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Die Wahrheit · 1921-02-03 · Heft 3 (3.2.1921) · page 13

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1921
Issue
Heft 3 (3.2.1921)
Date
1921-02-03
Page
– (sequence 13)
Language
German
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Die Wahrheit Seite 13 Nr.. S Vermischtes Barmizwah-Feier. Samstag den 29. v. M. feierte Karl Czaczkes, Sohn des in weiten Kreisen bekannten Juweliers Joses Czaczkes und seiner Gemahlin Rosa, sein Barmizwahfeft im Gotteshause-des zweiten Bezirkes (Äeschel Äwrohom). Zu der schönen Feier hatten sich die Vorsteher des Tempelvereines und zahlreiche Verwandte und Freunde des Hauses eingesunden, die von der reinen Aussprache und dem schönen Bortrage des Konfirmanden überrascht wurden. 'Nachdem dieser die Parasche in der Thora verlesen, richtete Herr Rabbiner Dr. S. Funk eine 'wirkungsvolle Rede m ihn. Er stellte ihm seine Eltern als leuchtende Beispiele wahrhaft jüdischen Lebenswandels hin, denen nachzueifern Lebensausgabe des Sohnes sein möge. Herr Oberkantor Giblichmann verrichtete dann ein hebräisches Gelbet für das Wohl des Konfirmanden in besonders feievlicher Weise, womit die schöne Feier ihren Abschluß fand. Der Vater des Barmizwanten und seine anwesenden Freunde spendeten bei diesem Anlasse für Wohltätigkeitsanstalten größere Beträge. Anschließend an die Feier im Tempel hielt der junge Czaczkes bei dem im Elternhause stattgefundenen Familienfeste eine der Bedeutung des Tages entsprechende Rede, die bei allen Anwesenden tiefen Eindruck uuo große Bewunocrunghewo^rnf. Fritz Kries, Sohn des Herrn Joses Kries und seiner Gemahlin Cäcilie, begeht am 12. d. M. im Pazmaniten-Tempel seine Barmizwah-Feier. Verlobungen. Fräulein Therese Rieß, Tochter des langjährigen Kultusbeamten Ar Trebitfch, Herrn Hermann R i e ß, und Schwester des ob seiner Wohltätigkeit allgemein geachteten Vorstandsmitgliedes des Leopoldstädter Tempelvereines, Herrn Julius Rieß, verlobte sich am 27. v. M. mit Herrn Berthold S ch n e k. . . Herr Gustav Pappen h e i m, Sohn des Kultusvorstandes und Präs, der Wiener Aguda-Zentrale, Herrn Wolf Pappenheim, hat sich mit Fräulein Hanna, Tochter des Herrn Gottlieb G o l d s ch m i ed t (Halberftadt), Leiter des Ortsgruppenverbandes der Aguda in Deutschland, vevlobt. Trauungen. Sonntag den 23. Jänner 1921 fand im Josefstädter Ternpel die Trauung des Herrn Justin M etanomski mit Fräulein Amälia Bloch statt. Die Eltern des Brautpaares, der Altbürgermeister aus Komarno, Herr Adolf Metanomski, und Herr Salomon Bloch, erfreuen sich in weitesten Kreisen einer ungemein großen Wertschätzung und war das Gotteshaus, das reich mit Blumen geschmückt wurde, von illustren Gästen bis aus das letzte Plätzchen gefüllt. Kantor G r o b leitete die Trauungszeremonie durch Jntonierung des Ma tamvoy, unter Begleitung von Chor und Orgel, ein, worauf Herr Rabbiner Dr. Bauer nach einer an das Brautpaar gehaltenen tiefdurchdachten Rede den Trauungsakt vollzog. In erhebender Weise rezitierte dann Herr Oberkantor Schneeweiß die üblichen Segensspräche, womit das Hochzeitsfest seinen Abschluß fand. Sonntag den 6. Februar, halb 1 Uhr mittags, findet im Tempel Turnergasse 22 die Trauung des Herrn Hermann S ch l a ch e t, Gesellschafter der Firma A. Neufeld u. Co., mit Fräulein Blanka Singer statt. Am 30. v. M.. fand im Seitenstetten-Tempel die Vermählung der Tochter des Herrn Redakteurs Berichard Münz, Fräulein Stella Münz, mit Herrn Dr. Max Hendrik R e i j nr e r s aus Rotterdam statt. Sonntag, den 16. Jänner, fand die Hochzeit des Herrn Isidor Kritzler mit Fräulein El ly Glücks