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Die Wahrheit · 1918-05-03 · Heft 9 (3.5.1918) · page 6

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Seite 6. Die Wahrheit. Rr. 9. Gratulationsschreiben sandten ferner: Der Vorstand der israelitischen Kultusgemeiude und der Bethausvorstand Wien, die Kultusgemeinden Baden, Graz, Linz, Proßnitz, Czernowjtz, Znaim, Stampfen und Szigetvar. Die Vaterstadt des Gefeierten, Gemeinde und Rabbinat Szenicz, sandten auch ein Diplom der „Moreno". Die Tempeloereine in Wien „Adaß Israel Wieden-Margareten, Mariahilf-Nenbau, Hietzing, Pazmanitengasse, „Beth Hatefillah" 9. Bezirk, 19. Bezirk Döbling, „Jeschurun" Prater, Verein zur Bekleidmrg alter Männer, Kaiserin-Elisabeth-Lehrmädchenheim, Jüdisches Museum, Verein „Einheit", die Szeniczaer in Wien, Mährischer Kantorenverein, Synagogensänger und Kantoren Budapests, die Oberkantoren und Kantoren Professor Adolf Lazarus (Budapest), Tkatsch (Buoapest), Direktor S. Heller (Brünn), Rendi (Agram), Davidsohn (Teplitz), Freisinger (Pilsen), Singermann (Troppau), Weiß (Jglau), Jura (Teschen), Löwensohu (Linz), Löwy (Deva), . Steiner (Groß-Meseritsch), Kurzmann (Komarom), Giblichmann (derzeit im Felde), Schlesinger (im Felde), Rosenberg (im Felde), M. Löwy (M.-Oftrau), H. Bermann (B.-Leipa), S. Geiringer (Gablonz a. N.), S. Sud (Mißlitz), Schwarz (Prag), Handgriff (Znaim), Kohn (Arad), Buxbaum (Kroat.-Kreutz), Lewin (Szigetvar), E. Löwenherz (Temesvar), Adolf Braunfeld (Holleschau), Teichthal (Takrae), Fürnberg (Neuhaus), Saller (Breitenbrunn), Schimkowitz (Oderfurt), Jellinek (Oberhollabrunn), Prinz (Györ). Ferner die Oberkantoren: Kgl. Musikdirektor Aron .Friedmann (Berlin), Musikdirektor S. Singer (Kattowitz), Präsident des Deutschen Kantorenvereines M. Henle (Hamburg), Leo Kornitzer (Hamburg, dzt. Hanptmann im Felde), E. Birnbaum (Königsberg), E. Kirschner (München), Davidsohn (Berlin), Zivi (Elberfeld), Großkopf (Frankfurt a. M.), Jakobsohn (Berlin), Groß (Hamburg), Direktor Martin Klein (Königsberg), Musikdirktor Rubin (Baden) u. v. a. Für die Oberkantor Jakob Baner-Stistung sind bisher folgende Spenden eingelaufen: D. Fuchs K 100, I. Morgenstern 100, I. Schiller 100, I. Basier 100, L. Müller 100 S. Jurberger 50, M. Kaufmann 25, I. Söhnt 80, I. Giblichmann 30, A. Stift 80, A. Mayerowitsch 80, M. Balogh 25, E. Kischner 25, L. Funke 25, Kürschner 25, I. Rabinowitsch aus Boskowitz 25, I. Roth 20, A. Tonkonogi 20, I. Rothwein 20, I. Smotritzky 20, G. Friedländer 20, H. Menkes 20, H. Kühner 20, kaiserl. Rat Kläger 10, E. Regner 10, G. Margulies 10, L. Rosenzweig 10, F. Hirsch 10, Ferdinand Jura aus Teschen 20, H, Kohn aus Salzburg 20, Max Goldenberg aus Trebitsch 50, M. Löwy, aus Mähr. Ostrau 30, S. Jellinek aus Oberhollabrunn 10, Heinrich Grünwald, Göding, 10, Kornstreicher Gottfried, Jglau, 5, Adolf Braunfeld, Holleschau, 10, Armin Freisinger, Pilsen, 50, H. Goldenberg, Marienbad, 10, I. Tkatsch, Budapest, 50, Adolf Lazarus, Budapest, 100, L. Serebrenik, Wien, 50, Josef Schleifer, Wien, 50, Arthur Lewin, Wien, 10, Philipp Bassel, Wien, 10, Ancis 10, Jenö Weiß,Gr.