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Die Wahrheit · 1921-02-17 · Heft 4 (17.2.1921) · page 11

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1921
Issue
Heft 4 (17.2.1921)
Date
1921-02-17
Page
– (sequence 11)
Language
German
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Serie 11 Nr. 4 Die Wa Wartefaal richtete Rabbiner Bau.mga.rten eine ergreifende Ansprache an Herrn Pappenheim, der ebenso bewegt erwiderte. Die besten Wünsche aller Freunde der Aguda und Erez Israels begleiten ihn auf seinem Weg nach Jerufcholajim. Berufsjubiläum. Der Herausgeber und Chefredakteur unseres Blattes, Herr Ludwig Hirsch f«eld, feierte Ende Dezember sein 25jähriges Berussjnbiläum. Es war seine Absicht, mit Hinblick auf -den Ernst der Zeit, über dieses Ereignis stillschweigend hinwegzugehen. Der Per-- band der Fachpresse jedoch, dessen Mitglied und Borstandsmitglied der Jubilar feit vielen Jahren ist, wollte den Anlaß nicht vorübergehen lassen., ohne dem Jubilar den Ausdruck der Anerkennung und Ehrung zu zollen, und widmete ihm deshalb die in den Bereinssatzungen festgesetzte höchste Auszeichnung durch Verleihung der Goldenen Feder und Großen Ehrendiploms. Nachdem der Verband der Fachpresse die von ihm ausgegangene Ehrung durch die Tagesblätter der großen Oesfentlichkeit verlautbaren ließ, liegt nun kein weiterer Anlaß vor, von diesem Ju- . biläum auch in dieser Zeitschrift Kenntnis zu geben. Auch die Vorstandsmitglieder des Leopoldstädter Tempelvereines „Aeschel Awrohom", dessen Schriftführer der Jubilar ist, stellten sich« mit einer sehr schönen Widmung ein. * * -i- Jm Anschlüsse an -obige Mitteilung sage ich allen Freunden und Bekannten, die mein Berufsjubiläum zürn Anlaß von Sympathienbeweisen gemacht haben, herzlichen und tiefempfundenen Dank. Ludwig Hirschfeld. Die Sprachenfrage in Palästina. Noch sind die staatlichen Grundlagen der „rechtlich gesicherten Heimstätte" für Juden in Erez Jisroel nicht festgelegt und schon erheben sich Schwierigkeiten betreffs der offiziellen Sprache in Palästina. Aus jener Gruppe des englischen Oberhauses, die nicht 'bedingungslos mit Lord Balfour gehen mag, stellte Lord Treawan ^folgende Anfrage an den Minister des Aeußern: Ist es richtig, daß das Hebräische, welches die Sprache von weniger -als zwei Prozent der kleinen jüdischen Bevölkerung in Palästina ist, Zn einer offiziellen Sprache gemacht wurde? Ist dies von seiten der zionistischen Kommission geschehen im Interesse der Neuangekommenen Emigranten aus Zentvalouropa? Kann der Minister des Aeußern angeben, welcher hebräische Dialekt zuoffitziellen Zwecken angenommen wurde? Sind in Anbetracht der Tatsache, daß das Englische -an die Stelle des Türkischen als offizielle Sprache ebenso wie das Arabische getreten ist, Grundlagen vorhanden, welche die Ausgaben und Unbequemlichkeiten einer dritten offiziellen Sprache rechtfertigen? Zur Erklärung seiner -dritten Frage sagte Lord Treawan: Soweit ich informiert bin, wird das Hebräische, das heißt die rabbinische Sprache, in Palästina nicht benützt. Die jüdische Bevölkerung in Palästina spricht hauptsächlich einen spanischen Dialekt, welcher nach der Vertreibung der Juden aus Spanien -irr die Levante gekommen ist. An zweiter Stelle wird eine Sprache gebraucht, die eine Art Hebräisch darstellt, das mit Deutsch stark gemengt und unter dem Namen „Jiddisch" bekannt ist. In Vertretung des Ministers des Aeußern -antwortete Lord Crawford: Das Hebräische ist gleich dem Arabischen und Englischen als offizielle Sprache aller zentralen Regierungsdepartements anerkannt worden undwird als offizielle Sprache in allen