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Die Wahrheit · 1921-01-06 · Heft 1 (6.1.1921) · page 4

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1921
Issue
Heft 1 (6.1.1921)
Date
1921-01-06
Page
– (sequence 4)
Language
German
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- -*"rffirr'j 'urm 'r iiriiii^fl'i|ii"T"iiiirrfr>^^T'''fl Seite 4 Die rh-esi t Nr. > nichts geibernt halben, nicht 'die Notwendigkeit erkannten, ihr lsbensunisähLg-es Programm zu revÄieren, vielmehr an ihren Prinzipien festhalten, so waren Leute, -die Hmner uneder einander die Rollen zute-ilen, auch hier am Werke. Sozusagen eine geschlossene Gesellschaft. In .der Aeva des volkswirtschaftlichen Aufschwunges Gezeichnete "Mwn derartige Klüngel als „Chabrus". Dieser jüdischpolitische Chabrus wagt es, trotz der gründlichen Abfuhr gelegentlich der letzten Wahlen die Gesamtheit der österreichischen Juden Herauszufordern, die Männer der Staatsregierung über die Gesinnung 'der österreichischen Juden täuschen zu wollen. Solch verwegenen Absichten daun nicht genug energisch entgegengetreten werden. Deshalb begrüßen wir die Kundgebung der Union als eine dankenswerte Tat. Sie wird nicht -nur der Regierung Klarheit und Wahrheit über diese Frage geben, sondern auch jene unserer Glaubensgenossen in dieser wichtigen Angelegenheit belehren, did etwa noch schwanken, und sie den rechten Weg führen. Der Jüdische Natioudlrat aber, der sich des Kommandos über seine allezeit Getreuen und' blind Ergebenen bemächtigt, hat vielleicht ein Gebiet, innerhalb dessen er schalten und walten kann. Es ist das ausgesprochen zionistische Gebiet. Palästina als Heimstätte der Juden in jeder Weise auszugeftalten, das 'ist ein Steckenpferd, mit dem man sich befreunden könnte, aber nach Art der Zirkuskünstler auf zwei Pferden zu reiten, mit einem Fuße auf dem Zionismus, mit dem anderen aus dem Nationalismus, Darm zu nichts anderem als zu einem glatten Durchsall auf der ganzen Linie führen. Der Leopoldstädter Tempel. Nach stenographischer Aufnahme einer Chanukkarede Sr. Ehrw. Herrn Rabb. Dr. M. Grunwald. Meine Freunde! Zn unserer Ueberraschung erfuhren wir dieser Tage, daß für uns, die spärlicherr Reste der einst so stattlichen Betgemeinde des Leopoldstädtev Gemeindetempels, heute hier eine Ehanukkafeier stattfinde. - Also nickst in jenem unwirtlichen finsteren Loch, in dem die Kultusgemeinde für die Leopoldstadt den. Gottesdienst abhalten läßt. Und zwar nicht nur an Wochentagen, sondern seit dreivierlel Jahren auch an Sabbaten. Einen Gottesdienst, der kaum noch diesen Namen verdient. Schämen muß man sich, wenn zufällig ein Fremder sich hin verirrt. Wenigstens diesen einen Tag sollen wir hier in einem Tempel wieder beten dürfen. Aber, meine Freunde, wenn wir sehen, wie Mess Feier vorbereitet ist, und tvenn ich daran denke, daß wir hier nur als Bettler unter fremdem Dache EsnahmswÄse ans dem Gnadenwege zugelassen sind, dann quillt in mir alter Gram auf. In der Kehle stecken bleibt mir jeder Jubellaut. Statt des alten, lieben „Moaus zur jsschuossi" möchte ich ein anderes Lied anstimmen. Das Lied eines früh vollendeten Dichterhelden unserer Tage. Es beginnt: „Heute keine Freudenkerzen, heute keine Siegeslieder, beugt euch mit zerrissnem Herzen zur entweihten Erde nieder. Eure Tempel sind geschändet." Ja, meine Freunde, euer, unser Tempel ist geschändet. Und heute am Fest der Tempel weihe muß ich gedenken der E n t Weihung unseres Tempels. In dieser Stimmung, die gewiß nicht festlich, wollen wir hören, was unser Chanukkalicht unter solchen Umständen uns zu sagen hat. Wir alle kennen den geschichtlichen Vorgang, der unserem Chanukka zugrunde liegt. Der- Tempel zu Jerusalem war entweiht. Entweiht nicht durch äußere Gewalt, durch Feindeshand. Gott fei's geklagt! Jüdische Hände waren daran mitbeteiligt. Das war ein Chillul haschem, das heißt nicht nur ein R e l i g i o n s frevel eines Juden, sondern zugleich ein Verbrechen an der n a t i o n a l e n SeLstachtung. Ein jedes Volk hat ein Palladium, ein Wahrzeichen, eine sichtbare Darstellung seiner nationalen Idee. VS'i fflgg Der Schadchen. Aus dein Englischen übersetzt von Hermann B e r n st e i n. ' (Schluß.) „Aus ein Wort, Doktyr," flüsterte ich ihm zu. „Entschuldigen Sie mich. einen Augenblick," sagte der Doktor zu Sophie, indem er sich artig verbeugte. Sophitz bat ich, indessen zu Klara zu gchen, die sich nicht wohl fühle. „Fräulein- Sophie Shermaun hatte ganz recht," sagte ich zum Doktor, als sie sich entfernt hatte. „Sie besitzt einen großen Fehler: sie hat kein Vermögen." Der Dicktor wurde stutzig, biß sich -auf die Lippen rrnd brach in ein nervöses Lachen aus. Der Fehlgriff war nicht gu^ummchen... Auf dem Nachhausewege war ich sehr niedergeschlagen. Alle meine Hoffnungen waren wieder einmal in Rauch ausgegan-gen. Die Schwestern waren in meiner Begleitung, keine von ihnen brach das Schweigen. Als wir -uns vor der Wohnung Shermans trennten, rief die altere Schwester mrt vor Aer-ger verhaltener Stimme zu: „Sie können uns wieder einmal auffordern, Herr Purkin!" „Noch gebe ich die Hoffnung nicht aus," dachte ich mir, als ich Hnen Adieu sagte. " „Du kannst nicht Schabbes machen mit -deinem Stolz!" wiederholte ich in Gedanken die Worte meiner Frau. Und als ich noch einmal dis Einzelheiten dieses ereignisreichen Tages wir ins Gedächtnis rief, da sielen mir auch die Worte ein, welche Malke mir mit auf den Weg gegeben hatte: „Gott ist-barmherzig! Er wird Helsen!"/ Und trotzdem mein Gebet um Beistand erfolglos gewesen war/ begann ich wieder zu beten. Aber diesmal bat ich Gott nur, daß Molke bei meiner Nachhausekurfft \

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