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Die Wahrheit · 1918-05-17 · Heft 10 (17.5.1918) · page 8

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1918
Issue
Heft 10 (17.5.1918)
Date
1918-05-17
Page
– (sequence 8)
Language
German
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Nr. M Seite 8. Einzigkeit Gottes durch seine strenge Gerechtigkeit eher einschrckät, indem er ja sein Genosse bei der Schöpfung war anders aber der bestechliche Richter : er kann ruhig das Wort,Einziger" nach Belieben ausdehnen. *. * -* Die zwAf Lüge«. Vor den Bohorodczanyer Nabbiner Pinchas Horwitz kamen zwei Leute um Entscheidung in einer Prozeßsache. Der Rabbiner fragte den einen, ob er seine Behaupmngen mit der Eidesformel „Hen" *) bekräftigen könne, worauf dieser erwiderte, er sei in der Lage, vielmals „Hen" zu sagen. Doch der Rabbiner begriff, daß der Mann nicht die Wahrheit spreche, und setzte daher alle Hebel in Bewegung, um die beiden Äute auszugleichen. Die Anwesenden richteten an den Rabbiner die Frage, weshalb er sich so um die Vermittlung bemühe. Dieser erwiderte: „Das Wort,Hen"**), erklärt Raschi, enchält zwölf Lugen. Nun, wenn ein Hen zwölf Lugen enchält, wieviel Lügen wird der Mann sagen, wenn er vielmals mit ,Hen" seine Behauptungen bekräftigen will?" * * * Ci« geschickter Ausweg. In einer galizischen Stadt trug es sich zu, daß ein polnsscher Hausbesitzer gegen den Bau einer Laubhütte seines Irdischen Nachbarn Einwand erhob und von dem Bürgermeister, einem Juden, , forderte, daß er die Demolierung der Hütte anordnen solle. Der Bürgermeister gab dem Manne Befehl, er müsse bei sonstiger Strafe von zweihundert Gulden binnen zehn Tagen die Laubhütte wegräumen. Krrschiedeue Nachrichten. Wie«. Unter großer Beteiligung von Kollegen und Freunden fand am 3. d. M. das Leichenbegängnis des langjährigen beliebten Kantors im X Bezirte, Herrn Moritz Weißmann, statt. Auch der gesamte Borstand des Tempelvereines war erschienen, um dem dahingeschiedenen Funktionär die letzte Ehre zu erweisen. Rabbiner Dr. Btandl schilderte in seiner Trauerrede die Vorzüge des Verblichenen als Kantor und Mensch und der Präsident des österr.-ung. Kantorenvereines Oberkantor Bauer nahm im Namen der Kollegenschast rührenden Abschied. Die kantorale Funktion versah ergreifend der Amtskollege Oberkantor I. Schlesinger. Am Grabe recitierte Oberkantor Fuchs das „Dl mol« rachamim“ nach alttraditioneller Weise. Wie«. (Hilssverein sür die notleidende jüdische Bevölkerung in Galizien.) In der am 6. Mai d. I. stattgefundenen Beremsleitungssitzung wurde die statutengemäß aus 42 Mitgliedern bestehende, jedoch durch verschiedene Abgänge nicht mehr vollzählige Bereinsleitung durch nachbenannte Herren ergänzt: Dr. Emil Adler, 1. Sekretär der Israel. Kultusgemeinde Wien; kaiserlicher Rat Moriz Ballek, Fabrikant, Wien; Leopold Blum, Fabrikant, Wien; Leo Brill, Fabrikant, Wien; Samuel Goldmann, Kaufmann, Wien; Dr. Emil Krafsnh, Hof- und GerichtSadvokat, Wien; Dr. Emil Parnaß, Advokat, Lemberg und Robert Stricker, Sraatsbahurat, Wien. Bei der darauffolgenden Konstituierung der Vereinsleitung wurden gewählt die Herren: Leopold Louris zum Präsidenten, Moriz Sonnenschein zum I. Präsidenten-Stellvertreter, Joses Mandl zum II. Präsidenten-Stellvertreter, Hugo Tugendhat zum