier. Am Samstag, den 5. d. M., feierte Joses Natowicz, Sohn des m weiten Kreisen allgemein beliebten Herrn Salomo:: und seiner Frau Gisela Natowicz, sein Barmizwahfest im Prater-Bethause. Der schönen Feier wohnten nahezu der Gesamtvorstand des, Vereines, zahlreiche Freunde und Bekannte des Hauses bei, die von dem so glänzenden schönen Vortrag der „Haftora" des Konsirmanten entzückt waren. Nachdem Oberkarttor S. P ostulow den kantoralen Teil der hebräischen' Gebete in besonders wirkungsvoller Weise zu Gehör brachte, richtete Herr Rabbiner Dr. S. F u n k an den KonfirmNnten eine zu Herzen gehende eindrucksvolle Ansprache, in welcher erden Sinn fürs Judentum, die edlen Regungen, die großen Verdienste seines Vaters, der als Vorstandsmitglied! in der Gemeinde,-so. segensreich wirkt, hervorhob und denselben als Vorbild hinstellte. Der zur Thora gerufene Vater, welcher aus diesem Aulasse dem Tempelvereine und anderen Vereinen namhafte Summen spendete, wurde von den zahlreichen Te:npelbesuchern herzlichst beglückwünscht. Bei dem anschließenden Familienfeste hielt der junge Natowicz eine innige, von den Festgästen beifällig aufgenommene Rede. Trauungen. Sonntag, den 6. d. M. fand im Pazmanitentempel die Trauung des Herrn Richard Lilienthal ml: Fräulein Anny K riß statt. Die Eltern des Brautpaares, Herr Josef und Fvau Cäcilie K r i ß, erfreuen sich in weitesten Kreisen einer ungemein großen Wertschätzung und war das große Gotteshaus von illustreu Gästen bis aus das letzte Plätzchen gefüllt. Oberkantor I. G i b l j ch m ann leitete die Trauungszeremonie durch Jntonierung des Ma tauwoh, unter Begleitungvon Chor und Orgel, ein, woraus Herr Rabbiner Dr. S. Funk nach einer an das Brautpaar gehaltenen tiefdurchdachten Rede den Trauungsakt vollzogen. — Gleichfalls im Pazmanitentempel fand am 13. id. M. die Hochzeit des Herrn Rudolf Boy ko mit Fräulein Lily D r u ck e r, Tochter des Herrn Dr. Leopold Drucker und seiner Gemahlin I d a statt. In seiner Ansprache an das Brautpaar gedachte Herr Rabbiner Dr. S. Funk rühmend des Großvaters der Braut Adolf Schrämet s. A. und verwies aus die großen und schönen Verdienste, die sich sowohl der Brautvater, wie die Familie des Bräutigams um das Judentum erworben. — Vor dieser Trauung hat die Vermählung des Herrn Otto Aufrichtig, Sohn des weiland Herrn Siegmund und Frau Hermine A u f r l ch t i g, mit FräinleiU . Hilda Wie g e r unter . außerordentlich großer Beteiligung stattgesuuden. Silberne Hochzeit. Im PazmaniteUtempel begingen Samstag, den 12. März, Herr Leopold B er mann und seine wegen ihrer Wohltätigkeit bekannte Gemahlin R üd o l f i n e das schöne Fest der silbernen Hochzeit. Das durch seine vorzüglichen Tugenden beliebte und geachtete Jubelpaar wurde von dem Vorstande, sowie von zahlreichen Freunden und Verehrern herzlich beglückwünscht. Se. Ehrwürden Herr Rabbiner Dr. S. Funk richtete in seiner Festrede herzliche Worte an den Jubilar, der bei diesen: Anlasse verschiedenen Wohltätigkeitszwecken bedeutende Spenden widmete. Todesfälle. Wie bereits berichtet, starb am 1. d. M. nach langem schwerem Leiden die Gattin des langjährigen und verdienstvollen Sekretärs des Leopoldstädter Tempelvereines „Aeschel Awrohom", M. Kvhn, Frau Bertha K o h n. Das Leichenbegängnis der durch ihre Wohltätig- - teit bekannten und beliebten Frau fand am 3. d. Munter