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Die Wahrheit · 1920-09-10 · Heft 15 (10.9.1920) · page 8

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1920
Issue
Heft 15 (10.9.1920)
Date
1920-09-10
Page
– (sequence 8)
Language
German
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iva Kssauax*xiLa>ummma^t!amt^asBa'iin%ttfM>iimiB.masjs/ormitar<iUiSirtenimaaue^iie/Mam ($etU 8 - . Sie Wahrheit sir. 15 M MsmIuui md Siginspital in Enz M. Aufruf. Was unsere Hilfsaktionen seit ihrer * Gründung im Jahre 1915 für ihre Brüder im Heiligen Lande bedeuten, bedarf wohl kaum noch besonderer Hervorhebung. Nun gilt es, das mit unsäglichen Mühen begonnene Werk auszubauen und, dauernde Institutionen zu gründen. Unser Hauptbestreben geht jetzt dahin, für die hilflosen und unglücklichen Kriegswaisen, die bisher Gegenstand unserer Fürsorge waren, ein Heim auf jüdisch-ritueller Grundlage zu schaffen, um sie darin zu tüchtigen, brauchbaren Menschen und guten Juden zu erziehen. Unsere Spitalshilfe für Erez Isroel wiederholt ihre Bitte: Helfet uns das einzige jüdische Augenspital in Jerusalem erhalten! Es zählt gegenwärtig 30 Betten. Für 10 davon sorgt das amerikanische Delegierten-Komitee. 20 obliegen unserer Fürsorge. Die Erhaltung eines Bettes stellt sich auf jährlich 120 engl Pfund. Was in unserer Macht stand, ist bisher für diese Augenklinik geschehen. Wir haben medizinische Behelfe, Instrumente u. dgl., ebenso größere Geldbeträge hingesendet. Der Tiefstand unserer Valuta beeinträchtigt unsere Wirksamkeit sehr empfindlich. Umso zuversichtlicher rechnen wir nunmehr, wenn wir unserer Aufgabe gewachsen bleiben sollen, neben der weiteren Unterstützung durch unsere Gönner und Freunde, auch auf die wohlwollende Förderung durch unsere Brüder im Auslande. Bruder I In dieser ernsten heiligen Sache säumet nicht, sendet uns jeder nach Maßgabe seiner Mittel unverzüglich einen Beitrag. Es gilt, vielen Hunderten von Kriegswaisen ein Heim zu schaffen und das einzige jüdische Augenspital in Jerusalem zu erhalten und auszubauen. Denket an eure Kinder, denket an eure alternden Eltern! Denket an euch selbst, daß Gott euch und die Euren schirme und bewahre vor jenem Leid und jener Nacht, in der das grausigste Erleben nicht Traum ist, sondern jammervolle Wirklichkeit I Wir bitten alle Herrn Rabbiner, Bethausvorsteher und Menschenfreunde, an den hohen Feiertagen zuSpendenfür unsere so ungemein dringenden Hilfswerke anregen zu wollen. Mit dem Wunsche zeichnet Das Präsidium »Allgemeine Hilfskommission für . Palästina-. Zahlstellen: Für Deutschösterreich: Bankhaus 8. M. Rothschild, Wien,!. Renngasse3. Für die tschecho-slowakische Republik: Böhmische Unionbank, Prag. Für Ungarn: Magyar Altalanos Hitelbank, Budapest. Für Deutschland: Deutsche Bank, Berlin. Für Polen: Wiedenski Bank Lombardowi i Eskontowy, Krakau. Für Jugoslawen: Zidovska Banka, Sarajevo. Mit dm Vermerk: Aul Konto „Allgemeine Hilfskommission für Palästina*1 und einer näheren Bezeichnung ob für „Waisenhaus* oder „Augenspital“. Schon wenige Monate nach Ausbruch des Krieges mußten mit wenigen Ausnahmen fast alle Kantoren einrücken. Die gottesdienstlichen Funktionäre anderer Konfessionen blieben vom Militärdienst verschont. Diese Tatsache beweist zur Genüge, wie machtlos die Judenschast dasteht. Es war aber zugleich der erste Grundstein, auf welchem das El?nd des Wiener Kantorenstandes aufgebaut werden sollte. Die unerschwingliche Teuerung hat den Kantoren die Möglichkeit genommen, bei ihren sehr kärglichen Bezügen sich und den Ihrigen nur das Notwendigste bieten zu können. Es wäre unrichtig, wenn wir behaupten würden, daß bei den Gemeinde- und Tempelvorsiehern nicht der gute Wille vorhanden ist, ihren Vorbetern die traurige Lage zu verbessern. Nicht wenige sind es auch, die ihren Willen in die Tat umsetzen, indem sie oft und oft in den eigenen Sack greifen, um dem Kantor mit einer Unterstützung auszuhelfen. Manche Vorstandsmitglieder waren auch beflissen, durch die Veranstaltung von Notstandsaktionen den bedrängten Kantoren momentane Hilfe zu schaffen. Durch solche Aktionen aber wird das Elend der Wiener Kantoren noch lange nicht gemildert werden. Gerade sie beweisen zur Genüge, wie groß das Elend der Wiener Kantoren ist. Es ist eine Tatsache« daß viele Wiener Kantoren schon am 12. des Monates nicht mehr wissen, wie sie weiterkommen. Nicht wenige gibt es, die schon am 1. nichts herausbekommen, weil sie sich im Vorschußwege ihre Gage schon vor Ablauf des Monates erbettelt haben. Mögen die maßgebenden Herren, die unsere wirtschaftliche Lage bessern könnten, sich vor Augen halten, was sie den Angestellten und Bediensteten ihrer Betriebe monatlich zahlen, die oft genug nur für sich, aber für keine Familie sorgen, dann wird der ganze Tiefstand der Lebenshaltung der Wiener Kantoren, ihr wirtschaftliches Elend offenkundig und laut nach Hilfe rufen. ES ist also kein Wunder, daß in letzter Zeit nicht wenige Wiener Kantoren Gelegenheit suchen, aus diesem Jammertal die Flucht zu ergreifen. Manchen ist es bereits gelungen zu entkommen und wir wüßten keinen, der ihnen nicht so bald als möglich folgen möchte. Leider verfügt nicht jeder Kantor über Beziehungen verwandtschaftlicher oder anderer Art, welche ihm etwa die Flucht bis nach Amerika oder Prag rc. ermöglichen könnten, denn nicht jeder Kantor hat in New-Aork oder Prag rc. einen Bruder, eine Schwester oder andere Verwandte, die ihm durch Einsendung des Reisegeldes den Auszug aus Wien ermöglichen. Aus eigenen Mitteln ist dieses Unternehmen schon 3i

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