Schriftführer, Dr. Edmund Kornfeld zum Schriftführer-Stellvertreter, Direktor Wilhelm Kux zum Zahlmeister, Karl Klemperer zum Zahlmeister-Stellvertreter. Der engere Ausschuß wurde ourch die Neuwahl der Herren kaiserl. Rat Moriz Ballek, Leopold Blum und Dr. Emil Kraffny ergänzt. Wien. (Todesfall.) Sonntag, den 12. d. M. ist plötzlich Herr Philipp Blau im Alter von 70 Jahren gestorben. Der Verblichene war Obmann des Vereines „Kinderstütze" und Vorstandsmitglied der „Chewra Kadischa" für den XVI. und XVII. Bezirk. Derselbe erfteute sich allgemeiner Achtung und Wertschätzung. Das Leichenbegängnis fand am 14. d. vom Zentralfriedhof unter großer Beteiligung statt. Unter den Anwesenden bemerkte man den Gesamtvorstand des Ottakringertempels mit ihrem Obmann Herrn S. Weitzmrmn. Den Obmann der Bezirkskommission XVI. und XVII., Herrn Alexander Goldblatt, ferner Verttetungen verschiedener Vereine. Sr. Ehrwürden Herr Rabbiner Dr. Bach hielt einen ergreifenden Nachruf. Im Namen der Gemeinde und der Bezirkskommiffion sprach Herr Goldblatt rührende Abschiedsworte. Ober¬ *) Wörtlich „Jawohl", bedeutet einen Eid leichteren Grades. **) Eme Maßart. Ein Hen enthält zwölf AlWen. Das Wortspiel llegt im Worte „Lugen — Lügen". kantor Kaufmann ttng mit dem Chor die Trauerpsalmen vor. Am Grabe rezitterte Kattwr' SNkötriKky das ergreifende „El mole rachamim." Wien. (Gottesdienst.) Vom Vorstände der israelitischen Kultusgemeinde Wien werden anläßlich des diesjährigen Schewuoth- (Wochen-)FesteS im -mittleren Konzerthaussaale feierliche Gottesdienste veranstaltet und zwar: Donnerstag, den 16. Mai 1918, j/49 Uhr abends, Freitag, den 17. Mai 1918, V29 Uhr früh, Fr^tag, ben 17. Mai 1918, 1/<9 Uhr abends und Samstag, den 18. Mai 1918, J/a9 Uhr früh. . Preffvurg. Am 30. April fand hier im Lokale der jüdischrituellen Soldatenküche eine „Lig Bomerfeier" des jüdischen Soldatenheimes statt, die einen alle Teilnehmer erhebenden Verlauf nahm. An der Spitze des Festkomitees stand Herr Zugsf. I. Wollner, der von den rührigen Komiteemitgliedern Herren Pinkas, Steiner, Kollmann, Adolf und David Lichtenfeld aufs kräfttgste ^unterstützt wurde. Nach einer zündenden, zu Herzen gehenden Begrüßungsansprache des Herrn I. Wollner entzückten die Herren Obettantor Abrahamsohn, Kaschan, Oberkantor Abrahamsohn Holics durch - prächttge Lichtervorttäge, Herr Pianist Schwarz aus Preßburg durch fein künstlerisch vollendetes Klavierspiel die Zuhörer. Die Ansprache des Herrn Militärseelsorgers Rabbiner A. Herzl machte auf alle Anwesenden tiefen Eindruck. Unter den Gästen bemerkte man mehrere Angehörige des Offiziersstandes, sowie die Vertreter der Preßburger orthodoxen Kultusgemeinde Herrn Vizepräsidenten Direktor Ungar und Herrn Rosenblüth. Nach Schluß des Festes kamen vielfach die Dankgefühle der Anwesender: für alle Mitwirkende sowie für das rührige Komitee zum Ausdruck. Trencsentepli^. Wer kennt nicht unser weltberühmtes Heilbad? Jedoch wenige wiffen, daß man außer der Hilfe gegen rheumatische und gichtische Leiden hier einö wohlemgerichtete Wasser- und physikalische Heilanstalt findet und daß die prachtvolle Lage den schönen, ozonspendenden Ort auch zuin Erholungsheim prädestiniert hat. Um den Kurort auf der Höhe der Zeitverhältniffe zu erhalten, hat die Kurleitung dafür gesorgt, daß es an Lebensmitteln