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Die Wahrheit · 1920-09-01 · Heft 14 (1.9.1920) · page 9

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1920
Issue
Heft 14 (1.9.1920)
Date
1920-09-01
Page
– (sequence 9)
Language
German
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Nr. 14 E)ie Wahrheit €eüe 9 Dorfinsaste genügend Mehl zum Maximalpreise erhalte und so fort. Und was war der Lohn? Als sich das Volk zum Plündern ansammelte, da hielt die Pachter diese- HauseS an die Versammelten eine Ansprache. Sie hörten zu und blieben stumm. Aber geblieben ist der Familie nichts. Sebst die Tür- und Fensterrahmen und die Bretter vom Fußboden wurden herausgeristen. Die zweite Geschichte ist von hier zu erzählen. Eine jüdische Familie hatte eine Bäuerin und deren Tochter viele Jahre alr Bedienerinnen. Diese konnten immer etwabrauchen und gingen nie von dem jüdischen Hause leer heraus. Am Tage der allgemeinen Plünderung kam diese Bauernjochter eilends daher und verlangte ziemlich viel Kleider und Wäsche. Staunend fragte sie die jüdische Frau: „War fällt Dir ein?" Da antwortete sie ganz aufgeregt: „Ja, dann werden fremde Leute kommen und aller zusammenrauben und mir wird nichts bleiben!" — War ferner die Beteiligung an der allgemeinen Wohltätigkeit anbelangt, gibt ja Herr Markus Sonnenfeld zu, daß die Juden überall bei humanitären Gelegenheiten die ersten und eifrigsten sind. Nur meint er, daß da immer dieselben Namen und Personen zu finden seien, während andere im Rückstände bleiben. Also nur die Letzteren fehlen -uns noch? Hat man aber schon einmal gehört, daß die Antisemiten die großzügige Wohltätigkeit der jüdischen Mehrheit loben und nur bedauern, daß der kleinere Teil nicht auch dabei ist? Oder hat überhaupt der antisemitische Haß einmal vor diesen edlen jüdischen MehrheitSwohltätern Halt gemacht? Darum ist sowohl die Krankheit, als auch die Heilung auf anderem Gebiete zu suchen. Die Krankheit ist das alte Erbübel Israels, daß eS im Wohlstände an Gott, seinen Spender, vergißt, und das bittere Medikament, welcher sein Arzt ihm immer wieder reichen muß, ist Amalek; darum dessen lange Lebensdauer, da evom Anbeginn deisraelischen VvlkSseinS bis zu dessen Vollkommenheit stetzur Verfügung fein muß (IV. B. M. 24. 20.). Und ebenso wie der alte Amalek ganz ohne Grund und Ursache nicht als au-gebeuteter Mitbürger von weit hergekommen, um Israel zu vernichten, so werden seine Nachkommen, die heutigen Amalekiter, weder von Uebervorteilung durch Juden zur Verfolgung angeregt, noch kann sie die von Israeliten empfangene Wohltat aufhalten. Ihr Führer ist der angeborene Haß und ihr Ziel die Ausrottung Israels. Und ebenso wie im Kampfe gegen den alten Amalek nur der nach oben zum Allvater gerichtete Blick der Reue Rettung gebracht, vermag auch heute nur diese erprobte Medizin dem siechen JsraelSkörper Heilung zu bringen. Noch einmal hat das jüdische Volk eine weise Lektion erhalten. (Siehe IV. B. M. 21. 6. Gott schickte über dar Volk giftige Schlangen ufw. Rafchi z. St. Die Schlange kann den Geschmack der verschiedenen Kostarten nicht unterscheiden. Sie beißt alles ohne Wahl.) Und unsere Feinde find auch nicht anders. Eie unterscheiden nicht zwischen wohltättgen und pasiiven Juden. Und wieder war es nur der nach oben gerichtete Reueblick, welcher Leben und Erhaltung brachte. (Siehe Talmud Rosch Haschono Ende des III. Abschnitte-.) Die Ergebnisse der zionistischen Iahreskonferenz in London. Die Konferenz währte vom 7. bis 22. Juni. In der 12. Nummer dieses Blattes versprachen wir,, über die Ergebniffe zu berichten. Diese zionistische Jahreskonferenz ist für das Leben und die Existenz tausender Juden von Bedeutung und will auf die ganze jüdische Entwicklung einwirken. Wir müsien also auch dazu Stellung nehmen. Die Konferenz brachte eine neue Leitung. Profeffor Dr. Chaim W e i z m a n n wurde Präsident der zionistischen Organisation, Nahum Sokolov Vorsitzender (Chasrinan) der Exekutive der zionistischen Organisation. Wenn wir richtig verstehen, Generalsekretär, Geschäfts« leiter der Organisation. Damit erhielten jene zwei Männer, welche in den letzten Jahren und namentlich in der Zeit der Friedensverhandlungen so wichtig gewesen warm, ihren Lohn. Beide Herren sind Rüsten, beide können sich ganz der zionistischen Arbeit widmen. Exekutivmitglieder, also das, was früher das engere Aktionskomitee war, werden der Rüste Ingenieur U s s i s ch k i n, die treibende Kraft der jüdischen Kolonisation in Palästina, der Deutsche Julius Simon, der den Finanzvorrat der zionistischen Organisation leiten soll, und N. de Lai ne. Ins große Aktionskomitee, das ist das kleine Parlament der Zionisten, kamen 90 Mitglieder und zum Präsidenten dieses wurde Lord Rothschild, zu Vizepräsidenten Prof. O. M a r b u r g und Leo M o tz k i n gewählt. Letzterer ist auch ein Rüste und war speziell in Kopenhagen und Paris für die zionistische Sache sehr tätig. Prof. Dr. Otto Marburg war bisher seit Wolfsohns Tod Präsident der zionistischen Organisation gewesen. Er wurde also wie Lord Rothschild ehrenamtlich außer Akttvität gesetzt. Auch Richter Brandeis aus New-Aork wurde durch Ernennung zum Ehrenpräsidenten der zionistischen Organisation ausgezeichnet, aber inaktiv. Vor allem aber sei sestgestellt, daß Max Nord au aus jeder Leitung entfernt ist. auch von r-'ix-A’TKbsw. ra

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