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Die Wahrheit · 1920-12-15 · Heft 21 (15.12.1920) · page 12

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1920
Issue
Heft 21 (15.12.1920)
Date
1920-12-15
Page
– (sequence 12)
Language
German
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gcfo 1$ Die Wajrheit Wetthilfskouferenz, die in Karlsbad vom 5. bi» 15. August d. I. getagt hat, hat im Bewußtsein der großen Aufgaben, die dem jüdischen Hilfswerle jetzt bevorstehen, dem von ihr gewählten Zentralrat die Verpflichtung auferlegt, nach jeder Richtung hin alle erforderlichen Schritte zu unternehmen, um die Arbeit der jüdischen Hilfsorganisationen zugunsten der. Millionen von Juden, welche in Osteuropa leiden, zu vereinigen und zu koordiniere». Es handelt sich darum, in da» gesamte Hilfswerk Einheitlichkeit und System zu bringe», wahrend heute noch infolge der Abgetrenutheit und Spaltung zwischen den verschiedenen Organisationen auf dem Gebiete der Hilf»» tätigkeit für die vom Kriege und Pogromen, betroffenen Juden im gewissen Sinne ein chaotischer Zustand herrscht. Die Konferenz hat di« jüdische Hilfsarbeit als eine allgemeine Angelegenheit de» ganzen Volke» betrachtet, die durch die vereinigten Kräfte de» ganzen Volke» zu leisten fft, und hat e» für dringend erachtet, daß die Mauer verschwinden soll, die heute noch den Teil de» Volke», der fähig ist, Hilfe zu bringen, von dem Telle, der die Hilfe braucht, trennt. Uni aber eine Einheitlichkeit zu erreiche» und die ganze Hilfsarbeit auf planmäßige Grundlagen zu stellen, lst eö vor allem Notwendig, daß die verschiedensten Hilfsorganisationen in ständiger und lebendiger Verbindung mit dem von der Karlsbader Konferenz gewählten Zentralhilfsorgan und durch seine Vermittelung auch untereinander sich befinden sollen. Die HllsSzentrale soll sich zu diesem Zentralsammeipnnkt entwickeln, wohin alle Informationen und Nachrichten über die Hilfearbeit geleitet werden, damit auf diese Weise ein Spezialorgan für die Verwertung de» ganzen Material» entfielen soll, durch dessen Vermittelung die Erfahrungen und Arbeitsmethoden der einzelnen Organisationen auch den anderen zugute kommen werden. Deswegen bitten wir Sie, un» sobald al» möglich alle Materialieuzuzuschicken, sowohl veröffentlichte eck» auch unveröffentlichte, die sich auf die vergangene Tätigkeit Ihrer Organisation seit ihrer Entstehung bi» zum heutigen Tage beziehen (Aufrufe, Plakate, Rechenschaftsberichte, Photographien, Broschüren usw), sowie genaue Mittellungen über den gegenwärtigen Zustand der Hilfstätigkeit in Ihrem Orte im allgemeinen unter besonderer Berücksichtigung Ihrer Organisation. Wir hoffen zuversichtlich, daß Sie unserer Aufforderung Nachkommen werden. Die Exekutive der Jüdischen WMhllfeorgansiation tritt nun an ihre Arbeit in einer für da» ganze Wische Volk schweren und finsteren Zeit heran. Zu den alten Leiben und Verfolgungen sind in der allerletzten Zell neue hinzugekommen: die Zerstörung de» wirtschaftlichen Leben» de» Wischen Volke» in Polen, die durch den polnischruffischen Krieg hervorgerusen wurde, und die Folgen, die 'sie fm die Wüschen Muffen ifc den b^reffenderr Gegenden gehabt hckt, die neue Reihe von Pogromen in Ostgalizien usw. Wi« noch niemals zuvor, ist jetzt eine vereinigte Anstrengung aller hck«Ä»igen jüdischen Kräfte notwendig, um da» Wische Volk wenigsten» vor dem physischen Untergang und dem geistigen Nirdergcmg zu rette«. Die Exekutive fft sich deffen bewußt, weH große Verpflichtungen die Zell und die Umstände ihr «rferlegeu, sie ist aber davon überzeugt, daß alle jüdischen Hüfsorgauffajiouen ihr helfe» werden, ihre wichtigen Aufgaben ßum SÄhle de» Wischen BÄke» durchzuführen. Wir bttten, die KsrrHporrdeaz an: ComttL Ex6cutif de!a Conference Universelle fuive de Secours, Pari*, 10 Place Edouard VU, eichte« fu wollen. Das Exekutivkomitee der Jüdischen