Mannheim
Compact Memory

Die Wahrheit · 1917-11-30 · Heft 24 (30.11.1917) · page 4

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Wahrheit
Volume
1917
Issue
Heft 24 (30.11.1917)
Date
1917-11-30
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
79% known words query
IRI
…/3062972-3063801-3063825--10486-3077827
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Seite 4. Die Wahrheit Nr. 24. jüdischen WchtliWe zu lenken, die vom Kriege jedenfalls arger betroMn werden.^als btgfe rmmenschl^chen SMeier.^ Die chWi<Et glldMsschey Verenas«« HeütsMantz'e stchen dem^MesW unserer^ HristMsozialetz;- UM DentfchH naüona len Auch Hlcht 'und> veMnden ^Mnso 8ie HttegH)- mit der Judenhetze. Aber auch in den Landen: der Entente^ unserer Kriegsgegner, läßt sich Mit wenig Mühe der Zusammenhang der Kriegs- und Judenhatz Nachweisen, trotzdem dort die Regierungen behaupten, den Kampf für Freiheit rmd Kultur,, fist die großen und kleinen Nationen aus purer Menschlichkeit zu führen. Es istfkein Zufall, dH aus England, wo die entschiedenste Bekämpfung des Pazifismus an der Tagesordnung ist, auch Pogrome gegen die jüdische Be-; völkeruugL gemeldet wurden, und wenn der Weltkrieg nicht baldc sejnem Epd^ zueilt, dann sind solche unrühmliche Erscheinungen bald auch in Frankreich, Italien und Amerika zu befürchten, denn die Juden zählen überall trotzdmr sie ihrem VÄerlande die denKrar größten Opfer bringen, zu den überzeMeA Mzisistfy. ' So gehören denn Kriegstreiberei und Judenfeindschast allenthMen zu den Barbarismen.des Krieges. Hoffen wir, daß ,d^ Megsbarbarei nun bald durch Rußland und die , ZerstxÄryächtx das Ende bereitet wird, denyl pwst) sich/die? Vierbundstaaten dazu entschließen, der russischen Revo.lutions-. regi^nM die Hand , zmn Friedensschlüsse zu reichen, was wir WWen, dann werden' sich die nun noch so schreckhaft . säbelraffelnden Weftstaaten bald dazu entschließen müssen, deu-Welftrieden .zu..weroollständigeu,. .der. .duuu -hoffentlich bleibend fest gestaltet wird. . .. Ist die. Aussicht auf Kriegsbarbarei endlich verschüttet, dann li^t .auch die tedenziöse. Judenfeindschaft in: diestrn Schrsttss begraben, denn haun ist kein Süudenhock, kein Blitz-, ableiter für die Schuld anderer mehr nötig. — Wöge „die.; Hwcschaft der frechen Gewalt bald von der Erde getilgt werden", wie es in einem Gebete., an den hohen Feiertagen, der. Juden so verheißungsvoll in.. Aussichtgestellt wird^ , - - ä r-- ■ : i R. L. Der «e«e Gesetzentmnrf betreffend dte Kntlnsgemrinde« i« Oesterreich nvd der „Scholinch Iibbnr." ü'j ts i . n-ip (!j f* i ca i. ■). y.Cai y-i Hffenes Kchreiven an die Vorstehun^gender israelit°ischenKultuSge mein den in Oesterreich-Ungarn.'. Der „Entwurf eines Gesetzes für den Ausbau der Regelung der äußeren Rechtsverhältnisse der israelitischen.i R«MiMsgesellschast" tn Oesterreich; ist ein. neues Glied in der Mwßen Mts der. Herabsetzungendes „ Scholiach Zibbur." .. Mit RchewendMgeywie „Ausbildung von Rabbinern, RÄigionsMxern Md s o nst i gen Kul-tu.sf unkti ouären (§ 20b) und anderen Kultushearpten" t(ibidem) wird Än „Äcyrd M die Ward gedrückt, dem die- Synagoge,- mstAusruchme der Predigtdieselben Funttionen, mit denen die. jWdexen Kirchen ihre Priester, betrauten, /überantlvortete, mit dem- Unterschiede, daß jenen als Mistel zum Zwecke,,, anstatt der Sprache, die „wunderbare. Kupst";, der Musik als Gesang dieyt. . , . .,^Dgß den Rabbinern durch jdie ZK 6 und 18 dieses Gesetzentwurfes eine Vertretung in den zu. kreierenden Verbärgen ^gewährjeMet wird, , ist vollkommen korrekt. Handelt es sich doch hier nicht um Verwaltungsfragen innerhalb der Gemeindenin denen sie als besoldest FryMoygre amsteren, sondern um die Ehre und die große Interessensphäre des Gesamstudenturns, deren Förderung die Mtwrrhrng - aller fähigen Wüste erheischt. .Umso .ungerechstr und schmerzlicher,, umso.. stÄustrMr und beschämender ist demnach her■ Ast der. . Jnst>nformität. jn dein EntwMe,,. her es beweMMgthaß.; in dryser Zeit d/w Kcünxfe,;fjrr Gleichheit