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Die Wahrheit · 1921-02-03 · Heft 3 (3.2.1921) · page 14

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1921
Issue
Heft 3 (3.2.1921)
Date
1921-02-03
Page
– (sequence 14)
Language
German
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D i? Wah r eit Seite 14 Nr. 3 beamter der Gemeinde T r e b i t s ch pflichtbewußt und hingebend nachgerommen ist, verschwindet nicht mir em beispielgebendes Muster eines veidienten Funktionärs, sondern -auch ein Repräsentant des Judentums uns der guten alten Zeit, der treu -alle Gebote im Sinne des jüdischen Gesetzes erfüllte und allen Gömeindemitgliedern voremleuchtend ein ehrendes Gedächtnis, bei allen die ihm je nahegestanden sind, znrücNafsen wird. Für die -außerordentliche Achtung, deren sich der Verewigte in seiner Hoimatsgemeinde erfreute, war die große Teilnahme an seinem -am 3l. v. M. stattgefundenen Leichenbegängnisse überzeugender Beweis, wobei auch der Kultusvorstand, sowie die «angeschensten Gemeindemitglioder sich beteiligt hatten und der Gemeinderabbiner Dr. S t ö ß l e r mit tief «npfunidenen Worten, deren Eindruck sich niemand entziehen konnte, die hohen Tugenden des Verblichenen gepriesen und gewürdigt hat. Herr Hermann Rieß erreichte ein Alter von 76 Jahren. Um ihn trauern seine Witwe, sein Sohn, der bekannte Großindustrielle Herr Julius Rieß in Wien, zwei Töchter u-. d alle, die dem Verewigter; im Leben naheqeftanden. Frau Regme Kuuer, die in unserer vorigen Nummer gelegentlich einer Notiz (Verlobung ihrer Tochter) als Vizepräsidentm des Hietzinger Franenoeremes genannt wurde, nracht in ihrer Bescheidenheit ausnrerksam, daß sie diese Funktion nicht inne hat. Demgegenüber können wir -aber feststetten, daß Frau Regine Kun?r durch ihre 'außerordentlichen Leistungen im und siir den genannten Verein sich derartige Anerkennung- und Hochschatzung erworben hat, daß hiedurch ihr der schönste Ehrentitel z,»erkannt »erbten darf. Namensgleichheit. Die sensationelle Angelegenheit der fünfzigtaufend Dollar-Veruntreuung durch den aus Amerika gekommenen Isidor Krnmholz bikoet durch das Bekanntwerden immer neuer Einzelheiten das' Stadtgespräch Wiens und beschäftigt -auch angelegentlich unsere Polizeibehörde. Es ist begreiflich, daß unter solchen Umständen jemandem die Namensgleichheit mit diesen traurigen HÄden des Tages schr peinlich sein muß und daß er Wert daraus legt, sich gegen etwaige Verwechslung zu schützen. Wir nehmen ÄeshÄb gerne davon Kenntnis, daß Herr Isidor K r u m h o l z, Holzexportour, 2. Bezirk, Pazmanitengasse 3, durch uns verluntbaren läßt, daß er mit -dem vielgenannten Isidor Krnmholz ans Amerika in keiner Weise verwandt sei. Wir verzeichnen dies umso lieber, da uns der richtigstellende Herr Isidor Krnmholz, Mitglied des Leopoldstädter Temposvereines, als ein durchaus hochachtbarer Mann von sozialer Stellung und echt jüdischem Empfinden persönlich bekannt ist. Paläftiua-Hilfskommtfliou AusPvlen ist ei «gegangen: Rabbiner Moses Rosen seld, Mielnica, Sammlung d. Mendel Ooppelrnann von Tauba Hafner 50 poln. Mk., Moses Axelrad, Mendel Kappelmann, Ehaim Ohrenstein, A. CH. Kasierer je 25 poln. VÄ., Otto Erbe, I. Walzer, Dawid Edelstein, S. Röisner, A. Ohrenstv'.