Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1918
- Issue
- Heft 15 (26.7.1918)
- Date
- 1918-07-26
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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&mi L 4. jene, die bis zum rumänischen Kriege zur Armee gehörten; 5. Mobilisierte des Jahres 1916, die nicht einberufen Winden; 6. jene, die bis Ausbruch des rumänischen Krieges Mindestens zehn Jahre im Lande ansäßig waren und folgerchen Berufszweigen angehören: Freie Berufe auf Grund der Absolvierung von Universitäten des Landes oder vom Staate anerkannten höheren Schulen, Leiter von Betrieben tmt wenigstens hundert Arbeitern, Direktoren von Handels¬ oder finanziellen Gesellschaften mit wenigstens fünf Millionen Kapital. Der Aufenchalt von zehn Jahren zählt vom Beginn der Ausübung der genannten Berufe; 7. Ausgenommen bleiben wegen ehrenrühriger Vergehen und Verbrechen Verurteilte. 8. Frauen, legitime und minderjährige Kinder erhalten das Staatsbürgerrecht des Familienoberhauptes. 9. Der vorige Artikel erhält rückwirkende Kraft für die vor dem Kriege naturalisierten Fremden. 10. Pfadfinder, die mit der Armee in die Moldau gezogen sind, erhalten das Bürgerrecht in dem Jahre nach erlangter Großjährigkeit. Für die Zeit vom 1. September bis Ende des Jahres wird eine Naturalisierungskommisiion eingesetzt, der die Untersuchung und Feststellung der angesprochenen Rechte Übllegt. _ Jüdisches Archiv. Die Angriffe gegen die Juden werden inuner stärker und drohender. Alle möglichen Gelegenheiten, letzthin sogar feierliche VolWtage, werden benützt. — nicht nur um die Jrcken als die einzig Schuldigen an den bekannten Kriegsmißbräuchen zu verläumden, sondern auch — um die jüdische Jugend als Drückeberger hinzustellen, während in Wirklichkeit Hrmderttausende unseres Stammes an allen Fronten des Vaterlandes kämpften und kämpfen, bisher zu vielen Zehntausenden von Opfern an Todten und Verkrüppelten stellten und eme nicht geringere Zahl für tapferes Verhalten vor dem Feinde ausgezeichnet wurde. Wer nicht will, daß diese mederträchtigen Verläumdungen ohne Widerrede und unwiderlegt von Fälschern in das Buch der Geschichte eingetragen werden, wer die Gefahr ermessen kann, die aus Gewährenlaffen für die Judenheit und den jüdischen Namen erwachsen kann, unterstütze das Jüdische Archiv in Men materiell und durch zweckentsprechende Mitteilungen. Jeder teile die genauen Namen (samt Truppenkörper und den Begleitumständen) der gefallenen, verwundeten und ausgezeichneten, sowie der überhaupt im Felde stehenden Juden, die chm bekannt sind, unverzüglich dem Jüdischen Archiv, Wien, II., Praterstraße 43, mit. Versäume keiner diese Pflicht! Verschiedene Nachrichten. Wie«. (Amtsantritt des Oberrabbiner-Stellvertreters Professor Dr. H. P. CHajes.) Der neuberufene stellvertretende. Oberrabbiner der Israel. -Kultusgemeinde Wien Professor Dr. H. P.C Hajes wird seine Tätigkeit Samstag, dich 3. August l. I. Leim Morgengottesdienste im Stadttempel beginnen. Nähere Mitteilungen werden folgen. Wie«. Die SEon H. des zionistischen Zentralvereines erlaubt sich auf diesem Wege allen denjenigen, die ihr bei der Veranstaltung der Tempelandachten anläßlich