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Die Wahrheit · 1920-08-18 · Heft 13 (18.8.1920) · page 12

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1920
Issue
Heft 13 (18.8.1920)
Date
1920-08-18
Page
– (sequence 12)
Language
German
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Gerte IS Hie Wahrheit Sir. 13 pomsten Ruggiero Leoncavallo, der Maler v. Marees, Max Slevogt und Emil Orlik, des Ingenieurs Gustav Giffel, des Erbauers des Eiffelturmes, von Gambetta, Giosne Earducci, Sven Hedin, Georg Simmel, der Chemiker Moritz Traube, Adolf v. Bayer, Bredig und Justus v. Liebig, des deutschen Kolonialdirektors Kayser, von Alfred Meffel, Max Klinger, Ernst Poffart, des Astronomen Herschel, Johann v. Bloch, Stephan George, Thomas und Heinrich Mann, Thomas Th. Hene, der Sängerinnen Malibran und Viardot- Garcra und der Schauspieler Markowsky, Josef Lewinsky, Eduard Hanslick. Adresse: Dr.S. Abraham Schwadron, Wien, 9. Bezirk, Seegasse 25, Tür 15. Lehrerelend. Folgender Brief eines alten jüdischen Jugendbildner ist uns mit der Bitten um Veröffentlichung zugegangen. Wir erachten es für überflüffig, dem Inhalt in seiner schmucklosen Anschaulichkeit eine Bemerkung oder Glosse anzufügen, sondern ihn durch sich selbst sprechen zu lassen: Sehr geehrte Redaktion! Sie werden gewiß bereits viel über das Kapitel Pensionistenelend gelesen und gehört haben, aber ich bin der Meinung, daß eine der beklagenswertesten und erbarmungswürdigsten Typen dieser unglücklichen Zeitgenossen von den Allpensionisten der jüdischen Religionslehrer geliefert werden, zu denen ich seit Jahren zähle und deren Ungemach mit den zunehmenden Jahren in entsprechendem Verhältnis gewachten ist. Unfereinem ist es nicht gegeben, zu demonstrieren oder revoltieren, wir können uur dulden und schweigen bis an die Grenze deS Erträglichen und dann einen Notschrei hinaussenden, damtt er in den Herzen mildtätiger, vom Glücke bedachter Glaubensgenoffen ein Echo wecke und zur helfenden Tat rufe. An einem solchen Punkte angelangt, von der Last des AtterS gedrückt und von schweren Entbehrungen zermürbt bin ich dahin gelangt zu erklären, daß ich am Ende meiner Kraft bin und von meinen Glaubensgenossen Hilfe erbitte. ES werden noch manche sein, in deren Herzen ich einst die Lehren des Judentums gepflanzt, als deren hervorragendste die Nächstenliebe gilt, wie auch der Erkenntlichkeit gegen seine Lehrer und Rücksicht auf das Alter. Möge der Hinweis auf diese Pflichten die gewünschte Wirkung erzielen! Mögen sich edle Wohltäter finden, die ein Schärflein beittagen, damit ich einen Bettag in die Hand bekomme, der es mir gestattet aufs Land zu übersiedeln, um in ländlicher Abgeschiedenheit und wohlverdienter Ruhe meinen Lebensabend zu beschließen. P. . * Nachwort der Redaktion. Der Briefschreiber ist un« als ein ebenso würdiger als bedürftiger Mas« bekannt, der seinem Beruf als Religionslehrer in vorbildlicher Weise jahrzehntelang entsprochen hat und eS wohl verdient, daß seinem Hilferuf Folge gegeben werde. Hier ist Gelegenheit zu einer wahrhaften Mizwah, zu einem wohl angebrachten guten Werke für einen guten Menschen. Wir erklären uns bereit, milde Spenden für den armen alten Lehrer entgegenzunehmen, die im Blatte ausgewiesen und ihrer Bestimmung zugeführt werden. Die Stell««- der Klerikale« zur jüdische« Heimstätte i« Palüstma. Das klerikale „Grazer Volksblatt" vom 27. Juli 1920 bringt einen längeren Artikel von „Dr. H.": „Die Zukunft Palästinas", der sehr zu beachten ist. Der Verfasser legt zuerst die Bedeutung Palästinas durch seine religiösen und geschichtlichen Erinnerungen dar und führt aus, welche großen weltpolitischen und wirtschaftliche Fragen dort zur Lösung kommen. Durch den Ausgang des Weltkrieges sind England und Frankreich die zwei Mächte, welche allein in Palästina zu reden haben, die aber Rivalen sind und sein werden, denn England benötigt das Ostjordanland mit Damaskus, um eine Verbindung zwischen Aegypten und Mesopotamien zu'erlangen und zugleich die Hedschasbahn und das neu errichtete Königreich Arabien zu sichern. Für Frankreich aber ist der Besitz Syriens ohne Damaskus nur ein halber Gewinn. Beiden rivalisierenden Großmächten stellt sich nunmehr eine neue Großmacht gegenüber — das Zionistentum, das in Palästina eine Heimstätte des national bewußten Judentums Gründen will. Die Zionisten hoffen, die Einwohnerzahl des heiligen Landes auf fünf Millionen emporzubringen. Dieses Ziel kann nur erreicht werden, wenn die bisherige, ethnographisch und religiös gemischte Bevölkerung Palästinas verdrängt und das davidische Reich in seinem ganzen Umfange mit Syrien wieder hergestellt wird. Es können aber, so meint Herr Dr. H., nur höchstens zwei Millionen angesiedelt werden. Die Akklimatisierung und die harte Handarbeit stellen ferner so große Forderungen, daß dem Rufe der Zionisten auch bei vorraussichtlicher Gratisbeförderung nur wenige Juden folgen werden. Rom hat sich zur Frage auch noch nicht geäußert, auch nicht zur eventuellen Uebertragung des Schutzrechtes an den Völkerbund. Die Art der Organisation des JudenstaateS interressiert aber nicht nur die Politiker der Entente, sondern auch die Moslemins Palästinas, die sich nicht ohneweiterS verdrängen lassen. Auch die christlichen Bekenntnisse der ganzen Welt haben am Schicksale des heiligen Landes ein Interesse. Eine Lösung der Palästinafrage vom ausschließlich jüdischen Gesichtspunkte widerspricht den politischen Interessen Frankreichs und den religiösen Jntereffen aller Christen. Mit Angriffen gegen das Judentum und die Juden ist der Aufsatz gespickt. Er zeigt die Gesinnung der Kirche und läßt von dorther noch große Schwierigkeiten in Palästina und in der übrigen Welt befürchten. Wenn aber England will, hat diese Feindschaft im heiligen Lande nicht viel zu bedeuten und in der übrigen Welt waren die Klerikalen stets Gegner der Juden, trotzdem die „Lichtgestalt des auferstandenen Erlösers" ein Jude war. Nus den Tempelvereinen Leopoldstädter Tempelverein „Aefchel Awrohom". Trauung. Sonntag, den 8. August fand im Tempel, 2. Pazmanitengaffe 6, die Trauung des Herrn Bauoberkommiffär Ingenieur Otto Z e i s e l mit Fräulein Herma Fischer, Tochter des langjährigen treuen Vereinsmitgliedes Herrn

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