«, I. Steinholz, I. Sold mann je 20 poln. Mk.,? I. Kaufmann, Ehaim Reiustei«, je 15 poln. Mk., Hersch Weiß, MeNdel Weltmann, Nachmann Reisner, M. Blmnmtal, S. Oekberger, S. Smotrycz, I. PiHvlz, I. Aschendorf, Hersch Klinger, N. Meiselmann, A. Eisenberg, Hersch- Schapira, B. Stecke!, Allordko Schwager, Aron Schärfstem, G. Kofler je 10 poln. Mk., L. GoLreich, David Oelberger, M. Weitmann, M. Aschendorf, M. Gottesseld, I. Distenseld, W. Reinstem, M. Lerner je 5 poln. Mk., zusammen 520 poln. Mk., Markus Dawid HorowiH, RaMner, Ulanow, 260 poln. Mk., Rabbiner Jonas Thumin, Wielkieoczy — Samml. d, Mechel Aschknazy, eigene Spende, Salomon Kary, Meilech Straßberg, FisclM Kelhauer, Moses Straßberg, Joses Adolf, Rafael Straßberg, Salomon Straßberg je 10 poln. Mk., Joel Thnmiin, Dawid Straßberg, Ehaim Wolffuß, Moses Wolffuß, Josef Straßberg, Aron Goldmcmn, Israel Strußberg, Hersch Eichner je 5 poln. Mk., zusamnien 120 poln. Mk., Jsr. Kuktnsgemeinde Nadworns 110 Po ln. Mk. Zahlstelle für Deutschösterreich: S. M. v. Rothschild; «für die tschecho-slowakische Republik: Böhmische Unionbank, Prag; für Ungarn: Magyar Walanos Hitelbank, Budapest; für Deutschland: Deutsche Bank, Berlin; für Polen:' Wiedenski Bank Lombardowy i Eskontowr, Krakau; siir Jugoslawien: Zidovska Banka, Sarajevo; für das gesamte Ausland: Schweizerische Kreditanstalt, Zürich. Mit deni ausdrücklichen Vermerk: Aus Konto „Allgemeine Hrlfskommission für Palästina" in Wien. - ibioBöioiöiöiöio b cd söio hcdbcdh Israelitische Kultusgemeinde Wien« Z. 180 ex 1921. Wien, im Jänner 1921 Kundmachung Der Vorstand der israel. Kullusgemeinde Wien gibt hiemit bekannt, daß die Privalisten Prüfungen aus israelitischer Religion fUr Schüler an Mittelschulen 1. Semester des Schuljahres 1920/21 Donnerstag, den 3. Februar 1921, von 3—5 Uhr nachm. I„ Seitenstettengasse 2, 2. Stock (Rabbinatskanzlei) durch Herrn Schulrat, Prof. W. Heinrich Pollak statifinden. Die Prüfungslaxe beträgt K 30.— pro Semester und ist im vorhinein an der Kassa der israel. Kultus-, gemeinde, Wien I., Seitensteltengasse 4,1. Stock, zwischen 9 und 12 Uhr vormittags zu entrichten. N Der Vorstand _ der Israel. Kultusgemeinde Wien. _ ioioioioBoioioioioioioioioi Selbsthilfe der jüdischen Angestellten! Die Notlage der meisten jüdischen Angestellten, welche, ein Objekt der wirtschaftlichen Entwicklung, von der stetigen Verteuerung der Lebensführung am empfindlichsten betroffen werden, ist allgemein bekannt. Unter dem schweren wirtschaftlichen Drilck, welcher sich auf immer weitere Kreise der Beamten un!d Angestellten legt, hat sich die Erkenntnis von der. Notwendigk-eit eines Zusammenschlußes zwecks gemeinsamerArbeitBahn gebrochen. Um den jüdischen Angestellten eine wirksame Hilfe im Kampf ums Dasein zu bieten, hat sich die „Woja", wirtschaftliche Organisation jüdischer Angestellter, gebildet mit der Aufgabe, den Mitgliedern ans allen Gebieten dos wirtschaftlichen Lebens beizustehen. Was das politische Programm der Organisation anbelangt, so vertritt dieselbe den Standpunkt voller Neutralität; sie wendet sich an alle Kreise der jüdischen unselbständig Berufstätigen ohne Rücksicht ans ihre Parteizugehörigkeit und will allen im gleichen Maße helfen. Die „Woja" ruft zunächst eine Warenabgabestelle ins Leben, welche Artikel des täglichen Bedarfes zu verwohlfeilten Preisen abgeben wird. Insbesondere will der Verband den Mitgliedern die Möglichkeit bieten, billige, für Unbemittelte unentgeltliche Kleidungsstücke, Schuhe u. dgl. durch die Organisation zu erhalten. Neben ' den Institutionen individueller Selbsthilfe stellt sich die „Woja" zur Ausgabe, auch diejenigen Einrichtungen anfznbanen, welche die Position der jüdischen Angestellten im allgemeinen zu fördern geeignet sind. So beabsichtigt der Ausschuß in der irächsten Zeit eine Stellenvermittlung für kaufmännische Angestellte, eine Rechtsschntz- und Beratungsstelle und eine. Darlehens- und Sparkasse einzurichten. -

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