Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1920
- Issue
- Heft 20 (1.12.1920)
- Date
- 1920-12-01
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 20 Die Wahrheit Seite IS Vermischtes ß Prater-Bethausvereiv „TesilathJeschnron". Derselbe veranstaltet am Donnerstag, den 2. Dezember 1920, eine Festvorstellung im Carltheater. Zur Aufführung gelangt das „Neue Ghetto", Schauspiel in 4 Akten von Theodor Herzel. Ihre Mitwirkung haben zugesagt: Frau Mildbrandt, Fräulein Gloffy, Burgtheater, Herr Zeöka senior und junior, Herr Arpad Kramer, Burgtheater, Herr Arpad Kramer, Burg« theater, Herr Hans Homma, Herr Jwald, Deutsches Volkstheater, Herr Egon Brecher, Jarno-Bühne. Der Reingewinn fließt dem TempelbaufondS 2. Prater zu. In Anbetracht des löblichen Zwecks und der künstlerischen Bedeutung dieser von herragenden Kräften unterstützten Veranstaltung ist ihr auch, ein materiell günstiger Erfolg sicher. Ein solcher ist umso eher zu erwarten, als der rührige Prater Bethausverein mit besonderem Verständnis zu seiner Festvorstellung das Werk eines Mannes wie Theodor Herzl wählte, der nicht nur auf dem Gebiete der Politik, sondern auchdurch sein Wirken für die Bretter, die die Welt bedeuten, hervorragend war. - ’ Goldene Hochzeit. Man schreibt uns aus Baden. Der langjährige verdienstvolle Präses (1878—1919) und nunmehrige Ehrenpräses der Kultusgemeinds, Moritz Leitner, feierte am 15. November, wie wir bereits in unserer vorigen .Nummer berichtet haben, mit seiner Gattin Julie, die girier berühmten Rabbinerfamilie entstammt, das Fest der goldenen Hochzeit. Außer den sehr zahlreichen telegraphischen und brieflichen Gratulationen von nah und fern erschienen Deputationen. Als erste der Gesamtvorstand der Kultusgemeinde mit dem sehr ehrenwerten Präses Alexander Braun an der Spitze und überbrachte als Angebinde einen Stiftungsbrief der Gemeinde, lautend: Moriz und Julie Leitner-Stiftung für 40.000 Kr., wovon alljährlich am 15. November 1000 Kr. für würdige Arme und weitere 1000 Kr. an ein im Brautstande befindliches armes würdiges Mädchen zur Verteilung gelangen sollen. Als Sprecher der Deputation fungierte der gediegene Kanzelredner Oberrabbiner Dr. R e i ch. Die rührige, fürsorgliche Präsidentin des Frauen-WohltätigkeitS'Vereines Frau Rechnungsrat F r e i w i l l i g als Führerin der Deputation genannten Vereines, hielt hierauf eine rührende Ansprache an das sehr beliebte Jubelpaar, welches auf eine segensreiche Tätigkeit zurückblicken kann, hob namentlich die Verdienste der Jubilarin als Gründerin und langjährige Präsidentin des Vereines hervor und überreichte einen Beschluß der Vereinsleitung, alljährlich am 15. November an zwei arme, alleinstehende Frauen, die das 60. Lebensjahr überschritten haben, 400 Kr. auszubezahlen. Es war eine schöne, erhebende Feier. Todesfälle. Mit dem' vor kurzem hier verstorbenen Herrn Heinrich Leitner s. A. hat die Fürsorge für die verwahrloste, verlassene und verwaiste Jugend einen ihrer wertvollsten Mitarbeiter verloren. Er war den ^ärmsten der Kinder ein Freund und ein Vater. Wahrhaft, unerschrocken und leidenschaftlich, kannte er keine Grenze, galt es zu helfen und zu retten. Bei Tag und bei Nacht, im großen und im kleinen, war er bereit, ohne Rücksicht gegen sich selbst. Denn dieser Mann hatte ein Herz. Herb in seinem Gehaben, herb in feinen Worten, aber grundgütig in seinem inneren Wesen. Was dieser prächtige, aus. kernigem Holz geschnitzte Mensch — dieser Mann der ununterbrochen lebendigen Wohltaten — in dem jüdischenKreise bedeutet hat, dem er angehörte und der leider nicht allzureich ist an vergleichbaren frischen Kräften, das werden wir erst dann erfahren, sobald die Arbeit an der Jugendfürsorge