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Die Wahrheit · 1921-02-03 · Heft 3 (3.2.1921) · page 12

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1921
Issue
Heft 3 (3.2.1921)
Date
1921-02-03
Page
– (sequence 12)
Language
German
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BSBffl BSBffl Chajim Bloch, I s r a e I, >d e -r G o t t e s k a m p f,e r. Berlin 1920, Benjamm Harz. — Der Vorn, Es dem Bloch seine jüdischen Legenden schöpft, scheint unversiegbar. Sind auch die Motive einzelner dieser Golem-ErzählungeN nicht originell, die Darstellung ist so fesselnd, vielfach echteste Poesie, daß auch dieses Buch, wie die früheren des Verfassers, zweifellos viele Leser und finden wird. Auch auf Grund dieser seiner neuesten Leistung können wir ihn nur ermutigen, uns.mit weiteren Proben seiner Kenntnis der chafsidischeu Literatur zu erfreuen. Dr. Grunwald. Vom nationaweutschen Juden. Bon Dr. Mar N a um a n n (Verlag A. Goldschmidt, Berlin). Im engen Rahmen eines Belehrungsheffchens schildert der Verfasser die zum Teil.allgemein bekannte Gliederung der preußischdeutschen Judenheit, spricht dunkel von einer Zwischenschirbt, die vermutlich mit unseren Assimilanten wesens- «aleich sein durfte, und die vor den Angen Naumanns so wenig Gnade findet wie Zionisten und Orthodoxe. Das <oeil liege nur im deutschen N-ationalisrnns der Inden, der für sie Gefühls- und Verstandessache sein müsse. — ich. Meir Wiener: Messias. Drei Dichtungen. Wien-Berlin 1920, R. Löwit. Der Band ist Martin Büber gewidmet ulld atmet Geist von seinem Geiste. Es ist eine Mvsiik, die besonders in ihrer Stellungnahme zu dem Stifter des Christentums das jüdische Volksenrpstnden fremdartig berührt. Die Verse zeugen von nicht gewöhnlicher Gestaltungskraft. Sie lösen eine Stimmung aus. wie sie uns vor Zweigs Ritualmorddrama beherrschte. Die Richtung Büöers begegnet uns nunmehr auch auf den Höhen des Parnasses. G. Nachtrag. Montag, den 31. v. M. fand eine öffentliche Sitzung des Kultusvorstandes statt, die dadurch ein besonderes Interesse fand, daß ein reiches Material auf der Tagesordnung stand. Nach dem der Vorsitzende Präsident Professor Dr. Pick, das neugewählte Mitglied Herrn Direktor Karl . Ehren zweig herzlichst begrüßt hatte, würde in die Tagesordnung eingegangen, zu deren ersten Punkt Gemeinderat Dr. Ehrlich Abänderungen der alten Wahlordnung verlangte, welcher Antrag einem 9-gliedrigen Wahlresormausschuß zur Beratung überwiesen wurde. Dr. Plaschkes begründete seinen Antrag auf Steuerreform, der, von Herrn Dr/ Leo Landau unterstützt, einstimmig angenommen würde. Der Antrag Dr. Friedm ann s auf Öffentlichkeit der Sitzungen des Kultusvorstandes wurde gleichfalls einer Kommission zugewiesen. Nachdem wir diese Meldung erst bei Redaktionsschluß erhalten haben, sind wir heute nicht mchr in der Lage, dieselbe meritorisch zu besprechen und behalten uns dies, sowie die Ergänzung des Berichtes, für die nächste Nummer vor. Wohl heißt es, daß der Kultusvorstand bereits an die Grenze des Möglichen gegangen ist, doch glauben wir, daß ein 'beiderseitiger guter Wille über die Schwierigkeit der Verhältnisse hiMvegkommen und diese, beinahe schon groteske Angelegenheit in einer von beiden Teilen ehrenvollen Weise finalisieren werde. Der Streick der Religionslehrer. Anläßlich des Streiks der Knltusbeamten im vorigen Jahre schrieben wir eingangs des betreffenden Artikels: „Wenn auch von der Tätigkeit des Kültnsvorstandes sehr wenig in die Oeffentlichkeit dringt, sei es, weil die maßgebenden Herren in der S'eitenstettengasse keinen Wert darauf legen,, die.Ergebnisse ihrer. Arbeit, bekannt zu machen, oder weil sie dem Grundsatz huMgen, daß ancm gleich dem besten Staat auch den besten Berwültungskörper daran erkennt, daß von ihm möglichst wenig gesprochen werde, so können sie letzteres doch nicht erzielen. Im Gegenteil, -es ist Tatsache, düß jetzt vom! Wiener Kultusvorstand gegen seine Absicht sehr viel und sehr Uitliebsames gesprochen und noch viel mehr geschrieben wird " Nachdem dieser Streik mit Weh und Ach leidlich beigelegt würde, begann vor mehreren Wochen wieder der Streik der Religionslehrer. So "knüpft an das klägliche Ende 'der tvErige Beginn des Jahres an. Das beweist, daß die Ansstände im Berwaltungsgebiet unserer Kultusgemeinde endemischer Natur sind, das heißt ungesunden Zuständen entspringen. Wie wir uns speziell zu den Forderungen der Religionslehrerschaff stellen, geht aus der vorigen- Nummer unseres Mattes hervor, und ist es unter -allen Umständen beschämend, daß der Konflikt lauf dem Stücken der n n s ch! u l >d i g -e n Ing e n d ausgetragen wird. Beschämender ist die Erscheinung, daß in der Oeffentlichkeit zu dieser Angelegenheit einseitige Berichte veröffentlicht wurden, die, zum Teile unrichtg, zum Teile persönlicher Natur, die Erregung auf beiden Sditen großzogen und einem gedeihlichen Verständnis im Wege waren. An diesen bedauerlichen Umstande dürste auch schuldtragend^ sein, daß authentische Nachrichten seitens des Kultusvorstandes fehlten und man der Auffassung Raum geben konnte, Stillschweigen sei Einverständnis. Unter den vielen umherschwirrerrden Gerüchten, die, wie immer bei solchen Anlässen, unkontrollierbar sind, behauptet sich auch' die Meldung, daß, im Falle der Streik der Religionslehrer nicht zur Austragung kommt, auch die Wiener Kommunallehrer durch einen Sympathiestreik sich an die -Seite der Religionslehrer stellen wollen. Man sieht aus alledem, daß scheinbar kleine Ursachen große Wirkungen uuslösen können, und was Anfang nur als bloßer Zwischenfall zu betrachten war, durch unbesorgtes Geschehen-lassen nachgerade in eine Kalamität ausarten kann. Hoffentlich aber kommt es nicht zu einer solchen. Wenn auch in manchen Kreisen die Unterbrechung des jüdischen Religionsunterrichtes in deü Schulen nicht sehr tragisch genommen -wind, so dürsten die Konsequenzen, nämlich der allgemeine Lehrerstreik, die Gemüter aller beteligten Eltern lebhaft erregen. In Anbetracht dieses Umstandes muß nach-drücklichst gefordert werden daß der Ausstand der Religionslehrer in kürzester Zeit bevor er die oben anaedeuteten.Weiterungen haben kann, mit aller Beschleunigung und dem erforderlichen Ernst zu Ende geführt werde. Konkurs. Im -Tempelverein des XIII. Bezirkes (Hietzing) ist die Stelle eines ff I. Kantors zu besetzen. Honorar nach Uebereinkommen. Gefällige Offerte sind an die Administration, unter „Aussichtsreich“, zu richten. Der Vorstand.

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