Weichüßckmrserenz: der Vorsitzende: L. Motzt in, der Generalftkretär: Dr. A. Gallind. Vrockeresamml««s für jüdische firme. Me im vorigen Jahre, so haben wir auch Heuer Holz an Arme vergüt. Bon den 10M0Krone» die Sig. Berber ^gespendet, «mb« I06& Hemm hiw Holz vermrsgabt; 2680 4km*n für Kondensmilch, 3600 Kronen gelangten in Baranterftützunaen zur Verteilung. Gehr willkommen waren die vom ffraelttischen Frauenverei« zu St. Gallen eingegangenen Liebesgaben, bestehend au» warmen Hemden, Kinderwäiche rc. Djf braven Schweizer Damen nähen für Arme und sandten auch heuer piie schon in früheren Jahren von ihrem Ueberfluß große Pakete. Zur Chanukka-Verteilung steuerten fern«: bei Familie S. 1900 Kronen (im Andenken .au einem teuren Verstorbenen) und Familie Finkelftein 2000 Kronen. Große Nachfrage bezog sich ans Stiefel, Wäsche re; lecher mußten viele Bittgesuche unerledigt bleiben. Wir bitte» wa» irgend wie entbehrlich an Frau Dr. Brings, Wahringer Gürtel 107 zu unserer zweiten Ehanukkoerteilung senden zu wollen. E« gilt viel Not zu lindern. Der Vorstand der Brockensammlung. Wahle« in die Linzer Knltusgemeinde. Da» Ergebnis war der Einzug einer stärken zionistischen Opposition, die nunmehr ein Drittel de» Vorstände» bildet. Hoffentlich vollzieht sich diese Zusammensetzung ohne Reibungskonflikte. Gewählt wurden: Schwager zum Präsidenten, Doktor Schneeweiß und Rabl zu Vizepräsidenten. Schwager erklärt mit seinem Dank für die auf ihn entfallende Wähl, da» Amt anzunehmen und gedenkt der dem Vorstande nicht mehr Angehörenden, nach^Mem Appell an die neueintretenden Vorstandumitglieder erfolHk^die Wahl in die Sektionen und zwar : Tempelsektion : Töpfer, Orlik- Bruder; Schulreferat: Dr. Bloch, Dr. Menzel, Pifinger, Orlik, Kafka; Hhorreferat: Bruder, Pifinger; Hausverwaltung: Eisenberger, Rabl; Kayzleireferat: Tandler. Sonn; staffeverwaltung: Tandler, Orlik; Schriftführer: Schubert, Sonn; Delegierte für da» Armeninstitut: Tandler, Eisenberger; Koscherfleffchreferat: Pick; Tempelkommiffäre: Pick, Pifinger, Sonn, Weiß; Finanzsektivn: Albrecht, Rabl, Tandler, Tauffig, Weiß; Rechtssektion : Dr. Morgenstern, Ing. Müller, Dr. Schneeweiß, Schubert, Tauffig; Angestelltenausschüß: Albrecht, Ing. Müller, Orlik, Sonn, Schuhirt; Kuratoren der Bibliothek: Kafka, Sonn, Dr. Schulfinger. Versammlung der Tempel- und Betha«-- diener i» Wie«.*) Am Mittwoch, den 17. November fand im Sitzungssaale de» Vereine» der Brodier 2., Nooaragaffe 41 eine außerordentliche, zahlreich besuchte Versammlung statt. Nach Wahl eines vorbereitenden Komitee» in welchem die Herren Neumann, Grünbamn, .Gollerstepper, Fürst, Schwarz,Brak! und Paschkusnominiert wurden, ward zurHedung der gegenwärtigen geradezu unerträglichen'wirtschaftlichen und sozialen Lage, die Gründung eine» Verbände» der Tempel- und Bethausdiener in Wien auf wirtschaftschaftlicher und sozialer Grundlage beschlossen. So wie alle Fixbesoldeten infolge der traurigen wirtschaftlichen Verhältniffe sich in größter Not befinden, sind e» auch die Diener der Tempel- und BethauSvereine, diese Permstey der Armen, welche noch im Friedensgehalt stehen und nur von den sogenannten Nebenemolumenten leben müssen und mit ihren Familien den größten Entbehrungen ausgesetzt sind. Da» vorbereitende Komitee trat an Sr. Ehrwürden Herrn. Oberrahbiuer Dr. Ehaje» um Hilfe heran, welcher in Würdigung und Anerkennung der dringenden Hilfe dem Vereine den nahmhasten Betrag von 10.004) Kronen in liebenswürdigster Weife zur Verfügung stellte. Die Statutzn wurbew durchberaten.und der Landesregierung bereits überreicht. Nach Genehmigung derselben wird eine konstituierende Genexglversapimlung einberufen und da» Programm der Oeffentlichkeitbekynntgeg-rben werden. Da» vorbereitende Komitee. *) verspätet ein-elangt. Die nächste Anstageunseres MMer Nr. \ erscheint am 5. Jänner H2s

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