Mannheim
Compact Memory

Die Wahrheit · 1920-12-15 · Heft 21 (15.12.1920) · page 8

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Wahrheit
Volume
1920
Issue
Heft 21 (15.12.1920)
Date
1920-12-15
Page
– (sequence 8)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/3062972-3063928-3063948--11114-3078500
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Die Wahrheit Nr. S1 Sette « sie treibt, wo sie kein Ghetto ummauert, wo ihre Füße nicht durch Ketten gehemmt werden, wo sie durch keine Gerichtsbarkeit eingeschüchtert werden, wo sich die höchsten Fähigketten frei entfalten können. Als Vergeltung dieser Wohltaten widmet der Jude seine höchste Leistungsfähigkeit dem Lande, damit die vom Unglück betroffene Welt Amerika als das Ziel ihrer Hoffnungen betrachten kann. Der Jude ist es also, der die größten Möglichkeiten des Menschentums erreichen kann und auch erreicht. Daamerikanische Jerusalem. Das wahre Jerusalem liegt nicht in Judäa, sondern ist New-Aork. Bon den 1ö Millionen Juden auf der ganzen Erde leben 3 Millionen in Amerika, hievon allein l1/, Millionen in New-Aork und dessen Umgebung. Ein Drittel der Hörer der Columbia University sind Juden und in der City College find sogar 97 Prozent der gesamten Hörerschaft jüdisch. An New-Horks größter Universität der Welt — Washington Irving Universität — sind fast sämtliche Studierende Juden. Noch in der vorigen Generation war New-Aork eine katholische Stadt, heute ist es eine jüdische. An ihrer Ostseite befindet sich keine einzige Kirche, wohl aber 3SV Synagogen. Wird nun der Jude nach Jerusalem zurückgchen wollen? Nie, höchstens M Tourist. Amerika ist das Palästina der Juden und Washington ihr Zion. Hier ist ihr Land. In den Vereinigten Staaten fitzen fie unter den Senatoren im höchsten Rat, sowie im Unterhaus«. Drei der VereiuSstaateu haben jüdische Gouverneure und zahlreiche Städte jüdische Bürgermeister, die Herausgeber der zwei verbreitetsten amerikanischen Blätter sind Juden und der kommerzielle Direktor der Hearst Blätter ist gleichfalls ein Jude. Neben Morgans Bank behauptet sich als zweitgrößte ein jüdische Finanzinstitut und ein jüdischer Ingenieur war «8, der den mächtigen Pennsylvania-Tunnel gebaut hat. Wechselt nun der Jude den Glauben? Ich behaupte »ein! Wenigstens nicht in einem solchen Perzentsatz, daß es auffalleu würde. Die jüdische Jugend studiert, verdient Gckd, befaßt sich mtt sozialen Problemen, viele unter ihnen find cmsgesprochene Sozialisten, aber taufen lassen sie sich nicht. Mcht das Christentum als solches, sondern die Christen schrecken sie ab,.denn was sie in Europa erlebt und zu leiden haben, würde uns an ihrer Stelle gleichfalls abschrecken. Amerika ist noch nicht aus dem Höhepunkt der Dukdsamkeit und dm Höhepunkt der Menschlichkett wird es nie erreichen, aber es ist gleichwohl zehntausendmal besser als Rußland oder Osteuropa, von wo die Juden sich zu uns geflüchtet haben. Gebet ihnen die Rechte der Mchtjuden, den Negern die Freiheiten der Weißen, den Frauen die Rechte der Männer, den Armen die Möglichkeiten der Reichen und sie alle alle werden Wunder voll^cingen. Amerika ist aus dem besten Wege, diese Gleichberechtigung den Juden zu geben. Wir Christen heten zum Gotte der Jude», wie eS Christus uns gelehrt hat, die jüdischen Schriften, daS Alte Testament, beginnen mtt der Geschichte der Dtenfchheit und und nicht mit jener der Juden. Und der christliche Glaube wurzelt im Mischen und im Judaismus. Sämtliche Bücher - des Neuen Testaments haben Juden geschrieben, ausgenommen das Evangelium LucaS und die Apostelgeschichte. Auch meinen Text hat ein kleiner jüdischer Handwerker inspiriert, Peter Simon, zudem ^Christus sagte: „Du bist der Fels, aus den ich meine Kirche baue". Das Fundament unseres Kalenders beruht auf den Geburtstag eines Juden und das größte und beliebteste Fest, das wir Christen feiern, knüpft sich an die Wiege eines jüdischen Kindes. Fünfhundert Millionen Christen beten einen Juden an, Jesu, und die Hälfte dieser Gläubigen verehren eine Jüdin, Maria. Nun könntet ihr mir Vorhalten, daß ich nicht auch von den Fehlern der Juden gesprochen habe, nein, das war auch im Rahmen dieser Rede nicht meine Absicht. Ich kenne die Fehler der Juden, kenne ihre Tugenden, die überraschenderweise den Fehlern und Tugenden der Christen gleichen. Und wenn ich Vergleiche ziehe, so bin ich glücklich, daß ich meinen menschlichhochstehenden Nachbarn, den Juden, die Hand drücken darf. Zuul Wusse des NalkndrrjühkkS richte« wir an diejenigen P. T. Empfänger, die ihre Abonnementspflicht für das ablaufende Jahr nach nicht nachgetamme» sind, derselben eingedenk;u sein, denn briefliche Einzelmahnuugeu siuy angesichtö der hohen Kosten nicht ausführbar. Die Verwaltung Begrüßung des Meibemonats (Aislev).' Der Kislev ist ein lieber Mann Wir fteu'n uns auf sein Kommen ° Er nimmt sich stets der Armen an Hilft Wtwen, Waisen, wo er kann. Ist Segensquell der Frommen! Ein trautes Freudenfest er bringt Der lieben guten Jugend Chanukkalicht! Wie schön es klingt! Wie es in unsre Herzen dringt, — Ermahnend uns zur Tagend. Erzählend uns aus alter Zeit Die Leiden uns'rer Ahnen! . Ermunternd uns, um kampfbereit Zu wehren uns vor Haß und Neid Und treu sein unseren Fahnen! Sei uns willkommen lieber Gast, Kehr' regelmäßig wieder. Und halt' in uns'rer Mitte Rast . . . Wie du uns stets erfreut hast Durch Licht und frohe Lieder! I. Kaufmann. * Verspätet eilig? langt.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.