weitergeht. Denn dann erst wird die Lücke offenkundig werden, die sein Heimgang hinterlaffen hat. Aber schon heute wissen wir: Es wird kaum jemand zu finden fein, der in Bezug auf die so notwendige Kinderfürsorge ihm auch nur ebenbürtig sein wird. S. # Freitag, den 27. o. M ist hier Herr Eugen E°rnst, Jnhabnr der gleichnamigen protokollierten Bijouterieexportfirma am Kai, gestorben. Der Verblichene hat es aus bescheidenen Anfängen durch eisernen Fleiß und unbeirrbare Hingabe an seine Pflichten zu einer geachteten Stellung in seiner Branche gebracht. Auch für jüdische Wohlfahrtsinstitutionen hat Herr Ernst redlich das Seinige beigetragen, welches Wirken ihm die Anerkennung und Wertschätzung aller verschaffte. Spitalshilfe für Palästina, Hofrat Dr. Julius Schlag, Wien, 3. Obere Donaustraße 109, Geschäftsstelle: Wien, 3. Ferdinandstraße 33. (Für einzige jüdische Augenklinik in Jerusalem.) Dr. A. Grünberg und Ingenieur Heinrich Grünberg, je 1000 K., M. Bergmann, Dawid Dohan, je 300 K., Hugo Schwarz 350 K., Max Samek, Friedrich Vogel, je 3000 K., Josef Teffer 100 K., Siegmund Klein 50 K., Dr. A. Schwarz 30 K., zusammen 5430 K., Bet« hausverein Erdbergerstraße 5430 K., W'.lmos Fischer, Oroszka 384 K., Religionslehrer Josef Lüwinger, Wilhelmsbürg 310 K., Rabbiner Dr. Julius Max Bach, Wien, 210 K., Administration der „Neuen Freien Preffe", Wien, 140 K., Belhausverein „Machsika Thora", S. Kurfürst- Sammlung in seinem Minjan, Wien, Gutsverwaltung Peru- Hofen, je 100 K., Verein „Liwias Chen", Wien, 90 K.. I. Kreppe!, Wien, Dr.Löwit-Spende während des Gottesdienstes an den hohen Freiertagen in Ischl, je 50 K. — Zahlstelle für Deutschösterreich: S. M. v. Rothschild; für die tschechoslo waklsche Republik: Böhmische Unionbank, Prag; für Ungarn: Magyar Altalänos Hitelbank, Budapest; für Deutschland: Deutsche Bank, Berlin; für Polen: Wiedenski Bank Lombardowy i Eskontowi, Krakau; für Jugoslawien: Zidovska Banka, Sarajevo; für das gesamte Ausland: Schweizerische Kreditanstalt, Zürich. Mit dem ausdrücklichen Vermerk: Auf Konto „Allgemeine Hilfskommiffion für Palästina" in Wien. Werkt >er KrieWriser i« Stille ht Sitte! Unter den erdenklichsten Schwierigkeiten setzen wir unverdrossen unsere Bemühungen zur Erhaltung der einzigen jüdischen Augenklinik in Erez Jisroel fort. Der Leiter dieser Anstalt, als deren eifrigster Vertreter in Palästina selbst David Jellin zn bezeichnen ist, Herr Dr. Feigenbaum, schreibt in einem Briefe vom 18. Oktober d.I. au unseren Präsidenten: .Ich werde mir nicht die Gelegenheit nehmen lassen, Ihnen, hochgeehrter Herr Rabbiner, persönlich meinen innigsten Dank abzustatien für den unschätzbaren Dienst, den Sie dem Hospital, vor allem in moralischer Hinsicht, leisteten! Wer weiß, wie eS um die Anstalt bestellt wäre, wenn Sie Ihr nicht zur rechten Zeit durch Ihre prompte Unterstützung und Aufmunterung unter die Arme gegriffen hätten. In der letzten Zeit war es uns möglich, für die Augenklinik augeforderte Jnstrumen im Werte von 140.000 Kronen beizustellen. Ebenso arbeiten wir unberirrt weiter für das Wohl der Kriegswaisen im Heiligen Lande. Es ist ein verhängnisvoller Irrtum zu .glauben, daß mit dem politischen Umschwung in Palästina zugleich ein wirtschaftlicher in dem Maße eingesetzt habe, daß unsere Bemühungen übe, flüssig geworden wären. Gerade die schwere Zeit des UebergangeS erfordert die äußerste Anstrengung unserer Kräfte. Helfet uns unsere Aufgabe lösen! Der Vorstand der .Allgemeinen Hilfskommission für Palästina': Rabbiner Dr. Max Grunwald, Dr. Adolf Satzralik, Hofrat Dr. Julius Schlag, Dberrabbiuer W. Reich, Babe«, Rabbiner Dr. Lewin, Bezirksrat Max Riibuer, Dr. I. S. Bloch, Direktor Richard Lissa«, Schewach Köbil, Adolf Ungar. - „