Mannheim
Compact Memory

Die Wahrheit · 1918-02-08 · Heft 3 (8.2.1918) · page 5

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Wahrheit
Volume
1918
Issue
Heft 3 (8.2.1918)
Date
1918-02-08
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
92% known words query
IRI
…/3062972-3063774-3063777--10543-3077887
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Nr. Z. Die Wahrheit Seite 5. wohnende) ^icht führf zum.,,Guten Wrück-^ Der- Satz deS^:. SokrAD) . Eßgimd eins seien, ist maßgebend für ' M .ganze.Lebensäftschautzng des Altertums und.-dürste, auch''für die inödernen Menschen ,eiy Jheal bleiben.-Deshalb fordere auch Tora, Propheten und Weisen das Wissen, welches in den Schätzen: „^öjodata hajom“, „behaskel wejodea obiu, „da elphf^ pbickk“.^gedola deau und viele andere Aussprüche' seinen Ausdruck , find et. Der.Geist entwiMt Ach Heist ist' „NeisichseMseiy", . das BemüMein von' M'.Wst, ".sagkMgtzi, Äer>..Geist'istfrei, weil er sich selbst weiß, weil er. dje Gütigkeit ist, zu sich zu kommen. Die jüdische Religion steht mit dem. Gewissen nicht im Widerspruch, vielmehr geht sie demselben Hand in Hand. Wer''Religion und' Ethik säen will, soll die Sonne des Wisstns' üb'tt diese , erstrahlen lasten, denn alles, Heil liegt im Wissen." ' ' ' Der Verein zur Wahrung der Interesten des orhtodoxey Judentums soll in erster'Reihe jüdisches Wissen unter der Jugend verbreiten und das wird seine kühnste und klügste Tat sein lemaan jagdol tora wejadir. Mi» Fricdenssrlseüt über eine NiertelmiÜion Kronen Von einer'ungenannt sein wollenden Spenderin erhielt die Sammelstelle des Jüdischen Nationalfonds für Oester-, reich ' einen' Friedensscheck über 250.000 Kronen, welcher binnen " sechs Monaten nach Friedensschluß fällig sein soll. Gleichzeitig' mit diesem Friedensscheck übersandte die Spenderin als erste Teilzahlung den Betrag von K 10.000 und ein Schreiben', ' welches wir nachstehend wörtlich wiedergeben: „Sehr geehrte Herren.GesinpungsgAwsten l Die großen Umwälzungen. des Krieges, sind wohl , auf keinen Menschen ohne Einfluß, gebliebem Für uns Juden steigt in der Ferne bereiE'die'Morgenröte. einer' .besseren Zukrmft auf. ,Wir sehen (Möglichkeiten ,vox uns entstehen, an welche , wir. vqr Kriegsausbruch noch gärnicht'zu denken gewagt haben. Für das Werk der Wiedergeburt .des jüdischen Volkes eröffnen sich gewaltige Perspektiven. Ey h^t deu Anscheiy, als ob die ungeheuren Schmeißen,'' welche ’ unser Volk in seiner tausendjährigen Leidensgeschichte erleiden mußte und welche während' der ’ Ereignisse . des letzten Krieges ' die höchste Steigerung' erfahren haben, sich ihrem Ende nähern würden. Dies alles'muß 'auf-jeden Juden einen nachhaltigen Einfluß' in der.' Richtung ausgeübt haben, daß er sich seiner Pflicht seinem Volke gegenüber bewußt wurde'. Wenn ich auch' keinen Augenblick daran zweifle, daß das jüdische. Volk sich, dem großen Augenblicke gewachsen zeigen wird, wenn ich auch tief davon überzeugt bin, daß die gtoßen Mittel, welche wir nach dem Kriege benötigen werden, mit, Leichtigkeit aufgebraucht, werden, - so. glaubeich, daß es jetzt an derzeit ist, die. Forderung - an dku Juden der ggnzen Welt zu richten,, mit. ihrer; Gaben und Beiträgen^, nicht K'. zögern,. sondern. .sofort herzugeben^ was sie nuxgeben können, sofort die Opfer zw bringen,, die der.-große Augenblick "erheischji. Ich habe mich selbst entschlossen,' um meinen-Worten Nachdruck zu verleihen,, de.m Jüdischen Nationalfonds, einen FriedenßWckAher>.2.5Woy..Krynew.,zu.,übergebM - welchen ich bis, spätestens sechs Monate-',,nach. Friedensschlußde-., zahlen werde. . . .. Alß exfte Teilzahlung empfangen. Sie anbei den. Betrag von 10.000 Kronen. Ich will, daß dieser Betrag dem jüdischen Volke ganz gehören soll. Ich glqube,. daß wjr' .jn Palästiya ppn Zustände schaffen müssen)' wie sie unferö'Aestep,' hie"TräMer, wie auch-die' Wissenschaftler,' die. Theoretiker' wie^die Prak? Mer herbeisehtterf,' den Zustand,''daß' de^Voden in Palästina ' nicht Privütbesitz) sondern Eigentum "des Volkes, bleiben soä. Dü''- ich' über' selbst' nach FÄedensschluß mit meiner. Familie nach Palästtna zu übersiedeln gedenke, und der dem. ■ I. N.