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Die Wahrheit · 1921-02-17 · Heft 4 (17.2.1921) · page 4

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1921
Issue
Heft 4 (17.2.1921)
Date
1921-02-17
Page
– (sequence 4)
Language
German
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erkennen. Den Beschwerden und Gefahren einsamer Reise; in unbekannten Ländern preisgegeben,, erwachte seine Ueberwindungskunst. Die frühere Behaglichkeit des Elternheimes mußte er hinter sich lassen und von fremder Gastfreundlichkeit leben. Statt des gewohnten weichen Pfühls nahm «7 einen .Feldstein unter den Kopf. Die Macht und Wucht des 'orientalischen Sternenhimmels wirkte ans das Gemüt des verlassenen Reisenden bis in feinen Schlaf und spann sich fort in jenem symbolischen „Traum Jakobs", der chm die in den Himmel reichende Leiter sehen ließ, ans der Gottes Engel hinab und emporstiegen. Bewegt und «Wissen von der Fülle der nächtlichen Geisichte sprach Jakob nach dem Erwachen: „Wahrlich Gott ist an diesem Orte" und er gelobte: „Sv Gott wird mit mir sein und mich behüten auf dem Wege, den ich reise und Brod zn essen gelben und Kleider anzuziehen, so soll der Ewige mein Gott sein und alles, was er mir gibt, will ich ihm vermuten." Da nun Gott der menschlichen Gaben nicht bedarf, so ist dieser Gotteszehent dahin aufzufassen, daß erden bedürftigen Mitmenschen gewidmet wird. Und so haben es die Kinder Israels von Jakobs Zeiten bis auf die Gegenwart immer gehalten. So haben sie es verhindert, daß in ihrem Staate Bettler waren, die verkommen und verderben mußten, weil die Armensteuer sowohl im Gesetz, wie im Gefühl des Juden verankert war. Dieser gottgedachte, menschengereichte Zehent „Maser" lebt fort irn Gewußsein und in der Tat jedes wahrhaft ^frommen Juden. Deshalb wird auch im Jom Kippur-Gebet von den ,Mei Dingen, die böses Verhängnis wenden", die Wohltätigkeit (Zedokoh) an erster lStelle genannt, dann erst folgen (werktätige) Reue und Gebet. Wir haben bei dieser Reflexion im Sinn, von wahren zu wahren Juden zn sprechen, jenen aber, die solche Eigenschaft verwirrt und als neue Reiche angesprochen — richtiger gebrandmarkt — euilleton > Kerzl-Worte. Es liietzt uns der Aushängebogen Änes demnächst im Berliner Welt-Verlag erscheinenden Werkes* *) vor, das die bedeutendsten und tiefsten Anssprüche Th. Herzls seinen Schriften und bei großen Anlässen gehaltenen Reden entnimmt. Herzls Ruhm als hochgesinnter Mensch und tiefer Denker wird stets im ichrenvollen Gedächtnis seiner Glaubensgenossen bleiben, auch wenn diese nicht zionistische Ideen und Grundsätze bedingungslos teilen. Manche der gesammelten Herz'l-Worte gewinnen lange nach seinenr Tode eine Gvgenwartsbedeutung von einer mächtigen, plastischer Helle und sollen in einer Auslese, die sicher reges Interesse für das angekündigte Werk weckt, nachstehend mitgeteilt werden. *) Gebunden Mk 14.—.; werden, eine ernste Mahnung mitzugeben. Wie manche sind unter ihnen, die vor Ausbruch des Weltkrieges glücklich waren, wenn sie nur ein wenig. Brot zu essen und Kleider zum Anziehen hatten, und die Erirrnerung daran durch ein wüstes Schlemmerleben betäuben wollen, frevelhaft erbeutetes Geld sinnlos vertun. Für sie allerdings hat Jakob sein ewigkeitsgültiges Gelübde nicht getan, denn sie stehen außerhalb des wahrhaften Judentums und leben auch demgemäß „Mnhag Hagoim", aber noch wäre für sie die Stunde der Einkehr und Umkehr nicht verstrichen. Mge sich die Gilde der schädlichen neuen Reichen zum Bewußtsein bringen, daß Esau noch lebt und sein herausgeforderter Grimm leicht erwachen, wie fressendes Feuer die unnützen Stoppeln des Feldes verzehren kann. —sch.. Die Stellung der Kantoren. Vom ersten Kantor Matthias Matyas. Kurz nach dem Zusammenbruche habe ich unter obigem Dites in Dr. Blochs „Oesterreichifche Wochenschrift" einen Artikel veröffentlicht, worin ich aussührte, daß die Bedeutung des Kantorenstandes von den österreichischungarischen Behörden und KuMsgeurejinden während des Krieges vollständig verkannt, die Kantoren in ihrer .amtlichen Stellung nicht richtig gewertet wurden und daß ihnen infolge dieser Verkennung gewalÄges Unrecht wiidersahren ist. Ich habe auf Grund des Religions-Kodex nachgewiesen, daß, wie dem Priester nach dem ins canonicum, ebenso dem Kantor in seiner hierarchischen Stellung als justus possessor das beneficium .personale AUgebilligt werden muß und der Hoffnung Ausdruck gegeben, es werde, irr Würdigung meiner Ausführungen, die ihm widerfahrene Unbill gutgemacht und er wenigstens in Zukunft nach der Wichtigkeit und Würde seines Amtes eingeschätzt werden. Die 'gebildeten und besitzlosen Juden fallen jetzt Me dem Sozialismus zu. Die soziale Schlacht inüßte also jedenfalls auf 'unserem Rücken geschlagen werden, weil wir im kapitalistischen wie iw sozialistischen Lager auf den exponiertesten Punkten stehen. (Der Judenftaat.) * * > Die Juden haben inso'lge der langen bürgerlichen Ehrlosigkeit eibe -ost krankhafte Sucht nach Ehre, und ein jüdischer Offizier ist dl dieser Beziehung ein potenzierter Jude. * (Der Zionismus.) * * * Nur die sichtbaren Ghettvmauern sind gefallen. (Das neue Ghetto.) * " * Das Judentum ist eine Massenherberge des Elends mit Filialen in der ganzen Well. (III. Kongreßrede-) * * * .. .

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