Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1917
- Issue
- Heft 19 (21.9.1917)
- Date
- 1917-09-21
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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Seite 4. Die Wahrheit Nr. 19. Glauben, Wser PerttWen und unfern Wert erpxobs. Jq der Freude pnd dB Glückes Stunden stark pnd zuversichtig zu sein, ist kein Perdienst, aber in der Leiden und Prüfungep Feuer zu hestehen und geläutert, gereinigt zu werden, dys ist gottgefällig und unserer Väter würdig! Von uns allen hat jeder in diesen Kämpfep einen geliebten Angehörigen, einen treuen Freund, lieben Beraterverloren, für erhabene Ziele, für Kaiser und Vaterland. Wir alle sehen täglich des Krieges Schrecken und Heimsuchungen, nicht allein, um sie zu beklagep, sondery aus ihnen zu lernen, zu Gott zurückzukehren, den äußeren Menschen gegen den inneren zurückzustellen und uns mehr und mehr in Gott zu veckiefen, in sein Walten und Wirken, das uns sowohl in der Ruhe wie im Aufruhr der Natur, der Kräfte und Mächte des Weltalls Ihn, den Weltmeister, suchen und anruseu lehrt. So wir aber aus all diesen Schrecken nicht die Rückkehr zu Gott finden, dann wehe uns, weh' unserer Zukunft! Nur jy Goft, im Glauben an seine Vorsehung ist der Menschheit Heil und Sicherheit, in der Abkehr von Ihm, seiner Lehre und stimm Worte die Verneinung und Zerstörung HO Besten, was wir haben! Alle Stürme und Leide» haben unsere Väter im Glauben ap Erft ertragen, in der Hoffnung aus ihn und in der Liebe zu seiner Lehre! Das kündet uns allen, ihr Schofarklgnge, das läßt uns Herz und Seele dürchdringen! Wie alle Verfolgungen die Väter nur stählten wie Feuer dqs Men, so soll aller Kampf, alles Wüten der Feinde gegen uns, uns nur mehr und mehr zu! eirrem stählernen Block zusamwMchwssißen, stars unh gewalftg! in dpr Heinde BrqphWg ppff Hgß ppd Wt! Wir mosten sein ein einig Voss ppn Brsiherrl, in keiner 9W uns trennen Prd Gesghr! Daß sei unsere Losung! Einig ifi upsepe hehren Zielen für Kaiser uph Vaterland, estrig ist FxssW iW)' sich)! dgs ist die mächtige FestesstilpW, die uyst anftmst: Sei nicht verzagt, verzweifle nie, und immer wieder WgW diese FestnrahnllUgen, diese' mahnenden, bepuhigMen, bsseneruden Festeßsftmryen au Ohr und Herz und erheben uns über des Alltags Leiden und Jammer zu Höftes Licht? reich, das jrmM von der Finsternis Macht besiegt und dauernd vernichtet werden kann. Gerade in der Finsternis Leche» ssrstarft die Sehnsucht nqch dein Lschst, nach der lichtvolleren Zukunft, an der wir alle im Sinne unserer Schofarkstinge' arbeiten muffen, indem wst' die eigene LMerpug, 'Selbstzucht Wd -sHstWgkeit alß E'k und Rückkehr zu Gott empftnhep und durchführen, mit Astrcht an Ws voffziehen. Ist diese diese Einkehr, diese Besinnung aus uns selbst, unser Ziel,, unser Zrpe.ck einmal mit festen Vorsätzen und Werken der. Liebe uch) Treue gegen Lebende und Tote, zecLf^U und Ikgge.d j sokej aMs ipirifam, dann erst empsinden wir - Gottes j Sftnrme so recht jp' Wd um Ws, dann erst werden uns di? Festesstimmen in ihrpr Weihe und Heiligkeit so rpcht hewustt, dann erst tritt des Tages Wesen und Zweck so recht nor Wsexe Seele: Neu belebe sich Wstr qjtter Väftrglauhe, neu unsere ererbte Treue und Hingebung au ulles Große Wh EHnbene, neu unsere Hoffnung und Zuversicht, neu unser ganzes Innere im Glauben an der Pater Hort,' Schutz und Schirm, der auch in uns lebt und webt wie im ganzen Westall. So soffen;pir des Festes Sitzn und Ziel erfasstu, so den ganzen innery Menschen einer neuen Zeit erneuern Wh mst Gatt pexsöhnen! Die Natur hat ihr Werk vollbracht, die Ernst ist vorüber^! So muß auch der Mensch sein Wexs yolleflden Wd stnmer wieder neu beginnen, nie rasten, nie wehmütig ans Mde denken! Npiy, sondern seiner Sesthung bewHt bleiben, in der Weihe ein Wssd der Kefte zu sein, die die Vleuscheu und Zeiten str Werken her PpllwhWg, der Schaffensfreude und Entwicklung zu immer größerer Kqlleffdung yerbiuhep! Die Solidarität der