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Die Wahrheit · 1921-01-20 · Heft 2 (20.1.1921) · page 12

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1921
Issue
Heft 2 (20.1.1921)
Date
1921-01-20
Page
– (sequence 12)
Language
German
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Seite 12 Die W ah rheit Nr. 2 Literat«»: Ntttlschheitswerte und Völkerbund. Fünf Preisarbeiiten von R. S ch m i d t, F. Hall e, A. M e s s e r, L. B a r- 1hel und E. Cohn. Herausgegeben von der Moritz Mmücheüner-Stiftmrg der Großloge für Deutschland. Mk. 18.—. Verlag F. A. Perthes A.-G., Gotha. — Die Preiisaufgabe lautete: „Welche Werte der Welt lassen eine gemeinschaftliche Verwaltung dstrch die Gesamtheit der Völker zu, und ist diese gemeinsame Verwaltung geeignet, die Zwecke von Menschenliebe, Gerechtigkeit und Duldsamkeit durchznsühren?" Die Lösungen, die hier geboten werden, unterscheiden sich nach dem politischen Bekenntnis und der -beruflichen Besonderheit der Verfasser Der eine betont die gemeinsame Verwaltung materieller Güter als Grundlage einer gegenseitigen Verständigung sozial-ethischer Art. Ein anderer will nur geistige Werte zum Universalbesitz erhoben und in diesen: Sinne das prophetische Menschheitsideal angebahnlt wissen. Schon die Überschriften, „Der Weltstaat als sittliche Notwendigkeit", „WM-Werden und Mensch-Werden" usw. sind für die Fassung, der gestellten Aufgabe bezeichnend. Jedenfalls ist in diesem Bande eine Fülle 'befruchtender Gedanken und wertvoller Anregungen vereinigt, 'die das Unternehmen der Großloge als höchst verdienstlich und die Fragestellung als durchaus fruchtbringend erscheinen lassen. Dr. G. Karl Marx: Zur Judenfrage. Ernst Rowohlt Verlag, Berlin W. 35. Heft, Mk. 2.—. Im Jahre 1844 hat der Führer dA: Internationale. Md, Mitbegründer der dÄltschen ^Äzialdemokrätie K. Marx sich, ästgeregjt durch zwei Schriften Bruno Ban e rs, zur Indenfvage geäußert. Diese, in den Mantel der Wissenschaft. gehüllte Schrift ist jetzt von Stephan G r o ß m a n n neu herausgegeben uNd mit einem Vorwort versehen worden. Der Grund zu dieser Neuaüsgabe scheint wohl darin zu liegen, dich die Ausführungen des 26jährigen Autors - - mit Recht — gar nicht 'beachtet wurden und werden, denn in ihnen findet sich das ganze Rüstzeug der heutigen Antisemiten. Für diese kann die Schrift nur eine Bereicherung sein, denn Karl Marx -deckt sich in femert Anschauungen vom Judentum ganz mit den ihren. Auch 'für ihn ist das GeL der Glaube Israels, der Wechsel sein einziger Gott usw. Welche Freude für die Herren Judenfresser, wenn man erwägt, daß dies alles ein Jude, der Enkel eines Rabbiners, geschrieben hat. Schade, baß Marx in seinen' späteren Jahren nicht Gelegenheit fand, sich noch einmal mit der Ju-denftage zu beschäftigen. Er hätte sicher anders über sie gedacht. Q. H. Die Hochzeit des Todes. Bon Ariel Bension.' E. P. Tal & Eo., Verlag, Leipzig, Wien, Zürich. Geh. Mk. 9.— (K 40.—), geb. Mk. 12.50 (K 50.—). „Die Hochzeit des Todes" ist die Dichtung eines ist Jerusalem geborenen Spaniolen von Wesen und Art der klObalistischen Gemeinschaft. Bon der Stärke und Reinheit dieser morgenländischen farbigen Visionen wird auch der sich gegen jede Geheimlehre Wehrende tief ergriffen werden. Göttliches und Indisches durchströmen einander ungehemmt in diesen' mystischen Visiioneu, die jeden suchen, der fühlenden Herzens bereit ist zu empfangen. — 'Sascha Kronburgs sechs Zeichnungen geben in Linien die Erschütterung des Dichters mit verwandter Inbrunst wieder. Jakob Klatzkin, Hermann C o h e n. Berlin 1919, Jüdischer Verlag. — Es ist ein fesselnder Anblick, einen der schärfsten Denker der jungjüdischen Bewegung seinen aus anderem Standpunkt sichenden Lehrer darstellen, aber auch gegen sich -selbst in Schutz nehmen zu scheu. EoheN stand, nach Klatzkin, auf einem., verlorenen Posten. Die Konsequenzen seiner eigenen Prämissen hätten ihn zum jüdischen Nationalismus führen müsse::. Die Darstellung ebenso wie die Kritik machen Meister und Schüler Ehre. Denn auch dort, wo Cohen' nach Klatzkins Ansicht inkonsequent ist, ist es ein edler Instinkt, der die Logik aus-' geschaltet hat. Dr. G. Elrjahu Rappeport: Das Buch Jeschua. E. P. Tal & Co., Verlag, Leipzig Wien, Zürich. Geheftet Mk. 12. (K 54.—=), gebunden Mk. 16.— (K 70.—). Elijahu Rappeport schrieb hier ein neues Evangelium. Nur seine von allen Täglichkeiten nnverirrte Seele, sein in aller Mystik lrachtwanülerhast sicherer Geist und seine einsiedlerische Primitivität rechtfertigen ein solches kithnes 'Unterfangen. Aber ob er nun Gleichnisse oder Predigten Jesus erzählt, den er mit seinem jüdischen Namen Rabbis Jeschua nennt, ob er von der Erfüllung oder vom Engel des Erbarmens oder vom leidenden Käser oder vom Sinn und vom Guten spricht, immer hören wir eine Stimme, die bevusen ist, Jeschuas Wort zu künden, die alle leidende und alle selige Kreatur umfaßt. Wie aus lange verschütteten: Schacht strömen gewaltige Wasser aus den ewigen Quellen Jeschuas. Beim Verrat an die, Priester bricht die Botschaft vom Messias ab. Die Passion des Gekreuzigten wird nicht erzählt. Rappeport ist Scher und Prophet: Nicht / das Schicksal schildert er; innerstes Ziel ist ihn: Verkündigung. PESSACH KAFFEE¬ ZUSATZ laut Attest Sr. Ehrwürden des Herrn Oberrabbiners Simon Schreiber aus Erlau verläßlichkoscher, für Ostern wieder zu haben bei HEINRICH FRANCK SOHNE Kaffeesurrogat - Fabrik in K o s i c e Diese Fabrik steht ständig unter Kontrolle eines frommen, jüdischen Aufsehers, so daß ihre .sämtlichen Erzeugnisse verläßlich koscher sind, und also von jedem Glaubensgenossen ruhig gebraucht werden können. M

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