nicht mangle, nur müssen die Selbstversorger ein entsprechendes Quantum Mehl mitbringen, wenn sie aus Mehlspeisen reflektteren, jene aber, die Lebensmittelkarten jhaben, müssen nur die Abmeldung von der Stelle mitbringen, woher sie Mehl udgl, beziehen, dann erhalten sie auch hier Mehlspeisen und Brot. Auch den konservativsten Juden ist hier dadurch Rechnung getragen worden, daß neben den zahlreichen jüdischen Speisehäusern, wo ganz mäßige Preise festgesetzt sind, auch eine streng orthodoxe Küche besteht, die früher von dein bekannten Herrn Jakob Pinkas, jetzt von seiner Tochter musterhaft geführt wird. Hier findet man Hoffnung auf Heilung, Befriedigung des Magens/ der Lunge und — des Herzens. , B. Kaisergarten. Nach zweijähriger Pause tourde heuer dieses Etablissement unter der Direktion Waldmann-Fürst wieder eröffnet. Die gefälligen, modernen Pavillons der Kriegsausstellung sind geblieben und verleihen dem Ganzen einen hübschen Rahmerr. Den Mittelpunkt des Gartens bildet der Platz vor dem Musikpavillon, wo .sich immer die ganzen Menschenmassen stauen, um den Klängen des ausgezeichneten Konzertorchesters zu lauschen. Zu beiden Seiten dieses Platzes befinden sich auch das große Restaurant und Kaffeehaus. Außer der interessanten Ersatzmittelausstellung (D-Vl-^..^ sind im Kaisergarten noch das Bunöestheater, welches unter der Direktton Louis Treumann steht und das Kasino untergebracht. K. k. priv. Lemberg-Czernowitz-Jafsh Eisenbahn-Gesellschaft. Der gefertigte Verwaltungsrat gibt sich die Ehre, die Aktionäre der k. k. priv. Lemberg-Czernowitz-Jassy Eisenbahn-Gesellschaft zu der am Samstag, den 18. M a i 1918, um 12 Uhr mittags, im gesellschaftlichen Bureau'(VI. Getteidemarkt 1) stattfindenden 62. (ordentlichen) General-Versammlung einzuladen. Gegenstände der Verhandlung sind: 1. Bericht des Berwaltungsrates über die Geschäftsführung im Jahre 1917. 2. Bericht des Revisions-Ausschusses über den Rechnungsabschluß pro 1917. 3. Beschlußfassung über die Verwendung des Reinerttägnisses pro-1917 und des auf „Garantte-Evidenz-Konto 1916" verrechneten Bettages. 4. Wahl deS Revisions-Ausschusses. 5. Wahlen in den Berwaltungsrat. Jene Herren Akttonäre, .welche der General-Versammlung beiwohnen oder ihr Sttmmrecht nach Maßgabe der Statuten ausüben wollen, haben ihre Aktien bis inklusive 10. Mai 1918 in Wien bei der k. k. priv. Oesterreichischen Länderbank; in Prag bei der Filiale dieser Bank; in Graz bei der Wechselstube der Steiermärkischen Eskomptebank und der Filiale der k. k. priv. Oesterreichischen Länderbank; in Berlin bei der Berliner Handelsgesellschaft, der Deutschen Bank, der Nationalbank für Deutschland und der Bank für Handel und Industrie; in Frankfurt a. M. bei der Deutschen Bereinsbank und der Deutschen Wetten- und Wechselbank; in Stuttgart bei der Württembergischen Vereinsbank mittels doppelt anzuserttgender Verzeichnisse (wozu Formulare bei den genannten Kaffen unentgeltlich verabfolgt werden) zu erlegen und erhalten. mit der Empfangsbestättgung hierüber die Legitimationskarte zur Generalversammlung. Im Verttetungssalle müssen die auf der Rückseite der Legittmationskarten vorgedruckten Vollmachten eigenhändig, unterfertigt werden. Wien, am 30. April 1918. Der Berwaltungsrat.

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