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Die Wahrheit · 1918-02-22 · Heft 4 (22.2.1918) · page 4

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1918
Issue
Heft 4 (22.2.1918)
Date
1918-02-22
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seit« 4. Die Wahrheit Nr. 4. wir wohl uüt unserem Kaiser und seinem genialen Minister des AeußerU hoffen,, daß auch der Weltfriede bald in die Wege geleitet werde. Eine erdrückende Verantwortung lastet auf den Schultern aller europäischen und amerikanischen Staatsoberhäupter, Regierungsmänner und Volksboten. Mögen sie ihrer gewaltigen Aufgabe gewachsen sein! Ist die Lage -Oesterreichs nach außen bedeutend hoffnungsvoller als früher, so ist dies leider nicht auch nach innen festzustellen. Oesterreich-Ungarn ist aus mehr als 8 Nationen zusammengesetzt und seit dem Jahre 1867 sollten in der Doppelmonarchie nur Deutsche und Magyaren die Hegemonie über die übrigen Völker besitzen. Darüber kam das Reich im Innern bis zum heutigen Tage nicht zur Ruhe und die mittlerweile in ganz Europa sich vollziehende Ralliierung und Einigung der Nationen und ganz besonders der gegenwärtige Weltkrieg'haben die innere Lage Oesterreichs verschlechtert und die bisherige Pendelpolitik der Regierung zwffchen den Nationalitäten unmöglich gestaltet. Möge heute der Dualismus noch so sehr als sakrosankt und unantastbar m Oesterreich erklärt werden, er ist veraltet und hat sich überlebt. Keine Nation läßt sich heute mehr dauernd vergewMgen. Oesterreich-Ungarn wird über kurz oder lang zu einem Staatenbund aller innerhalb seiner Grenzen lebenden Nationen umgestaltet werden müssen, nach dem Muster der Schweiz oder des modernen russischen Reiches. Zu diesem Behufs werden alle veralteten, willkürlichen und ungerechten Wahlsysteme in den einzelnen Ländern und Gemeinden radikal demokratisch umgestaltet werden müffen, damit die Besitzverhältniffe die nationalen nicht fälschen Linnen. Im Weltkriege trugen die breiten, armen Volksschichten die unermeßüchen Leiden des Kriegts treuer und standhafter als die begüterten Staatsbürger, es geht daher nicht an, daß ihnen die Staatsgewalt wie früher nur verhältnismäßig größere Pflichten gegen den Staat auferlegt, wMend den Begüterten einseitig Vorrechte eingeräumt wewen. Diese Umgestaltung wurde den Völkernsowohl in Miüschland als in Oesterreich-UngarN feierlich versprochen und muß auch ausgeführt werden. Nur auf solche Art kann der innere Friede herbeigeführt werden, nur durch solche Methoden kann der Uebermut der Begüterten und Grafen, der Magnaten und Schlachzizen gebrochen werden. Ueber nationale Ansprüche kann nicht ungestraft mit Geringschätzung hinweggesehen werdest; dies hat der letzte etwas übereilte Friedensschluß mit der Ukraine gezeigt, der die in der Regel regierungstreuen polnischen Abgeordneten in die heftigste Opposition gegen die Regierung trieb. Wie wollte mgn übrigens den Dualismus in Oesterreich-Ungarn aufrtzchthalten, wenn man die PersoNal-UnioN mit dem neuen Königreiche Posen plante? Und ist der Dualismus für die Zukunft unmöglich, dann kann eine wertete und ausgiebigere Kprffolidierung der einzelnen Nationen für den Frieden Und das Wohl t)es Gesamtstäatenbundes nur förderlich sein. Im Oesterreich müffen und sollen sich älle seine verschiedenen nMonaley Bewohner heimisch fühlen! Nur dann können wir Mit Recht alleti unseren Feinden zurufen: „Hand weg." Nur dann, wenn der innere nationale Friede in Oesterreich gesickert ist, wird auch der Judenhaß aufhören, den die verschiedenen kampfeüden nationalen Parteien bisher als Mistel ausnützten, um die Aufmerksamkeit von ihren oft mit nicht einwandfreien Mitteln geführten nationalen Kämpfen aöjAMen. Die jüdischen Staatsbürger rnüffen in ihrem eigenen Atttereffe nationale Gerechtigkeit im Reiche unterstützen, deüN sie haben es genugsam erfahren, wie ungerechte, gehässige Beharidlung schmeckt. R. L. Judentum «ud AnttsemMsmus. Von einem Freunde unseres Blattes werden wir auf den nachstehenden Artikel aufmerksam gemacht, den das „Satzburger Volksölatt" vor Kurzem unter obigem Titel veröffentlichte. _ Die Absicht desselben ist zu durchsichtig, Um nicht sofort erckannt zu werden. Es ist dem genannten Blatte