Menschheit, hie PerMiguyg SN Werken edelster Menschlichkeit und Versöhn? \ stchkeit verlangt der Schofarksang, hex nimmer verhallen darf, I der Ws müchstg zürnst - I Gehet, Umkehr rpch werstätigss UebWg Hilden ein unlösbares : Ganzes m unserem Leben, sind die Voraussetzungen wahren Glsickes und wirklicher Beglückung! Wer Glaube MW dyrch gute Werke gekrönt, jedes gute Werk führt uns zum Glauben an Gott, und beide lehren uns, Stolz, Hochmut, Leidenschaften und qlles Ungesunde entfernen und unserm inner» Wesen und wahrem Werte zuliebe meiden und abstoßen! So stellt das Versöhnungsfest, das unseres Herzens Sehnsucht nach Frieden und Erneuerung der Welt so mächtig zum Ausdrucke bringt, gU uns die Mahnung: Hilf durch Werke der Wohltätigkeit nach Kräften zum Aufbau des Zerstörten, sei lpsiMg der Ahnen Größe und Opferwilligkeit, kröne gleich ihnen deinen Gottesglauben durch Werke der Barmherzigkeit und Selbstlosigkeit und suche Gott und sein Reich' dadurch unter den Menschen zu heiligen und zu verherrlichen! Pros. Pr. st. Hirsch, Zur Abwehr. Stahtrgt und Reichsratsabgeordneter Dr. Mataja, .ein hexvoMgesttz-x politischer Streber, fand es bexefts zesigMÜß, den inneren Gottesfrieden, obgleich derselbe lange schon NW eipe Scheinkulisse bedeutete, hinter welcher man ungeniert alle politischen Preihereien weiter besorgte, zu brechen. Er nchtete an den christlich-soziastn Mrteivörftand Prinz Liechtenstein im Namen mehrerer christlichsozialer Organisationen eine Eingabe, in der er s ch w e r e Besorgnisse um die Zukunft dieser Pflrtes in Wien äußerte. Dr. Mataja klagt, daß der Antisemitismus, in dein ja die Partei mTh\h Y-M der Paftelststapg fest I a h r e ft schon nicht mehr vertreten werde. Nur einzelne Mitglieder derPÜrtei bringen ihn noch in dankenswerter W? i s e zux GMugs ahssr Hst Mxtkj als solche MM M dieser Richtung mcht klar Steffung, Ja, jüdische Organisationen und Personen genießen im Wiener Rathäuse, auf das die Bevölkerung ist aller; Dingeq des öfferztlichefl Lebens ihre Augen richte, den größten Emslust. „Infolgedessen sind gerade die überzeugten und verläßlichen Parteigenossen in ihrem Glauben an die Partei erschüttert und eine allgemeine tiefgehende Unzufriedenheit, ein Mißmut ohnegleichen hat sich ihrer üemächftgt, der die schlimmsten Konsequenzen für das Schicksal der Partei zeitigen muß." Dr. Matäja behauptet in seiner Klageschrift weiter, die Parteileitung sei untätig, so daß den Parteiorganisationen und Parteigenossen jede Orientierung über die Stellungnahme der Partei zu den großen Fragen der Zeit fehle. Dje Paxftileftuug kümmere sich nicht um Hst Wrlarbeit. Bald daraus siel dem unterehmenden Stadtrat das Herz ch die Hose puh <rr erklärte, sein Mmoxgphum sei nicht gegen den Bürgermeister Pr. WeWxchpex gerichtet, sondern schneide nur Partei taktische Fragen an. Der. Bürgerklub begnügte sich damit, dem Bürgermeister und den j drei BizehÜrgexmeisstrn das vollste Vertrauen auszus zusprechen. Dr. Mataja war aber so vorsichtig, die „An- - biederungen" des fortschrittlichen Bezirksvorstehers des zweiten i Bezirkes entschieden ZWÜckzuwxjsep. „Esfaffe ihm nicht ein,! gegen den Bürgermeister persönlich vörzugehep."! Pst jstdischep Bewoh?wr Wiens können puu ihren! FfWen picht trauen pnd es wäre staip^ ohne weistrß ützer schssinbftr^ Halgerfstfl dssr tzstst'ptlfM 'her christlich-sgzjfllen \ PWtei zft frphlochn. Jchem arMp jüdischen' Einwghr^r ist \ es bekWnt, dqß lauge Htzp währepd dex h-rten Meßsypt dst Jpsie'ustiM ft-ptz' PWgststpen esne geheime Ägftqftop gegfn die Juhssn WWsgesetzk betreihen, stntex dep axmeft Werg spch'en sie krampfhaft den Maphep festzulegen, hqß afle^Juheft wchlhaheph pud Krstgßverhienef festst,. Hst wMepd her striegszxst keipe Nstt leihest, weil sie Getzsth^x- W' HDeu pnh affo fiebeMmststl übeWhstll kWneu. Wepn daß arme, stjchtgläphjge, usierffthrepe Wh MM hjldete Wbljkstm so beschwatzl wexhen kann, ist hjeß erklärffH Wd'entschpldhW, qbex hie Wg^xefl unh gchffhsstWN SchMstp