e l i g, Tochter des Herrn Samuel Glückselig und Frau Gisela, geb. Weiner in der Adaß Jsroel-Schiffschul statt. Das Hochzeitsdiener wurde im Hotel „Bayrischer Hof" gegeben, bei welcher Gelegenheit namhafte Beträge sär wohltätige Zwecke gesammelt wurden. Todesfälle. Der bekannte jüdische Statistiker und Publizist Alexander K o m a r o m i ist nach längerem -Leiden im Budapefter Rothschildspitale verschieden. Komaromi war fast seit Beginn 'des „Egyenlöseg" dessen Mitarbeiter und hat sich besonders mit seinen gründlichen statistischen Arbeiten unld Beiträgen um die Entwicklung des ungarischen Judentums verdient gemacht. Auch als Belletrist war Komaromi in weiteren Kreisen bekannt: besonders seine Sammlung „Unsere Festtage", in der er die indischen Feiertage im Familenlelben mit herzlichen warmen Strichen schilderte, bildeten eine beliebte Familienlektüre. Die ungarische Literatur verdankt Hm die ungarischer! Uebersetzuugen zahlreicher Werke Lehmanns, Zangwills, Phrlipsvhns, Else Orsofskis und Leopold Komperts. Als sein Verdienst kann auch die Gründung der Budapefter jüdischen Gärtnereianlage bezeichnet werden, zu deren Schaffung er dem seinerzeitigen Gründer Hermann Nenmann den ersten Impuls gab. Seine - reichhaltige volkswirtschaftliche Tätigkeit erreichte ihren Gipfelpunkt in dem 1912 erschienenen preisgekrönten Werke „Die Teuerung". Seinem Leichenbegängnisse wohnte die Redaktion des „Egyenlöseg", Vertreter der Handels- und Gewerbeka-mmer, des ungarischen Journalistenvereins, der Gewerbökorporation der Fleischhauer, der Fleischhauerurbeiter, der Marktkasse bei, die dem Verschiedenen warme Nachrufe widmeten. Die Trauerrede hielt Oberrabbiner Dr. Elias Adler: — Das verdienstvolle Vorstandsmitglied und Obmannstellvertreter des Prater Bethaus-Vereines ThefÄath Jeschuron Herr Siegmund Stark ist am 7. v. M. im 39. Lebensjahre dahingeschieden. Die Beliebtheit des Heimgegangenen zeigte sich in der großen Anzahl Leidtragender, welche ihy zu Grabe geleiteten. Herr Rabbin n Dr. Funk widmete dem Verblichenen einen tiefempfundene,: Nachruf, in welchem sein edles Wesen, seine hervorragenden Charaktereigenschaften, insbesouders sein Frömmigkeitssinn hervorgehoben wurden. Erster Kanwr Mathias zelebrierte wirkungsvoll die Trauerpfalmen und am Grabe rezitierten namens des Vorstandes Oberkantor Alter, namens der Chewra Kadischa Oberkantor Rosenzweig das El mole rachamim. Am Grabe sprachen namens der zionistischen Bezirkssektion Gemeind erat Herr DrI P l a s ch k e s, namens des Vereines Herr Obmann Bernhard Mayer und Schriftführer A l t h o l z Worte des Abschieds. Der schwergeprüften Frau wendet sich die Teilnahme aller fühlenden Menschen zu. An das fromme Wort „die Wege der Vorsehung sind unerfovschlich"", wird man angesichts des tieftragischen Ereignisses erinnert, das wir zu verzeichnen haben. An andere Stelle dieses Blattes berichten wir von >der ftattgehabten Verlobung des Fräulein Therese Rieß mit Herrn Berthold S ch n e k. In die aufrichtigen Glückwünsche, welche dieses Ereignis gebracht hat, mischet» sich plötzlich die schmerzlichen Kondolenzen, hie dem Hause der Braut aus Anlaß des Ablebens ihres Paters zu Teil geworden. Ans der einen Seite die Aussicht uüf eine Fülle von Glück uns frdher Tage, auf der -anderen, jäh wie ein Blitz aus heiterem Himmel, die Kunde von dem Tode eines hochgeehrten und allbeliebten Mannes, um dem nicht nur seine unmittelbaren Angehörigen, sondern ein großer BMuntenkreis tiefe Trauer bekunden. Mit Herrn Hermann Rieß, der 35 Jahre hindurch seinen Obliegenheiten als Kultus-

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