-Wardein, 10, Dr. Jul. Weiß 15, W. Menkes, Strakonitz, 50, H. Kühner 20, Bernhard Jlmer 10, Emil Groß, Hamburg, 6, A. Stößler, Olmütz, 10, Heinr. Bermann, B.-Leipa, 10, Siegfried Kulka, Teplitz, 2, M. A, Landau, Religionsprosesior. Wr.-- Neustadt, 10, Katz, Stanislau, 25, Leuchter 5, I. Rendi, Agram, 25, Rubin Schwalb 20, S. Weiß, Wien, 25, I. Löwy, Deva, 10, Löwenherz, Temesvar, 20, Kohn David 15, Sud, Mißlitz, 10, W. Rabinowitsch, St. Pölten, 10, Michalowsch, Holleschau, 10, Weiß, Jglau, 10, G. Munk, Ung.-Ostra, 10, A. Kohn, M.-Budwitz, 10, H. Körner, Ung.-Brod, 10, Lederer, 5, Gelb, Stockerau, 5, S. Handgriff, Znaim, 5, I. Stern, Austerlitz, 4, Zenka, Preßburg, 6, Springer, Bukovar, 10, Schwarz, Buknvar, 10, A. Reichert, Kremsier, 10, Schmitz, Göding, 10, Rudolf Fischer, Bielitz, 10, D. Lewin, Szigetvar, 20, Jsak Prinz, 10, Schächter, Effeg, 30, Leo Ast, Brünn, 20, I. Tennenbaum, Stuttgart, 5, G. Samek, Berlin, 10, M. Saitz, Lemberg, 10, S. Weiß, Kirchberg, 10, I. Schimkowitz, Oderfurt, 5, S. Premika, Prag, 10, Ignatz und Josef Goldmann, Bielietz, 25, Bruder, Lugos, 10, Adolf Lrwy, Kohljanowitz, 5, I. Hellmann, Privodic, 8, I. Holzer, Mißlitz, 10, Jakob Glück, Freudenthal, 10, Heinrich Rosenberg, Ungvar, 20, Max Singermann, Troppau, 25, E. Schlesinger, Birovitica, 10, B. Löwensohn, Linz, 20, Leo Kornitzer, Hamburg, 100, Sam. Rikow, Sziklos, 10, Max Groß, Neutitschein, 10, Teichtal, Pakrac, 6, Aron Kischitzch, Aussig, 10, Isidor Groß, Karlsstadt, 5, Sal. Bauer 50, Theodor Bauer 100, Josef Bauer 150, Adolf Bauer 200, S. Adler 20, Mayer Mordechai 20, I. M. Rusio 50, H. Mayerowitsch 20, Jakob Abraham 50, Julius Beck 50, Jonas Beck 50, Isidor Beck, Rudolf Ulanovsky 20 und Frau Jakob Singer (je 50) 100, Alois Theumann und Frau 30, Kultusgemeinde Baden 100, Anton Schneider, Baden, 10. Die Jude« 1« der Ukraine. Der Friedensabschluß mit der ukrainischen Republik gibt der „Jüdischen Korrespondenz" Anlaß zu folgenden interessanten geschichtlichen Mitteilungen: Bekanntlich ist ein Teil der Ukraine mit dein moskowitischen Reiche erst seit 1667 vereinigt, wo Tschernigow und ein Teil des Kiewer Gouvernements mit der Hauptstadt Kiew russisch wurden, während ein Teil der Ukraine mit Brozlaw und Podolien in polnischen Händen blieben. Erft später kamen auch diese Teile an Rußland. Bis zur Lubliner Union (1569), da die Ukraine noch schwach bevölkert war, gab es dort nur wenige Juden, die mit den polnisch-litauischen Truppen gekommen waren. Die jüdischen Einwanderer fanden in der Person des Winizer Obersten, Fürsten Ostrozski, ihren Beschützer. Wir begegnen daher in Winiza schon im Jahre 1532 einer jüdischen Kolonie, von der die weitere jüdische Einwanderung in die Ukraine ihren Ausgang nahm. In kurzer Reihenfolge entstanden die jüdischen Geiüeinden in Bar (1540) und in Brazlaw (1551). Ihre Hauptbeschäftigung war damals Bodenpacht; einige übten die Heilkunst aus. Nach der Lubliner Union nahm infolge der Verteilung des Staatsbodens an den Adel die Kolonisation in der Ukraine einen weitgehenden Umfang an. Es entstanden große Güterverwaltungen, in deren Bereich neue Städte, Städtchen und Dörfer errichtet wurden. In der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts fanden die Juden, die sich in der Ukraine angestedelt hatten, in den Gutsverwaltern freundliche Beschützer. Die Juden pachteten bei den Gutsbesitzern die Einkünfte der Städte wie auch ganze Güter und Dörfer. Außerdem befaßten sie sich mit der Herstellung von Kali und Salpeter, mit Fischfang, Handel usw. In der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts haben die Juden eine große Anzahl neuer Gemeinden in der Ukraine gegründet und siedelten sich auch in Grenzstädten und Dörfern an. Einen festen Boden haben indes die Juden dort nicht unter den Füßen gehabt, da sie unter den Fehden der polnischen Magnaten mit der kosakischen Bauernbevölkerung viel zu leiden hatten. Der jüdische Pächter geriet oft in Konflikt mit den verknechteten Bauern, bei denen er Steuern und.Abzahlungen zugunsten des Grundbesitzers eintreiben mußte. Die Kosaken pflegten oft ihre ganze Wut gegen die Grundbesitzer auf die Juden abzuleiten. Auf dem Gebiet des Handels entstanden in den Städten Reibungen zwischen den Juden und der christlichen Bevölkerung. . - Diese feindliche Stimmung gegen die Juden wurde für sie zurzeit des Ausstandes Chmelnitzki geradezu verhängnisvoll. Hunderte jüdischer Gemeinden wurden vernichtet, und viele tausende . Juden kamen bei diesem Aufstand auf die grausamste Art um. Nach dem Zborower Vertrag, der zwischen Chmelnitzki und den Polen im Jahre 1649 geschlossen wurde, verloren die Juden das Wohn- und Pachtrecht in den Städten, in den sich die kosakischen Rotten befanden. Zwei Jahre später, nach der Niederlage Chmelnitzkis, wurde von diesem ein neuer Vertrag unterzeichnet, in dem den Juden die früheren Rechte wieder eingeräumt wurden. Die Verwüstungen der Jahre 1648 und 49 waren aber so groß gewesen, daß die Juden von den letzten Begünstigungen lvenig Gebrauch machen konnten, da in der Ukraine fast keine Juden mehr geblieben waren. Erst im Jahre 1660 begegnen wir wieder Juden in einzelnen Städten der Ukraine. Nicht minder grausamen Prüfungen waren die Juden im russischen Teil der Ukraine ausgesetzt. Dort sing man vor allen mit der Begrenzung Wohnungsrechtes der Juden -an. Im Jahre 1708 verbot man den reisenden Juden den Kleinhandel. Hettmann Orlik verbot den Juden 1710 das Wohnrecht in der Ukraine. Aus der Verordnung vom Jahre 1721 geht hervor, daß das Verbot nicht streng befolgt wurde. Auch spricht die Verordnung von der Vermehrung der Juden in der Ukraine, die eine Ausweisung derselben mit Ausnahme der Getauften fordeert. Auch diese Verordnung scheint nicht

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