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Die Wahrheit · 1920-08-18 · Heft 13 (18.8.1920) · page 13

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1920
Issue
Heft 13 (18.8.1920)
Date
1920-08-18
Page
– (sequence 13)
Language
German
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Nr. 13 Seite 13 srmntvwiVHBmmamnt Die Wahrheit Albert Fischer und dessen Gattin Frau Louise Fischer statt. Im festlich geschmückten Gotteshause, das Freunde und Verehrer des sympathischen Braut« paares dicht füllten, ging die schöne Feier vor sich, zu der sich nebst den Familienangehörigen, Tempelvorstehern und -Mitgliedern zahlreiche Vertreter der technischen Fachgruppen eingefunden haben. Herr Rabbiner Dr. S. F u n k, der den Trauungsakt vollzog, hielt an das Brqutpaar eine überaus herzliche Ansprache, in der er einerseits auf die großen Erfolge, die sich der Bräutigam durch seine bereits herausgegebenen Werke und Schriften, durch seine Vorlesungen errungen hat, hinwies, andererseits die charitative Tätigkeit der Braut in verschiedenen Fürsorgeanstalten rühmend hervorhob. Die kantorale Funktion versah Oberkantor Josef G i b l i ch m a n n, der in Anbetracht der obwaltenden Verhältnisse mit dem Chorpersonale die Hochzeitsgesänge mit besonderer mitfühlender Empfindung vortrug. Vielseitig wurde von den den besten Gesellschaftskreisen angehörenden Gästen die Aeußernng vernommen, daß sowohl die Elternpaare als auch das Brautpaar eine so würdige, schöne Hochzeitsfeier verdient haben. rrrrrrr Literatur rrrrrrr Der Golem. Vom Golem kennst du wohl die grause Sage Ach, sie erneut sich mit jedem Tage. Der tote Lehm geht aufrecht durch die Gassen Zerstörend, heulend durch des Volkes Massen Und willst du ihn beim rechten Namen fassen Er sagt : Nicht lieben will ich, will nur hassen. Ihr Orgien! Des Unverstands Gelage, Wohin geht euer Weg? O, stumme Frage! Ist niemand da, der diese Spuckgestalten In Bande schlägt, die Fäuste die geballten. Den Mund verschließt, der statt zu segnen flucht? Zum Lehm wird der Golem, wenn ihr sucht Des einzigen Wörtleins ungeheure Wucht — Bei Männern heißt es treu Zusammenhalten. G. D. 70. Geburtstag. Rabbiner Dr. D. Leimdörfer, Hamburg, ein in seiner Gemeinde hochbeliebter, und ein durch seine wissenschaftlichen Arbeiten anerkannte Autoritität des Jutentums, feierte dieser Tage seinen 70. Geburtstag in voller Geistesfrifche und wurde ihm aus diesem Anlasse nicht nur von seiten der Hamburger Gemeinde, sondern auch aus allen Kreisen von Nah und Fern die ehrenvollsten Beweise der Sympathie und Hochschätzung entgegengebracht. Wir schließen uns der großen Schar der Gratulanten mit den innigsten Wünschen für das weitere Wohlergehen des bewährten Gelehrten untrefflichen Menschen an, dem es beschieden sein möge, noch viele Jahre zum Wähle des Judentums sein gottgesegnetes Wirken sortzusetzen. Verlobung. Herr Hans Schlomiuk, Holzhändler, verlobte sich mit Fräulein Klara Krummholz, Tochter des durch seine Wohltätigkeit gegm arme Glaubensbrüder bekannten Holzgroßhändkers Isidor Krummholz und seiner Gatttn Rosa. Moriz Kanitz s. A. Mit dem Religionsschulinspektor Professor Moriz Kanitz ist nach schwerem Leiden am 8. August eine eigenartige und bedeutende Erscheinung geschieden, die aus einer großen Zeit der Erhebung in unsere trübe Gegenwart des Niederganges hineinragte, ein Mann, dem Leben und Wirken dar Gleiche bedeutete, der sich aus schweren, hemmenden Schicksalsfügungen durch Berusssreudigkeit immer wieder und immer höher erhob. Als reichbegabter Jüngling suchte er auf den verschiedensten Gebieten Befriedigung für seinen Wissensdrang, fand er von hervorragenden Männern jener glorreichen Epoche, wie von Kuranda, Wertheimer, Kompert, Jellinek, Frankl Aufmunterung und Förderung. Aber immer wieder führte ihn der Drang seines gläubigen Herzens zu jenen Studien zurück, die ihn zum Lehrer der Religion vorbereiteten und weihen sollten. Mehr als ein halbes Jahrhundert hindurch hat er dieses heilige Amt auf das segensreichste ausgeübt. Zwei Generationen hindurch haben sich hervorragende Männer unserer Gemeinde, auch solche der höchsten Gesellschaftsschichten, gerühmt, seine Schüler gewesen zu sein, haben sie dankbar unerkannt, ihre religiösen, ihre ethischen, im Kampfe des Lebens betätigten Ueberzeugungen durch seinen Unterricht erworben zu haben. Als die Wiener Kultusgemeinde ihn mit dem Amte des Religionsschulinspektors betraute, übte er es durch vorbildliche Wirksamkeit als Lehrer der Lehrer aus. Wie er in seiner Pflichttreue jede Grenze der Entsernung und der Zeit zu überwinden verstand und Arbeit leistete, die mehrere Personen schwer hätten ermüden müssen, war oft geradnzu erstaunlich. Die Ehre der Gemeinde, das Gedeihen ihrer Schulen, die moralische Entwicklung und Erstarkung der Jugend war ihm Herzenssache, der er sich ganz hingab. Probleme zu lösen, Systeme zu schaffen, Methoden zu erfinden, war ihm die Quelle der Befriedigung und der Erheiterung und weniges konnte ihn so beglücken, als einen Edelstein aus dem Schatze unseres Schrifttums zu heben und damit den Unterricht zu schmücken und zu bereichern. Die Liebe seiner Schüler, die Anerkennung der Guten und Besten seiner Zeit wurden ihm reichlich zuteil, und, was ihm versagt geblieben, wird die Erinnerung herbeiführen und daraus eine Ehrensäule errichten, die sich dauernd an seinem Grabe erhebt. Wien, Hohe Warte. Direktor Heller. Todesfall. Am 4. August trugen wir Herrn Eduard Beer, ein sehr achtbares Mitglied unserer großen Gemeinde, der am 31. Juli im Atter von 82 Jahren, zum tiefsten Schmerze seiner edlen Gattin und zweier wackerer Söhne, das Zeitliche segnete, zu Grabe. Ec stammte aus der alten mährischen Proßnitzer Gemeinde wie sein großer Oheim Moritz Steinschneider in Berlin, der den Ruhm österreichischer iijubip ■ ■' iv- -H xyiir.f

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