uyd Prüderstchfeit, , in.dieser großen Zeit, in der überall die Geburt des unverfälschten^ t^skrastschen Wahlrechtich WDWMN, dem „Wallach Hibkmr"-StanE hei Wer Wervdrragenden BedeHüng-im Juiientume, die. MiMchkeit abgeschnitten wird,! auch nuf in ei n.ezn seiner<mit Wrffen, wahrer Ksinstlerschaft undvglänzenden 'Tugenden gekrönten Männer? Vertretung in jüdischen, dem Wohle des Judentums dienenden Verbänden zu erhalten. Dasselbe gilt natürlich auch von anderen jüdischen'. Berufen. rr . ^;^ - ,.r: In Gemäßheit des § 81 des Entrvurfes ist der Oberrat berechtigt . „R a b b i we i oder im . S.ch^U l h i e n st e - stehende hervorragende Männer als außerordentliche Mitr glieder zur Abgabe eines Gutachtens im prinzipiell', wichtigen, Fragen zu seinen Sitzungen einzuladen."' Schv richtig.^ Absolut unrichtig und unfaßbar ist es aber, daß andere, z. B. im' Synagogendienste stehende-he-vvorragende Männer, die nicht Rabbinen sind, behufs Abgabe ' von : Gutachten in wichtigen Fragen, bei deren Lösung'man der ^pertise des „Scholiach Zibbur" nicht entrateu kann, z. B. in Fragen, welche die in § 20 des Entwurfes vorgesehene Ausbildung von (^,KaUtoren") betreffs!:, zu den Sitzungen ' . . außeräxheutliche Mitglieder gar nicht eingeladen MMn . dürfen. , , . . . Eines Mannes also, den das jüdische Schrifttum ■ „Melitz bead .bakohöl negd<> gisborach^ bm „Fürbitter der Gemeinde Gott gegenüber,^, ferner „Scholiach Zibbur," . Vertreter..der. Gemeinde" ~wov -Gott -nennst -schämt-man sich in jenen Körperschaften Mitwirken zu lassen, auch wenn sich der ip ihm lodernde feurige . Geist der Liehe zum Judentume dUpch Jnstlljgüch^lM PildM^ gehoben -xeW. j'K : -s l 's M Das Judentum hält diesen Mann für würdig an heiliger Stätte vor zahlreichen Zeugen aUszurüfen^r -' ' - -^Dosai ÜamvÄ' ulav»besvL''L»1isLöLvobo ui amobö jivroöl Lsobsr soUslooboui.'" ,Jch"bin hingetreten, o Gost/ um für'Dein Volk Israel, das mich zu Dir gesandt,1 zu flehett^ ' " ^Hejjeb nobimatzliacb darki aiseher oriochibolläöli laamod racbÄmim- dläj weäi dcliofectioj.^ „Laß, o Gott, glücken den Weg, den ich hier wandte, UM , Dein Erbarmen zul eWitten für^Mich^ und^ meines Sender.^' - ^Daobasvbi gsrotzsil . . . rnssobaloda^ Isüämtzi kofeiurusobil." „Es ' möge mein Gebet 'Erhörung fWeü' . . und denen,' die mich -gesendet/ Vergebung'und-ÄM söhnung bringen." ■: ';-- t: ” ‘ * ' „Lechalo.secho schelucHoni mikhalos bamonecho.“ „Um Dein Erbünnen' zu erflehen/ sandte ' mich Derne zahlreiche Gemeinde^hieher." -' „Jadeni win erecb tefilob, kades lechanen beli siflob, lebamtzi lespholeohaj »erecb useoloh.“ „Lehre mich) o Gott, mit Verständnis Mein Gebet ordnen, daß ich nach Gebühr,, ohne Verstoß/ bete .und für diejenigen,- die mich-gesendet/, Heilung und. Genesung finde./-^ i . /j,Hejjeb. im. pifijos ssobelacbö amecho bes jisroel.“ „Sei, o .Gott/i mit dem Vortrage der Abgesandten- Deines Volkes, welche: vor Dir stehen, um 'Dich zu erbitten und Er-- barmung von Dir/zU erflehen für Israel."!- - l./z^^.akescbracbamim-alehemi^ Ich (der hier stehende „ Scholiach.Zibbur")> flehe um Erbarmen für sie (die Gememde).: - . Solche Worte legt die Synagoge dem „Scholiach Zibbur". - in den Mund. Die diesen Herzensergüssen mit Andacht folgendm Bekenner des Judentums-aber glauben, einem Gesetze, ■- das sie ad mai.oreiii dei gloriam schaffen, einen vornehmeren^ Gesst einzuhauchen, und es mit einem: melodischeren Klange auszustatten, wenn sie in demselben den „ScholiachZibbur,"! auch bei-.igroßen- Verdiensten, bei -ungewöhnlicher. Bildungbei gediegener Künstlerschaft, imxlicite für unwürdig erklären,. selbst jy - Angelegenheiten;. Heren befriedigende Erledigungohne-die Mitwirkungdes//,Scholiach Zibbur," als musikalisch gebWeten Experten/ -gar nicht möglich -äst, mitzuberaten. - - -? Pamllel imit diesen Unbegreiflichkeiten läuft eine, aktuelle Tatsache, die- .sich hier unwillkürliche aufdrängt: Das Staütsi gesetz HW drei Beschäftigung in der -,Seelsorge" mit dem -/

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.