Herzls Jahrzeitsfeier behilflich waren, insbesondere den Herren der TempelverwcÜtungen, dar Herren Rabbinern, den Herren Oberkantoren und Kantoren und den Haren Chordirigenten, Organistenßund Choristen ihren herzlichsten Dank ausznsprechen. , Wie«. (Trauung.) Sonntag, den 21. d. M., hach 3 Uhr nachmittags, fand im Tempel, XIX. Dolinergafse 3, die Trauung bes Herrn 11. Oberarzt Dr. Anton Lieben, Sohn der Frau Sophie Lieben, Gattin des verstorbenen L Sekretärs der isr. Kustusgemeinde, kaiserl. Rat Dr. Theodor Lieben, mit Fräulen Marianne Jellurä, Tochter de? Frau Adolf Jellinek, statt. Se. Ehrwürden Herr Rabbiner Dr. Feuchtwang hielt an das Brautpaar eine häßliche Ansprache, Obockantor Kostrow sang wückungsvoll die Hochzeitsgesänge mit Chor und Orgelbegleitung. Nr 15. Wie«. (Gründung des Verbandes der Ängestell en der Wiener israel. Kultusgemeinde. Ein schon seit langem gehegter Wunsch der Angestellten der Wiener israel. Ktuljusgemeinde ist durch die vor kurzem erfolgte Gründung des „Verbandes der Angestellten der israel. Kultusgemeinde Wien" in Erfüllung gegangen. Im Sinne der von der Stätthalterei genehmigten Statuten ist diese Organisation dazu berufen, die sozialen und wirtschaftlichen Interessen der Angestellten der Kultusgemeinde zu wahren und zu fördern. Die gewählte Verbandsleitung hat im Einvernehmen mit den einzelnen Sektionsleitungen bereits ein ausführliches Arbeitsprogramm ausgearbeitet, dessen Durchführung geeignet erscheint, viele bisher bestandene Mängel in den Existenzbedingungen der Beamtenschaft zu. beseitigen. Zu dem weiter unten folgenden Ergebnisse der Wahlen in die Verbandsleitung sei bemerkt, daß znm Obmann der Berbandsleitung Herr Rabbiner Dr. Grunwald gewählt worden war, daß dieser jedoch die Delegierten ersuchte, von seiner Wahl abzusehen, worauf dann über seinen Vorschlag die weiterhin angeführten Personen in das Präsidium des Verbandes gewählt würden. In die Sektionsleitungen wurden folgende Funktionäre gewählt: a) Sektion der Beamten: Vorsitzender: Oberoffizial Heinrich Holzer, Vors.-Stellvextreter: Amtsleiter Rudolf Kraus, Schriftführer: Kanzleibeamtin Bella Oehler. b) Sektion der Religionslehrer: Vorsitzender: Religionslehrer Benjamin Fuchs, Bors.-Stellvertreter: Religionslehrer Moritz Antscherl, Schriftführer: Religionslehrer Josef Stern, o) Sektion der Synagogensänger: Vorsitzender: Dr. Leo Lemport, Bors.-Stellvertreter: Michael Striks,. Schriftführer: Ignaz Kreisler, ä) Sektion der Diener: Vorsitzender: Kanzleidiener Markus Lichtenstern, Bors.-Stellvertreter: Kanzleidiener Ludwig Schüller, Schriftführer: Kanzleidiener Heinrich Hajek. e) Sektion der Rabbiner: Vorsitzender Rabbiner Dr. Max Grunwald, Bors.-Stellvertreter: Rabbiner Dr. M. Rosenmann, Schriftführer: Rabbiner Dr. Julius Max Bach, f) Sektion der Kantoren: Vorsitzender: 1. Kantor Mathias Mathyas, Bors.-Stellvertreter: Kantor Jakob Schleifer, Schriftführer: I. Kantor Salomon Jurberger. g) Sektion, der Schächter und Fleischbankaufseher: Vorsitzender: Bernhard Weiß, Vors.