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Die Wahrheit · 1920-12-15 · Heft 21 (15.12.1920) · page 11

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1920
Issue
Heft 21 (15.12.1920)
Date
1920-12-15
Page
– (sequence 11)
Language
German
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fc-' U ÜJ, IM*'Ji .IftKgT-fUtflM.* Nr- 21 Die Wahrheit Seite 11 dem eine kräftigere Unterstützung aus dem Kreise des Wiener Judentums als bisher zu wünschen wäre. Die Versammlung wurde hprch den Vorsitzenden Herrn Rat Dr. Krüger eröffnet, der zunächst die Erschienen begrüßtes ganz besonders den' Präsidenten der israelitischen Kultusgemeinde Profeffor Dr/ Pick, dem Delegierten des Kultusvorstandes Herrn Sigmund B o n d i, die Abordnung mehrerer Wohltätigkeitsvereine und die Vertreter der Presse. Präsident Profeffor Pick stürmisch begrüßt, betonte in seiner Ansprache daß er unter dem Eindrücke der eben vorgenommenen Besichtigung des Elisabethheimes erklären müße, daß er noch nie eine jüdische Wohlfahrtseinrichtung eine Schöpfung der Nächstenliebe von so großartiger Ausgestaltung wie dieses Elisabethheimes gefunden habe, und den Präsidenten Dr. Krüger hiefür seine besondere Bewunderung und herzlichen Dank ausspreche, er möchte die Aufmerksamkeit der weitesten wohltätigen Kreise auf diese Humanitätsanstalt lenken, die als eine der würdigsten zur Unterstützung betrachtet werden mußte. Die Wiener Kultusgemeinde wolle in diesem Sinne aneifernd mit guten Beispiel vorangehen und widmet deshalb dem Elisabethheim einen Betrag von 10.000 Kronen. Den Bericht der Schriftführerin Fr. Dr. Weiß über die int^LE Tätigkeit während der abgelaufenen zwei Jahren, ivaMzu entnehmen, daß im Elisabethheim derzeit 160 Schützlinge untergebracht, sind, davon 32 Schulkinder 128 Lehrmädchen und Arbeiterinnen. Für die körperliche und geistige Erziehung wird durch die verschiedensten hygienischen und. pädagogischen Maßnahmen bestens gesorgt. Das Budget, welches in den ersten zwanzig Jahren des Bestandes eine Million Kronen betrug, belief sich in den letzten zwei Jahren auf nahezu zwei Millionen Kronen. So verhältnismäßig' bedeutendauch die Steigerung ist, so kann sie doch unter den gegenwärtigen Verhältniffen, besonders bei der ungeheueren Teuerung und den großen Aufgaben nicht allen Anforderungen entsprechen, welche diese wohltätige Anstalt entsprechen soll. Aus diesem Grunde richtete Frau Dr. Weiß einen warmen Appell an alle Mitglieder und Förderer des Vereines zur tatkräftigen Unterstützung und Propaganda für das Elisabethheim. Die Ausführungen der Frau Dr. Wr. iß wurden mit begeisterten Jubel ausgenommen, und wurde die Vortrefflichkeit dieses Berichtes einstimmig gewüdigt. Der ehemalige Kaffaverwalter Herr Emil Berdach erstattete sodann senken interessanten Bericht, welcher gleichfalls den rückhaltlosen Beifall der Anwesenden fand. Der Antrag im Referate des Herrn Dr. Weiß die Statuten des Vereines dahin abzuändern, daß der Mitgliedsbeitrag, auf jährlich 20 Kronen erhöht werde, wurde per Aklamation angenommen. Es erfolgte' hierauf die Neuwahl des Vorstandes und der Kaffarevisoren nach dem Anträge des Herrn Dr. Arnold Ascher. Der Präsident Dr. Krüger dankte sodann der Versammlung für ihte warme Anteilnahme an den Bestrebungen des Vereines und bat in diesem Sinne noch weiter unentwegt zu wirken. Auch der'Delegierte der Kultusgemeinde Dr. Bondi sprach sich in dieser Weise aus/ er fand die herzlichsten Worte der Anerkennung für dte Vereinsleitung und versicherte sie der vollsten Simpathie des Kultusvorstandes der seine wohlwollende Aufmerksamkeit dem Elisabethheim stets bewahren werde/ Die am 12. d. M. stattgefundene Chanukkafeier des Elisäbethheimes hatte eine überaus rege Teilnahme. Die schöne Feier, deren kantorale Funktion Herr Oberkantor Giblichmann vom Pazmanitentempel in gewohnter Meisterschaft besorgte, von Frau Giblichmann vorzüglich am Klavier begleitet, fand nicht nur den Beifall der 160 Zöglinge, sondern auch aller