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Die Wahrheit · 1920-06-23 · Heft 9 (23.6.1920) · page 6

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1920
Issue
Heft 9 (23.6.1920)
Date
1920-06-23
Page
– (sequence 6)
Language
German
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<§*tte 6 *. *ie Ea mißachten uns und betrachten uns als Luft". Wir übersehen dabei, daß dies die Frucht ist, die wir gesät, daß schlechte Beispiele ansteckend wirken, daß unsere Kinder nichtanderes tun, als da-, was sie von uns gesehen, aldas, was wir unseren Eltern gegenüber getan. .Deshalb heißt eS: „Lemaan jitaw loch", wenn Du Deine Eltern nicht schon aus eigenem Antriebe und Hnen zu Liebe ehren willst, so mußt Du eS doch deinetwegen tun, damit nicht einst der Reuewurm an Dir nage, damit Du nicht daS Unrecht, daS Du an Deinen Eltern begangen, .durch Deine Kinder büßest. ad 3.) Wozu der Zusatz: „Auf dem Boden, den ich Dir gebm werde". Wie ich bereits in andern OrteS des Näheren ausführte, schärft uns die Thora wiederholt ein, daß wir daS heilige Land nur dann dauernd besitzen können, wenn wir die Lehren und Satzungen der heiligen Schrift beobachten werden. Auch hier bei diesem an sünfter Stelle eingerechte», quasi als Mittelpunkt der aseroth hadibros hervorleuchtenden Gebote werden wir wieder ermahnt: «Ehre Vater und Mutter, damit Du lange lebest in dem Lande, daß ich Dir geben werde, damit eS ewig in Deinem Besitz bleibe und es Dir dort wohl ergehe. Mr wollen nunmehr, wie einst die Israeliten mn Sinai geloben „Alles was Gott besohlen, wollen wir befolgen", damit sich an uns die Verheißung der heiligen Schrift (1. B. M. Kap. 26/3) erfülle. „Wenn chr in meinen Gesetzen wandeln und meine Gebote beobachten werdet, werde ich euch Frieden im Lande geben, daß ihr furchttoschlafen und einer friedlichen Zukunft entgegensetzen könnet. Ich werde daS böse Tier, dem bösen Instinkt der Völker, die Liebe predigen und Haß üben auS der Welt schaffen, auf daß daS Mische Volk fürderhin nicht mehr wie bisher von den Völkern, in deren Mitte es lebt, unterdrückt und gedttuütigt, geplündert und gejagt, geschändet und gemordet wird, sondern eS auch in keinem Lande verwerfen, meinen Bund mit ihm aufrecht erhalten und evor Leid und Ungemach bewahren. Der jüdische Nationalismus und die deutschösterreichischen Staatsbeamten. Bon Staatrbahnrat Dr. Emil Weinberg. Der jüdische Nationalismus hat in vielen Beziehungen durch seine maßlosen Ausartungen, Unwahrheiten und Uebertreibungen Unheil, Schaden und Verwirrung angestistet. Auch den jüdischen Staatsbeamte» hat er vor schwierige Fragen gestellt. Ueber Hrheit■Nr. S die Zahl der jüdischen Staatsbeamten fehlen mir verläßliche Angaben. Jedenfalls gibt es deren eine nicht geringe Zahl unter den richterlichen Beamten, den Beamten der Finanz- und Postbehörden, der Polizei, den Lehrern der Hochschulen (besonders der medizinischen Fakultät), der Mittelschulen und den Beamten der Staatsbahnen. Einzelne jüdische Beamte gehören auch den ehemaligen Ministerien an. Durch meine Stellung sind mir namentlich die VerhäUniffe bei den Staatsbahnbeamten bekannt. ES gibt in Wien im Bereiche der Staatsbahndirektion Wien-Nordost eine viele Hunderte betragende Anzahl von jüdischen Beamten. Dies erklärt sich daraus, daß diese Direktionen aus ehemaligen Privatbahnen entstanden, deren Leiter, oft selbst Juden (Tauffig), der Aufnahme von jüdischen Beamten keine Schwierigkeiten machten. Alle diese in den verschiedenen oben genannten staatlichen Dienstzweigen tätige jüdische Beamten sind naturgemäß in ihrem Fortkommen von der Behandlung der Juden in Deutschösterreich abhängig und in letzter Linie jst damit das Wohl und Wehe zahlreicher Familien verknüpft. Aber auch für die ganze Judenschaft Deutschösterreichs ist die Behandlung der jüdischen Staatsbeamten von Bedeutung. Denn in ihr spiegelt sich die Stellung der Juden zum gesamten Stagtswesen wieder. , Soll und kann sich der jüdische Staatsbeamte dem jüdischen Nationalismus anschließen? Der Staatsbeamte ist Diener aller Staatsangehörigen, er soll ihre Vorteile in gleichem Maße wahren, er soll kein anderes Ziel kennen, als daS Wohl aller anzustreben. Der deutschösterreichische Staat hat diese Gedanken bei Abnahme des Gelöbnisses seiner Beamten in folgenden WorÜaut gekleidet: Im Namen des Staate- Deutschösterreich! Sie werden bei Ihrem Mannesworte und bei ihrer staatsbürgerlichen Ehre geloben, als einer der Diener des Staates Deutschösterreich Ihr gesamtes Wissen und Können, Ihre ganze Tat- und Geisteskraft dem Wohle Ihres deutschösterreichischen Vaterlandes, vorbehaltlos und ohne Ansehen der Opfer hinzugeben und daß Sie, diesem Ihrem Vaterlande, den von der Nationalversammlung beschlossenen Grundgesetzen, Gesetzen, sowie den auf ihrer Grundlage erlassenen Vollzugsanweisungen des Staatsrates getreu, dessen Weisungen, sowie die Anordnungen Ihrer Vorgesetzten Behörden unverbrüchlich zu befolgen, uneigennützig und unparteiisch Ihres Amtes zu walten und bei jeder amtlichen Handlung das Wohl, die Ehre und das Selbstbewußtsein deS Bürgerzu achten gewillt sind.

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