-Stellvertreter: Nathan Schwarz, Schriftführer: Karl Grünfeld. In, die Berbandsleitung wurden folgende Funktionäre gewählt: a) aus der Sektion der Beamten: Amtsleiter Wilhelm Freistadt, Adjunkt Jakob Kraus, Adjunkt Oskar Mautner, Oberoffizial Heinrich Holzer, Oberoffizial Moritz Ungar, b) Aus der Sektion der Religionslehrer: Benjamin Fuchs, Josef Pick, Hermann Ascher, Oberlehrer, c) Aus der Sektion der Synagogensänger: Dr. Leo Lemport. d) Aus der Sektion der Diener: Markus Lichtenstern, Elias Springer, e) aus der Sektion der Rabbiner: Dr. Max Grunwald. f) aus der Sektion der Kantoren: I. Kantor Mathias Mathyas. g) aus der Sektion der Schächter und Fleischbankaufseher: Bernhard Weiß. Das Präsidium des Vereines setzt sich wie folgt zusammen: Obmann Jak. Kraus, I. Obmann-Stellvertreter Dr.Max Grunwald, II. Obmann Stellvertreter Benjamin Fuchs, Kassaverwalter Oberoffizial Heinrich Holzer, SchriftführerOberoffizial Moritz Ungar, Rechnungsrevisoren Oberoffizial Salo Lemberger, Offizial Richard Kaiser. Troppau. Auf Grund allerhöchster Ermächtigung hat der Finanzminister dem Oberkantor der israelitischen Kultusgemeinde in Tropau Herrn Max Sing er mann für hervorragende patriotische Betätigung das Anerkennungsdekret verliehen. Alfokubin. Der hiesige Oberkantor Herr I. R o w i n s k y hat sich mit Frl. Jolan Fleischer aus Ersekujvär verlobt. Wien. (EinOpferta g.) lieber Anregung des zionistischen Zentraloereines, Sektion II., im Einvernehmen mit dem Exekutiv- Komitee konstituierte sich am 2V. d. M. ein Komitee, das in nächsten Wochen einen allgemeinen „Oesterreichischen jüdischen Opfertag" veranstalten wird. Der Opfertag soll folgenden Zwecken dienen: 1. Förderung der Palästina-Hilfsaktion; \ 2. Schaffung eines Fonds zwecks weiterer Ausbildung von jüdischen Kriegswaisen in Galizien und der Bukowina zu. produktiven gewerblichen und landwirtschaftlichen Berufen. Das Komitee wird in den nächsten Tagen mit einem Appell an die gesamte österreichische Judenschaft herantreten, um sie für die eminent wichtigen Zwecke des Opfertages — sowohl bezüglich Linderung der gräßlichen Notlage, in welche unsere palästinensischen Brüder des alten und neuen Jischub infolge der Kriegsereignisse geraten sind, als auch wegen der Notwendigkeit einer beruflichen Ausbildung von Waisenkindern nach unseren gefallenen tapferen Kriegern — zu interessieren und glaubt der zuversichtlichen Hoffnung Ausdruck geben zu dürfen, daß kein Jude, ohne Partei- und Standesunterschied, sich seinen Pflichten entziehen wird. Die Komitee-Adresse lautet: „Komitee des Oesterr. jüdischen Opfertages," Wien, II., Glockengasse 30. Bad Hall O.-Oe. Zur Unterstützung einer großzügigen o.-ö. Kurorteagitation veranstaltete der Einzelverein Linz des „Zion"- Berbandes am 14. Juli l. I. in Bad Hall einen jüdischen Autorenabend, der sich eines äußerst' zahlreichen Besuches erfreute. Räch Begrüßung der Anwesenden durch die Veranstalter, referierte Herr Dr. Feld-Wien an Stelle der angesagten Dr. Mas. Tisch-Wien, über das . Schrifttum .der lOssiuden., und ihre hehMtendsten Vertteter. Herr Oberkcintor Bernhard Löwensohn-Linz brächte oMöischeLMÄ in wirkungsvoller Weise züm Borträge- Herr Emil Reißmantt, Miß« glied des . Kurcheäter rezitierte. Moris Rofenfeld- Perez. Seine Darbietungen ernteten wohlverdienten, reichlichen Beifall. Die Wahrheit