Städten und Distrikten Palästinas. benützt, welche eine bedeutende jüdische Bevölkerung haben. Das Gesetz wurde von der Verwaltung nutz r hei t genommen als erster Schritt zur Verwirklichmig der seinerzeitigen Deklaration zur Unterstützung der Schaffung eines nationalen Heims für die Juden in Palästina. Wie bekannt, ist diese Deklaration zur Befriedigung der Bestrebungen der Zionisten der ganzen Welt «erfolgt, soweit die Regierung Sr. Majestät diese für wünschenswert und praktisch «erachtet. Bei der Anwendung der Deklaration «wird mit Recht darauf gerechnet, daß Ne Belebung der hebräischen Sprache eine wichtige Rolle, spielen wird. Ich bin beauftragt, zu erklären, daß die hebräische Sprache, welche offiziell anerkannt wurde, das klassische Hebräisch ist mit «den Aenderungen, wie sie die modernen Notwendigkeiten erfordern. Die Zähl der jüdischen Bevölkerung Palästinas, welche diese besondere hebräische Sprache spricht, beträgt wahrlich 60 bis 70 Prozent. Ob Lord Crawford tatsächlich im Sinne des englischen Außenministers ge» sprochen und ob das Haus jene Antwort befriedigt zu Kenntnis genommen hat, läßt sich nicht behaupten. Jedenfalls gibt der gailze Zwischenfall «eine Probe der Schwierigkeiten, die -aus der Sprachenfrage in Palästina drohen. Daß dieselben nicht gering einzuschätzen sind, kehren ähnlche Konflikte, «an denen der österreichsche Staat zugrunde gegangen ist. Werden sich die 30 bis 40 Prozent Juden, die nicht „klassisch hebräisch" reden, gutwillig unterovdnen? Bibelvorträge. Der Vorstand des israelitischen Tempelvereines im 19. Bezirk hat über Anregung mehrerer Vereinsmitglieder den Beschluß gefaßt, die Abhaltung von Bibelvorträgen in den Bereiusräumen zuzulassen. Die Vorträge finden allwöchentlich nach dem Freitagabeud- - gottesdienste statt und hat sich der verehrte Bermnsrabbiner S. Ehrwürdeu Herr Dr. Arnold Frankfurter, bereit erklärt, den jeweiligen Thora-Wochenabschnitt in einer leicht faßlichen Form auszulegen. Die bis jetzt abgehaltenen 3 Bibelvorträge erfreuten sich eines zahlrerc^n Besuches. Es wäre im Interesse des Wr. Judentums lebhaft zu begrüßen, wenn, das Bestreben des löbl. Tempelvereines seitens der Tempelvereine der übrigen Wr. Bezirke Nachahmung fände. Lebensmittelausgabe des American Joint Distribution Committee, Abteilung Wien. An die bei der Abteilung Wien «des American Joint Distribution Comittee im Bezüge der fortlaufenden Unterstützung stehenden Personen gelangen in der Zeit vom 14. bis einschließlich 25. Februar 1921 gegen Abtrennung des Abschnittes XVII des neuen Lebensmittelbezugsblockes nachstehende Lebensmittel zur unentgeltlichen Ausgabe: F-ett, in dem für Del festgesetzten Ausmaße, M e h l, laut nachstehendem Schlüssel: An Einzelpersonen 14 Kilogramm, an Familen mit zwei bis drei Köpfen 1 Kilogramm, an Familien mit vier bis fünf Köpfen 1*4 Kilogramm, an Familien von sechs Köpfen -aufwärts 2 Kilogramm. Die Ausgabe erfolgt an Personen, deren Lebensmittelblock mit der Bezeichnung Mo. 2 versehen ist, am Montag, den 14. Februar 1921; Di. 2 am Dienstag, den 15. Februar; Mi. 2 am Mittwoch, den 16. Februar; Do. 2 am Donnerstag, den 17. Februar; Fr. 2 am Freitag, den 18. Februar; Mo. 1 am Montag, den 21. Februar; Di. 1 am Dienstag, den 22. Februar; Mi. 1 am Mittwoch, den 23. Februar; Do. 1 am Donnerstag, den 24. Februar; Fr. 1 am Freitag, den 25. Februar 1921. Die Ausgabe findet in der Lebensmittelsektion, 111, Esteplatz 3, statt. Me obangeführten Fassungstage sowie die für die früheren Fassungen bezeichnete Stunde wollen genauest emgehalten werden.

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