Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1920
- Issue
- Heft 10 (7.7.1920)
- Date
- 1920-07-07
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
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Gerte 12 Die Wahrheit Nr. 1Ö Ermgeseuvet. Herr Phil. Dr. S. Krenb erg er richtete an alle Tempelvereine folgendes Schreiben: Ich habe folgenden Brief an Herrn Dr. Josef Auerbach als Antwort auf sein Rundschreiben an Sie dto. 24. Juni 1920 gerichtet: Sehr geehrter Herr Doktor! Sie haben allen Tempelvereinen, die im AÜiouSkomitee der vereinigten Wiener Tenip.lvereine vertreten sind, den Austritt Ihres Tempelvereines mitgeteilt und ihn damit begründet, daß ich soweit gegangen bin, „vor den Türen der Versammlungslokale ihm (d. h. mir) persönlich bekannte Zionisten den Ordnern zu bezeichnen und sie Hinausweisen zu lassen." Diese Mitteilung und deren Begründung durch mein Verhalten wurde Ihnen, -wie Sie mir selbst am 27. Juni um 10 Uhr vormittags vor den» Wahllokale in der Viaduktgaffe sagten, von ihrer Partei aufgetragen. Ich bitte also zur Kenntnis zu nehmen, daß ich das nicht getan habe, was in dieser Mitteilung steht. Diese Darstellung, für die Sie nicht die Verantwortung übernehmen, ist eine Lüge. — Ich wiederhole: Sie ist eine Lüge. — Ich erwarte von Ihnen, daß Sie diese meine Erklärung auch Ihrer Partei zur Kenntnis bringen. Ich werde sie natürlich den Tempelvereinen und der Presse bekannt geben. Mit Ergebenheit Dir. Dr. S. Krenberger. Ich füge hinzudaß von demselben Verein bereits einmal bei unserer zweiten Delegiertensitzung gegen mich falsche Beschuldigungen erhoben wurden. Leopoldstädter Tempelverein „Aeschel Awrohom". Die Geschichte einer bedenteudenSpeude. Am 29. v. M. fand in unserem schönen Gotteshause die Trauung des Herrn Ludwig Toch mit Fräulein Alice Müller, Präsidentin der Jugendgruppe des jühihhhpmanitären Vereines „Zukunft", statt. Die Feiep gestaltete sich durch die großartige Ausschmückung deS Tempels, durch die gehaltvolle, formvollendete Rede des Herrn Rabbiner Dr. S. Funk und die kantoralen Leistungen deS Herrn Oberkantor Giblichmann wahrhaft erhebend. Es waren aber auch ganz besondere Umstände, welche hiezu Anlaß boten. Herr Ludwig Toch spendete dem Pazmanitentempel ein kostbares Sefer und begründete diese Spende in einem Schreiben, an unseren Vorstand mit einem tiefreligiösen Dankgefühle für den göttlichen Schutz aus drohender Gefahr während des Krieges, den Herr T och im Felde mitgemacht und wo eines Tages die Schrecken des Todes in mannigfacher Gestalt, Geschütz- und Gewehrfeuer und Luftangriff ihm nahten. Damals schon schrieb er an seinen Vater, didser möge das Gelöbnis einer Thoraspende als sichtbares Leichen des Dankes für den Geretteten auf dessen Kosten zur Tat werden lassen. Später geriet Herr Ludwig Toch in dreijährige ruffische Kriegsgefangenschaft und auch aus dieser hat Gott den Vielgeprüften heil in die Heimat zurückgebracht. Run prangt die heilige Gabe Äs unvergängliche Erinnerung an schwerste Zeiten und Prüfungen in der Bundeslade des Tempels, Gott zum Preis und dem edelgesinnten Spender zur Ehre. * Samstag, den 3. Juli fand die Schlußprüfung der Zöglinge unserer Bibelschule statt, die erfreuliche Proben von den Fortschritten der lehrfreudigen Jugend brachte. Aber auch der Lehrkörper unter Führung Sr. Ehrwürden des Herrn Rabbiners Dr. S. Funk verdient große Anerkennung und nennen wir speziell die Herren Oesterreich er und Rosen selb, denen sich bei besonderen Anlässen auch Herr Professor M. Antscherl beigesellte. Sektionsobmann S. Adler und der Obmann unseres Vereines Rat A. Weng er dankten den Obgenannten für das "verdienstvolle Wirken in herzlichen Worten. Prater Bethaus - Verein „Testlath Jeschuruu". Am 20. Juni d. I. fand unter dem Vorsitze des Obmannes Herrn Bernhard Mayer die diesjährige 5. ordentliche Generalversammlung des Prater Bethaus-Vereines „Tefilath Jeschurun" in den Lokalitäten des Praterkellers statt. Nach Begrüßung der zahlreich erschienenen Mitglieder bringt der Vorsitzende zur Kenntnis, daß der Obmannstellvertreter Herr Sigmund Stark leider ernstlich erkrankt sei, und glaube er im Sinne Aster zu handeln, wenn er demselben den Gruß und den aufrichtigen Wunsch baldiger Genesung der Generalversammlung entbiete, ferner begrüßt der Obmann, den zu aller Freude heil nach längerer schwerer Krankheit wieder erschienenen Vereinskassier Herrn Jos. Goldberger und gibt der freudigen Hoffnung Ausdruck, daß der gebefferte Zustand in seinem Befinden auch weiterhin andauern möge. In einleitenden Worten wirft der Obmann einen Rückblick auf das verflossene arbeitsreiche Vorjahr und bemerkt, daß die Verhältnisse an die gesamte Mitgliedschaft schwere Anforderungen gestellt haben; was diese, wie auch der Ausschuß geleistet, zwingen ihn, Worte der dankbaren Anerkennung vorzubringen. Der Obmann dankt ferner allen jenen, die die Tätigkeit des Vereines unterstützt haben, gibt der ZuversichtAusdruck, , daß dieselben ihr.Wohlwollen auch fitz die Zukunft nicht, verschließen werden, und schließt mit der Zusicherung, weiterhin sein Streben zum Besten des Vereines einsetzen zu wollen. Der Schriftführer Herr Leopold A l t h o l z erstattete sodann einen Bericht über die interne Tätigkeit des Ausschusses. In demselben wird eingehend die Uebersicht über die bisherige Tätigkeit gegeben, aus der hervorgeht, daß der Vereinsvorstand im Bewußtsein seiner Pflicht möglichst Bestes geleistet und, wenn. auch das Resultat seiner Bemühungen nicht derart von Erfolg gekrönt war, so ist wohl die Hoffnung am Platze, daß in Hinkunft größere Fortschritte erzielt werden. Der Bericht endet mit der Bitte an alle Anwesenden, ihre Kraft - in -den Dienst der - guten Sache zu stellen und dem Vereine reichliche Mittel zuzuführen -und so das Streben zur Errichtung eines nsuen ^Gotteshauses zuvrrwirklichen.' Kassierstellvertreter Herr Jos. T e Iler erstattet 'Bericht -über die Kassagebqruug, -welche gegenüber den'EiUkünften^ ebenso» »»hohe Zunahmen,ckei -den "Ausgaben aufweist. -Die ^vovgenammenen -Mr-