-F. zugedachte Betrag den größten Test meines Vermögens bildet, so knüpfe ich an meine Spende die Bedingung) daß mir nach Friedensschluß und nach einer entsprechenden Probezeit in Palästina, in einer der vom N.-F. nach dem Plane von Oettinger zu begründenden Kolonien eine 'entsprechende Wirtschaft übergeben wird. Ich stelle diese Bedingung nur deshalb, um selbst in Palästina leben und meine Kinder auf dem heimatlichen Boden im nationalen Geiste erziehen zu können. Nach meinem Tode soll ' das ganze Anwesen wieder an den I. N.-F. zurückfallen, der darüber frei verfügen können wird. Ich werde weder testamentarisch noch anderwärts über dasselbe verfügen und hoffe, daß es mir gelingen wird, meine Kinder m Palästina so zu erziehen, daß sie mit Hilfe der bescheidenen Mittel, welche ich ihnen aus meinem Privatvermygen noch überlüssen werde, sich selbst eine Existenz aufbauen können werden. Ich gebe diese Spende in der Ueberzeugung, daß ich nicht die einzige verbleiben werde und daß mein Beffpiel andere zur Nachahmung veranlassen wird. Mit hochachtrmgsvvllem Zionsgruß . . Möge der Wunsch der edlen Spenderin in Erfüllung gehen und Biele ihrem Vorbild folgen. Das verwaiste Amen. Bon Prof. Dr.-K a h a n, Znaim. Das Volk spricht von „Amen in der Kirche," obwohl die Kirche ja das Amen von der Synagoge herübergenommen hat. Welches Gewicht die jüdische Religion auf das Amen legt, zeigt folgende Stelle im Talmud (Berach. 47a): Man beantworte nicht (den Segenspruch) mit einem übereilten Hünen (mit einem kurz gesprochenen a), mit einem verstüm- . melten Amen (so daß das n unausgesprochen bleibt), und ’ nicht nnt einem verwaisten Amen (nämlich ohne den Segenssprnch gehört zu haben). Ben Asm sagt: Wer ein \ verwaistes Amen spricht, dessen Kinder werden verwaist sein, wer das Amen langsam spricht, dessen Jahre werden verlängert. Abraham Danzig (Chaje Odom VI, 3) sagt: Man darf keine Pause eintreten lassen, um Amen zu sprechen, denn das idäre ein verwaistes Amen. Sondern sofort nach Schluß des Segensspruches nmß Amen gesagt werden. Selbst der*Gesang des Vorbeters darf das Amen vom Segensspruch nicht trennen (Orach Chajim, 124, 8, Jsserles und Mögen Awrohom). Ganz unerhört ist es aber, daß man beim Anhören eines Segensspruches irgend etwas anderes sagt vor dem Amen. Ein solches Amen ist ein verwaistes Amen, und wer es spricht, setzt sich dem Fluche Ben Äsai aus, daß seine Kinder verwaist werden! Nun besteht aber anscheinend gerade in orthodoxen Gemeinden' der Brauch, daß nach dem zweiten Segensspruch über die Thora der Kantor nicht gleich Amen sagt, sondern ..erst die Worte spricht: Bvüs8 Torosseniihakedoscko wehathoro — wahr ist unsere Thora, die heilige reine— Amen! Wie ist ein solcher Verstoß gegen die Vorschrift zu erklären? Wer hat diese Worte erfunden und eingeführt'? Bedarfes etwa noch der besonderen Versicherung, daß „unsere" ...Thora die heilige und reine wahr sei? Ist nicht diese .Versicherung schon eben im „Amen" enthalten? — Düzu .. ist noch folgendes zu bemerken: In der ganzen heiligen Schrift und wohl auch im Talmud ist nirgends die Thora — .unsere Thora genannt. Immer ist es nur entweder bi.e Thora Gottes oder Moses — nur sie ist heilig und wahr, während eine etwaige „unsere Thora" sehr zweifelhaften Charakters sein dürfte und keinen Menschen zu irgend etwas verpflichten könnte! — Nun, mögen sich die. Herren Kantoren entschließen, ob. sie den Fluch' BtznÄsais fernerhin' 'auf sich laden wollen, oder die überflüssigen Worte einfach fallen zu kaffen und' den' Segenspruch nach Vorschrift mit ^Amen" belästigen! — '

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.