anwesenden Gäste. Die Veranstaltung wurde durch eine Begrüßungsrede des Präsidenten Dr. Rat Krüger eingeleitet, die- Machst dem . Herrn Oberrabbiner Dr. Chajes galt, der für 'die Zwecke. deS Elisäbethheimes den Betrag von 20.000 Kronen übermittelte, des weiteren begrüßte er den Präsidenten der Wiener Kultüsgemeinde Profeffor Dr. Pick und Gemahlin, Rat Adolf Weng er, die Redakteure der „Morgenzeitung" und „Wahrheit", sowie die erschienenen Ehrenmitglieder, Vorstanrsmitglieder und Delegationen. Nach den trefflichen Vorträgen der Zöglinge fand deren Bewirtung statt. Die Chanukkafeier lieferte dem wohltätigen Zwecke des Vereines ein nahmhafteS Ergebnis von Frau Blanka B o s ch a n 3000 Kronen, Herr Oskar Rosner 3000 Kronen, Frau Doktor Bondi berichtete von Berlin, daß sie einen größeren Spendenausweis erzielt habe und wir registrieren noch, daß seitens der Anwesenden ebenfalls beträchtliche Spenden geleistet wurden. Um das vorzügliche Gelingen des Abends haben sich in erster Linie Frau Direktor Krüger, Frau Doktor Weiß und Frl. Hauser, die rührige Oberin der Anstalt, verdient gemacht. Leopokdstädteix Kranken-Uuterftütznngsvereiu „Nächstenliebe". Ueber die aas Aalaß des vierzigjährigen Bestandes veranstalteten F e ft l i ch k e i t e n haben wir bereits in der vorigen Nummer unseres Blattes berichtet. Nachträglich können wir feststellen, daß sich um den künstlerisch und materiell glänzenden Erfolg der Festakademie das rührige Komitee mit den Herren Rudolf Freiwirt und W. Stern besonders verdient gemacht haben. Aus der Fülle erstklaffiger Darbietungen erwähnen wir die schwungvoll vorgetragene Festrede des Obmann-Stellvertreters Herrn Adolf Reich. Die Schumann«, Mendelsohn- und Puccinilieder des Oberkantors Herrn Giblichmann den Frau Hansi Giblichmann am Klavier begleitete, erwiesen seine Begabung auch als brillanten Konzertsänger. Ebenso trefflich brachte Frau Clotilde W e n g e r mit vorzüglich geschulter Stimme einige Opernarieu zur Geltung. Herr Theodor Weiß vom Deutschen Volkstheater in ernsten und heiteren Vorträgen gleich meisterhaft fand jubelnden Beifall. Die eigenen geschmackvollen Chansons des Schriftstellers Peter Herz (am Klavier Herr Komponist Diamant-Duwal) und die humoristischen Vorträge Alexander T r e b i t s ch schloffen sich würdig dem ausgewählten Programme an. Das Reinerträgnis der Festakademie mit über 35.000 Kronen bedeutet eine hochwillkommene Stärkung des Witwen- und WaifenfondS der „Nächstenliebe". Ein Unwürdiger. Wie uns Herr Kantor H. Stern aus Austerlitz mitteilt, treibt sich ein gewiffer Israel Mendl Schwimmer, Flüchtling aus Budapest in der Provinz bettelnd herum und benützt jede Gelegenheit Diebstähle zu verüben. Es wird dringend ersucht, diesen unwürdigen Angehörigen des Judentums im Betretungsfalle festzunehmen und der. Strafbehörde zu überstellen. f Zur Nachahmung empfohlen. Die Pester israel. Kultusgemeinde hat angesichts des so früh eingetretellen grimmigen Winters eine Wohltätigkeitsaktion eingeleitet, die den jüdischen Armen Budapests über die bittere Zett des Winters hinweghelfen soll. Mit Unterstützung der Chewra- Kadischah und des jüdischen Frauenvereines läßt die Gemeinde seit dem 1. November an zweitausend Arme täglich Suppe und Brot verteilen. An der Spitze der Aktion, die, für sechs Monate projektiert ist, stehen der Gemeindepräses Hofrat Franz Szekely, der Gemeindevorsteher Alexander Lederer und der Oberrabbiner Dr. Simon Hevefi. Der Budapest« Spirituosen-Großhändler Josef MiklöS, der schon anläßlich der jüdischen Feiertage 300.000 Kronen für Wohltätugkeitszwecke spendete, hat der Wohltätigheitssektion der Pester israelitischen Religionsgemeinde zum Beginn des Winkers 500 Meterzentner Kartoffeln für die jüdischen Armen zur Verfügung gestellt. Exekutivkomitee der Jüdische« WetthiLsSkonferenz. An die jüdischen Hilfsorganisattonen wird vom obigen Komitee folgender Zirkutarbrres versendet: Die Jüdische

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