weniger darum' zu tun, seine Leser über die aktuelle Frage der Gründung eines jüdischen Staates in Palästina zu orientieren als vielmehr eine willkommene Gelegenheit zu ergreifen, um die abgedroschenen Phrasen von der Gemeingefährlichkeit des Judentum? vom neuen aufzutischen. Dagegen zu polemisieren wäre vergebliche Mühe. Für den Artikelschreiber gibt es selbstverständlich keine andere Lösung für die Befreiung Europas von der drohenden Gefahr des Judentums als Auswanderung. Ueber diese seine Ansicht werden wir uns nicht allzusehr aufregen. Aber wenn er seine Ratschläge auch angeblich im Interesse des Judentums erteilt, so müssen wir sein Wohlwollen mit entschiedenstem Danke ablehnen. Nicht sehr schmeichelhaft wird in dem Artikel auch Herr Landesausschuß Bielohlawek abgetan. Seine offen erklärte Abkehr vom Antisemitismus, die in Parteikreisen stutzig machen mußte, verdient unbedingt Strafe-und da der Mann bei vielen Gesinnungsgenossen doch noch etwas gilt, so kann man seine letzte Kundmachung nicht anders als mit „Alterserscheinungen" entschuldigen. Fast finden wir es verständlich, daß man bei unentwegter Vertretung des antisemitischen Standpunktes verblöden muß. Im Uebrigen bringen wir zur Aufklärung unserer Leser den beregten Artikel im nachstehenden zum Abdruck: „Jüngsthin ist durch die Zeitungen die Nachricht gegangen, daß Landesausschuß Bielohlawek dem Antisemitismus entsagt habe. Beruht die Meldung auf Wahrheit, dann handelt es sich tatsächlich um eine erstaunliche Wandlung, vorausgesetzt, daß man es nicht mit einer jener Alterserscheinungen zu tun hat, wie sie auch bei Hermann Bahr, bei Helene. Odilon Und selbst bei Richard WagNer wahrzüNehmeN fthb: Bielolahwek war seit dem Tage, da er in das öffentliche Leben getreten ist, einer der eifrigsten und temperamentvollsten Antisemiten. Man kann über die Formen, in denen sich der Antisemitismus auslebt, verschiedener Ansicht sein; daß die Bewegung einer gewissen Berechtigung nicht entbehrt, geben die Juden selbst zu. Dr. Franz Zollschan, jedenfalls ein unverdächtiger Zeuge, sagt fn seinem Buche „Das Rassenproblem" (1910): - „Die Schattenseiten des jüdischen Cha? rakters, wie er sich gegenwärtig so häufig darstellt, sind uns zu gut bekannt und -sie werden gerade von dem edleren Teil ver Juden selbst mit voller Offenheit an den Pranger gestellt." Eduard p. Hartmann erklärt, daß die Mängel, die den heutigen Juden anhasten, aus Quellen stammen, die ihre Wirkungen durch eine lange Reihe von Generationen aufgehäuft haben: „Erstens aus der Niedrigkeit, Dürftigkeit und Ehrlosigkeit der früheren sozialen Stellung; zweitens aus der Einseitigkeit der bisherigen Berufstätigkeit; drittens aus der für die Juden Osteuropas auch heute noch bestehenden Unfreiheit, Rechtlosigkeit und Unterdrückung. Wo Offenheit, Trotz auf sein Recht und Mannesmut nutzlos zum sicheren. Untergang führen, da wird notwendig Hinterhältigkeit^ Verschlagenheit, List^ demütig kriechende Unterwürfigkeit, Mißachtung des fremden Rechtes und Feigheit gezüchtet." Das ist allerdings eine glaubhafte wissenschaftliche Erklärung für den Charakter der Juden, sie hilft jedoch über die Tatsache nicht hinweg, daß das jüdische Element in seiner Mehrheit für die Allgemeinheit eine Gefahr bedeutet, die unß der Ärieg riesengroß vor Augen geführt hat. Nicht als oh der Jude allein heute der Preistreiber und schwindelhafte Kettenhändler wäre; es gibt genug der unchristlichen «Christen, die das gleiche anrüchige Geschäft mit der Virtusiotät betreiben wie die Söhne Israels. Nur daß in dieser Beziehung der Prozentsatz der Juden ein vielmal höherer ist und ihr dominierender Einfluß m den Banken und großen Geldinstituten den Mudbäu im großen gestattet. Ein kürzer Hinweis auf die Tätigkeit der Zentralen, die in der Hauptsache von den Juden organisiert und, verwüstet werden, genügt, um alle jene zu überzeugten Antisemiten zu machen, die dieser sozialen Erscheinung bisher kemen.'Geschmäck abzügewinnen vermochten. Der schwindelnd rasche Aufstieg der Herren Sieghart, Kranz und Genossen, die finanzielle Unterstützung des Kettenhandels durch einzelne Banken, die Haltung der semitischen GrößstäöU

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